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Pressedienst

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Donnerstag, 27. März 2014

Kultur
Eine neue Synagoge für Koblenz
Ausstellung zeigt Entwürfe von Absolventen der Koblenzer Hochschule

Burhan Ünal, Kristina Bozic und Rina Pohlmann (v. links) sprechen mit Moderator Kalle Grundmann über ihre Entwürfe
Koblenz – Ideen und Konzepte für ein neues jüdisches Gotteshaus in Koblenz zeigt die Ausstellung „Neue Synagoge Koblenz“, die am 25. März eröffnet worden ist. Noch bis Dienstag, 15. April ist sie in der Koblenzer Citykirche am Jesuitenplatz zu sehen. Schautafeln geben Aufschluss über die besondere Aufgabe, der sich zehn Architektur-Absolventen der Hochschule Koblenz mit ihren Bachelor-Abschlussarbeiten gestellt haben.
Ich bin „generell offen für andere Religionen“, sagte Burhan Ünal über seine Motivation, sich mit dem Entwurf einer neuen Synagoge für Koblenz auseinanderzusetzen. Er hat den Grundriss einer verkürzten und deformierten Menora (siebenarmiger Leuchter) gewählt. Für den muslimisch gläubigen Mann symbolisiere diese Form des wichtigen jüdischen Symbols den historischen Bruch, der sich mit der Pogromnacht am 9. November 1938 manifestiert habe. Im Interview mit Kalle Grundmann sprachen er, Kristina Bozic und Rina Pohlmann über ihre erstmals sehr intensive Beschäftigung mit dem Judentum.

„Die Entwürfe können die Phantasie und das Gespräch anregen“, zeigte sich Matthias Olzem, Pastoralreferent und Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Koblenz, bei der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung überzeugt. Gemeinsam mit Eva Klöckner von der Hochschule Koblenz hatte Olzem die Ausstellung konzipiert. „Wir freuen uns: Eine neue Synagoge in Koblenz ist in greifbare Nähe gerückt. Ein konkretes Grundstück in der Weißer Gasse ist ausgewählt. Die Bodenuntersuchungen laufen. Jüdisches Leben rückt wieder stärker in das Zentrum der Stadt.“ Joseph Pasternak, Kantor der Koblenzer Kultusgemeinde, bedankte sich für die Anregungen und Ideen der ehemaligen Studierenden, wie eine neue Synagoge aussehen könnte. Er erinnerte daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg 24 Menschen jüdischen Glaubens nach Koblenz gekommen seien. Die inzwischen rund 1.000 Mitglieder zählende Gemeinde müsse sich seit dieser Zeit mit der „Notlösung“ am jüdischen Friedhof in der Schwerzstraße arrangieren: „Zu einer Synagoge gehört ein Gebetshaus und ein Friedhof, beides darf aber nach kultischem Gesetz nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen“, erklärte Pasternak. Auch Platzmangel mache einen Neubau erforderlich.

Bei der Eröffnung stellten sich auch die Vorstandmitglieder des am 20. März gegründeten Fördervereins „Neue Synagoge für Koblenz e.V.“ vor. Vereinsvorsitzender und Stadtratsmitglied Heribert Heinrich (SPD) sagte, nach dem 2013 gescheiterten Versuch der jüdischen Gemeinde, in die ehemalige Synagoge im Bürresheimer Hof zurückzukehren, sei jetzt „PlanB“ wichtiger. Musikalisch wurde die Vernissage vom „Ensemble Beseder“ der Kultusgemeinde mit Klezmer-Klängen untermalt. Layout und Gestaltung der Schautafeln übernahm Eva Klöckner von der Universität Koblenz. Die Ausstellung ist bis zum Dienstag, den 15. April, geöffnet, montags bis samstags von 8.00 bis 11.45 und von 12.45 bis 17.30 Uhr, sonntags ab 9.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Antragsformulare für die Fördervereinsmitgliedschaft gibt es in der Citykirche oder beim Evangelischen Kirchenkreis Koblenz, Telefon 0261-9116129. Veranstalter der Ausstellung sind die ACK Koblenz, die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V. Koblenz, das Dekanat Koblenz, der Evangelische Kirchenkreis Koblenz, der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., der Freundschaftskreis Koblenz - Petah Tikva, die Hochschule Koblenz, sowie die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz K.d.ö.R..




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