Offizielle Internet-Präsentation des Bistums Trier

Menü überspringen

Zusatzmenü:


 

Contentbereich:

Pressedienst

Pressedienst

Montag, 7. Oktober 2013

Bischof
Menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind gefordert
Justitia et Pax-Vorsitzender Ackermann appelliert an politisch Verantwortliche
Bischof Dr. Stephan Ackermann
Bischof Dr. Stephan Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax.
Trier/Bonn - „Wirtschaftliches Wachstum auf Kosten von menschenwürdiger Arbeit bedroht langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa. Miserable Wohnbedingungen, Lohnvorenthalt und die Ausbeutung von Fachkräften in der Fleisch verarbeitenden Industrie, von Hausangestellten und auf dem Bau sind keine exotischen Missstände in fernen Ländern, sondern vor der eigenen Haustür zu finden.“ Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax ist, anlässlich des Internationalen Tages für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober betont.

Dabei seien zum größten Teil Arbeiterinnen und Arbeiter aus anderen europäischen und außereuropäischen Ländern betroffen, die durch ihre Arbeitsleistung Deutschlands Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit stärkten, sagte Ackermann weiter. „Deshalb muss es bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen auch um menschenwürdige Arbeit für alle, gerade für die Wanderarbeiterinnen und -arbeiter und prekär Beschäftigte, gehen.“ Die Unsicherheit, die sich vor allem durch informelle und prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Werkverträge, Leiharbeit, Minijobs, Tagelöhnerei und Saisonarbeit ausbreite, bilde für Familien und besonders junge Menschen eine große Belastung. Eine zukünftige nationale Beschäftigungs-, Finanz- und Wirtschaftspolitik müsse auch Antworten finden auf Jugendarbeitslosigkeit in Europa und die Abwanderung von arbeitssuchenden Fachkräften aus Europa.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax arbeitet seit vielen Jahren zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an den Themen Menschenwürdige Arbeit und Menschenwürdiges Einkommen in der globalisierten Welt. In ihren gemeinsamen Stellungnahmen stellen sie fest, dass menschenwürdige Arbeit weltweit ein Schlüssel zur Überwindung von Armut und Diskriminierung sei. In einem reichen Land wie Deutschland müssten faire Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung und faires Miteinander zu Mindestanforderungen an eine sozialverträgliche Politik gehören, die sowohl für inländische als auch in Deutschland tätige ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter gelten. Arbeitsfähige Menschen müssten sich und ihre Familien durch ihrer Hände Arbeit ernähren können. Das Recht auf menschenwürdige Arbeit und soziale Sicherheit gelte universal. Die andauernde Verletzung dieses Rechts, die sich in dem Auseinanderklaffen der Schere zwischen arm und reich ausdrückt, führe zur Gefährdung des sozialen Friedens.

„Daher appellieren wir an die Verantwortlichen für die Koalitionsverhandlungen, faire Arbeitsbedingungen dort zum Thema zu machen“, sagte Bischof Ackermann. Dazu gehören die Ratifizierung der UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Wanderarbeitern und ihren Familien, die Einrichtung grenzüberschreitender Sozialversicherungssysteme und die Einführung von existenzsichernden Mindestlöhnen, die nicht durch individuelle oder kollektive Vereinbarungen unterschritten werden können.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) ist eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Förderung von Entwicklung, Menschenrechten und Frieden.


SERVICE



Diese Seite erreichen Sie unter: http://www.bistum-trier.de/goto/?7:115931