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Pressedienst

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Montag, 28. Oktober 2013

Information
„Armut und Intoleranz bekämpfen“
Missio-Gast Dr. Maged Yanni spricht über die Situation in Ägypten

Dr. Maged Yanni (rechts) hat am Frühstückstisch viele interessierte Zuhörer, darunter Diakon Norbert Hendricks, Andrea Tröster (links) von Missio und Ute Kern von der kfd (rechts).
Großmaischeid – Über die derzeitige Lage in seinem Heimatland Ägypten hat Dr. Maged Yanni am 25. Oktober beim Frauenfrühstück der Ortsgruppe Großmaischeid der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kdf) informiert. Yanni sagte, die aufgeheizte politische Lage sei vor allem einigen wenigen fanatischen und gewaltbereiten Splittergruppen geschuldet, die sich gegen Christen, aber auch die große Mehrheit der Muslime in Ägypten richte. Yanni besuchte im Oktober als Gast des katholischen Hilfswerks „Missio“ im Rahmen des Monats der Weltmission mehrere deutsche Bistümer.

„Wir sind voller Hoffnung, dass wir ein demokratisches Land aufbauen können“, sagte der 62-jährige Mediziner. Derzeit arbeite ein Gremium aus 50 Personen, darunter auch Christen, an einer neuen demokratisch-zivilen Verfassung. Er erwarte den Entwurf Mitte November und hoffe, dass die Stellung der Hilfswerke und Nichtregierungsorganisationen wieder gestärkt werde. Sollte die Verfassung das Votum bestehen, könnten die Neuwahlen des Parlaments Anfang 2014 einen Neubeginn für die Menschen in Ägypten bedeuten. Es gelte, vor allem die Armut und die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen: 40 Prozent der Menschen lebten unter der Armutsgrenze, die Arbeitslosigkeit bei jungen Leuten liege zwischen 25 und 27 Prozent und 40 Prozent der ägyptischen Frauen könnten nicht lesen und schreiben.

Fast 90 Millionen Einwohner hat Ägypten laut Yanni momentan, davon rund 12 bis 15 Prozent Christen. Die meisten sind orthodoxe Kopten. Die mit 250.000 Mitgliedern recht kleine katholische Kirche in Ägypten sei wegen ihres sozialen Engagements sehr anerkannt, erklärte Yanni, der bis vor kurzem den koptisch-katholischen „Verband Bildung und Entwicklung Oberägypten“ geleitet hat. In Oberägypten sei vor allem die Landbevölkerung Verlierer des maroden Gesundheitssystems und des mangelhaften Bildungswesens. Der karitative Verband betreibe dort 35 Schulen mit 12.000 Schülern, die sowohl Christen als auch Muslimen offenstünden. „Uns ist wichtig, nicht nur den Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern unsere Schüler zu Toleranz und Offenheit zu erziehen.“ Parallel liefen Programme für Mädchen, die ihre schulische Ausbildung nachholen können sowie Lese- und Schreibkurse für Frauen ab 15. Darüber hinaus engagiere sich die katholische Kirche auch in Gesundheitsprogrammen und unterhalte Angebote zur Integration von Menschen mit Behinderung. Auch vergebe der Verband Mikrokredite für den Aufbau von Kleinunternehmen und biete Beratung an (mehr im Internet: www.upperegypt.org).

Yanni sagte abschließend, die Gewalt gegen Christen habe erst in den letzten Jahren zugenommen. In den Medien dürfe aber kein falsches Bild vermittelt werden: „Die Mehrheit der Muslime ist gemäßigt und wir leben ohne Schwierigkeiten zusammen. Das Problem sind die fundamentalistischen muslimischen Gruppen, die sich nicht nur gegen Christen sondern allgemein gegen den Staat richten.“ Für die in Ägypten lebende größte christliche Minderheit im Nahen Osten bitte er um Solidarität, denn „Wie es mit meinem Land weitergehen wird, ist wichtig für die Region, aber auch für ganz Europa.“
Mehr zur Arbeit des katholischen Hilfswerkes „Missio“ unter www.missio.de.




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