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Pressedienst

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Freitag, 8. Juli 2011

Heilig Rock-Wallfahrt
Norweger gewinnt Wettbewerb zum Pilgerabzeichen
Zwei Entwürfe zur Umsetzung empfohlen – Hohe Beteiligung an Projekt
Eirik Kjolsrud, Tala Yuan und Magdalena Meng (vlnr) zeigen ihre Siegerentwürfe für das Pilgerabzeichen
Eirik Kjolsrud, Tala Yuan und Magdalena Meng (vlnr) zeigen ihre Siegerentwürfe für das Pilgerabzeichen
Trier – Eirik Kjolsrud ist Sieger des Wettbewerbs zur Gestaltung des Pilgerabzeichens zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012. Der 34-jährige Norweger studiert Architektur an der Fachhochschule (FH) Trier. Der zweite Preis ging an die Chinesin Tala Yuan aus Idar-Oberstein, die 26-Jährige studiert Edelstein- und Schmuckdesign an der FH Trier. Dritte Preisträgerin ist Magdalena Meng. Wie Yuan kommt die 24-Jährige aus Idar-Oberstein und ist Studentin für Edelstein- und Schmuckdesign. Den Wettbewerb hatten die Verantwortlichen für die kommende Heilig-Rock-Wallfahrt zusammen mit der FH Trier ausgerufen.

Bei der Preisverleihung am 7. Juli im Robert-Schuman-Haus Trier erklärte Micha Flesch, bei der Wallfahrt für Kunst- und Kulturprojekte zuständig, 54 Studierende hätten sich am Wettbewerb beteiligt und Entwürfe für das Andenken an die Wallfahrt eingereicht. „Diese Zahl hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, bekannte er und dankte den Teilnehmenden und den betreuenden Dozenten. Professor Dr. Matthias Sieveke von der FH Trier sagte, es sei etwas Besonderes, wenn Studierende zu einem solchem Wettbewerb eingeladen würden, an dessen Ende die Möglichkeit steht, dass die Entwürfe tatsächlich umgesetzt würden. Mit sieben Kolleginnen und Kollegen habe er die Studierenden betreut. Gemeinsam habe man sich mit Literatur zum Thema befasst, um zum „Kern der Aufgabe“ zu gelangen, und darüber diskutiert, bevor der kreative Teil begonnen habe. Markus Groß-Morgen, Leiter des Dommuseums und Vorsitzender der Jury, berichtete über das Auswahlverfahren und lobte die „Vielfalt der Ideen, die gestalterische Qualität und die Tiefe der inhaltlichen Auseinandersetzung“, die sich in den Arbeiten gezeigt hätten. „Wir waren überrascht über die hohe Qualität der Arbeiten“, betonte er und sprach den Beteiligten seinen Dank und seine Anerkennung aus.

Dompropst Prälat Werner Rössel, der die Preise verlieh, sagte, bei der Zusammenarbeit mit FH-Studierenden habe man schon in der Vergangenheit beste Erfahrungen gemacht. „Sie überzeugen mit Kreativität und Innovationskraft“, bescheinigte er den Preisträgern. Micha Flesch kündigte an, die Jury werde der Steuerungsgruppe, dem Entscheidungsgremium der Wallfahrt, und Bischof Dr. Stephan Ackermann die Entwürfe der beiden ersten Preisträger zur Umsetzung als Pilgerabzeichen empfehlen. Außerdem solle die Arbeit aller Teilnehmenden dokumentiert und gewürdigt werden. Dazu soll es im Spätsommer eine Ausstellung aller eingereichten Arbeiten geben.

Eirik Kjolsrud erklärte nach der Preisverleihung, er sei „sehr aufgeregt“ und habe nicht mit einem Preis gerechnet. Es habe ihm viel Spaß gemacht, das Thema zu erforschen, gerade auch weil er aus einem protestantisch geprägten Land komme. Er habe recherchiert, was Wallfahrt und Pilgern für die katholische Kirche bedeute und sei zu dem Schluss gekommen, dass die „spirituelle Echtheit“ der Reliquie für die Pilger entscheidend sei. Eine Wallfahrt sei eine höchst persönliche Reise. Daher habe er für das Abzeichen das Motiv eines transparenten Heiligen Rocks gewählt. „Das Motiv tritt erst durch das individuelle Kleidungsstück des Pilgers hervor – somit trägt jeder Pilger seinen eigenen Heiligen Rock.“ Die Jury würdigte den Siegerentwurf als konsequente und eindeutige Umsetzung der in der Ausschreibung gemachten Vorgaben. „Gestalterisch besticht die Arbeit durch ihre Klarheit und formale Reduktion.“ Durch seine gebogene Form wirke das Abzeichen spannend und lebendig.

Auch Tala Yuan und Magdalena Meng freuten sich über die Auszeichnung und sagten, die Arbeit an dem Thema sei sehr interessant gewesen. Yuan hatte die Form des Rockes in dreidimensionaler Weise abstrahiert, die äußere Form besteht aus einem fließenden Band, so dass der Rock nur von vorne erkennbar ist. Die Jury nannte den Entwurf „geschlossen und vollständig“, er zeichne sich durch eine gestalterisch ansprechende Linienführung aus. Meng hatte als äußere Form ein Viereck gewählt, in dessen Inneres sowohl die Verästelungen eines Baumes als auch die Webstruktur von Kleidung erkennbar ist. Die Jury hob diese einfache äußere Form hervor und lobte: „Auf solch reduziertem Grundriss entwickelt die Entwurfsverfasserin eine feinspinnige organische Netzstruktur im Umriss des Heiligen Rocks. Gewünschte und beabsichtigte inhaltliche Ausdrucksweisen lassen sich trotz einem hohen Abstraktionsgrad nachvollziehen.“

Die Preise sind mit 2.500 Euro, 1.500 Euro und 1.000 Euro dotiert. Außerdem werden die Entwürfe von Simon Hipp Prades (Trier) und Bao Kochescheidt (Trier) zu je 750 Euro angekauft. Bei dem Wettbewerb waren Studierende aller Fachrichtungen der FH Trier Anfang des Jahres eingeladen worden, Entwürfe und ein Modell für ein Pilgerabzeichen als Andenken an die Wallfahrt 2012 einzureichen. Sowohl das Leitwort „und führe zusammen was getrennt ist“ als auch der Heilige Rock selbst, die Tunika Christi, sollten in dem Entwurf interpretiert werden. Das Material für den Entwurf war nicht vorgegeben, der Entwurf musste auch nicht zwingend eine Anstecknadel sein, sondern konnte auch in anderer Form etwa als Anhänger vorgelegt werden. Zur Jury gehörten neben Groß-Morgen und Sieveke auch Wallfahrtsleiter Monsignore Dr. Georg Bätzing, Professor Lothar Brügel (FH Trier), Diözesankonservatorin Dr. Barbara Daentler, die freie Künstlerin Anna Recker (Luxemburg) sowie Diözesanbaumeister Christoph Freitag.




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