Menü überspringen

Zusatzmenü:


Bereichsuntermenü:


 

Contentbereich:

Silvester

Silvester


Familien feiern (den Heiligen) Silvester
Vorschläge zu einer besonderen Jahres-Abschluss-Feier mit Kindern

"Silvester" / das Fest des Heiligen Papstes Silvester / das Jahresende (31.12.2013)
Feiern mit kleinen Kindern - Feiern mit älteren Kindern 

 
 

Heiliger Silvester gemeinsam feiern - mit kleinen Kindern


 
Der letzte Tag im Kalenderjahr ist das Fest des heiligen Papstes Silvester, der im vierten  Jahrhundert nach Christus gelebt hat und Zeitgenosse von Kaiser Konstantin war. Konstantin war der erste römische Kaiser, der sich zum Christentum bekehrte und taufen ließ. Während seiner Regierung endete die Zeit der schweren Christenverfolgungen und für Papst Silvester und alle Christinnen brach eine ruhigere Zeit an.

Zwischen dem Gedenktag des heiligen Silvester und dem Ende des Kalenderjahres gibt es keinen unmittelbaren inneren Zusammenhang. Doch seine Person ist mit einem Zeitenwechsel verbunden, von daher ist er der 'richtige' Heilige für das Ende eines alten und den bevorstehenden Anbruch eines neuen Jahres.

Der Jahreswechsel markiert symbolisch auch die Übergänge, die im Leben der einzelnen wie der Familie stattgefunden haben oder die mit Freuden oder Bangen im nächsten Jahr erwartet werden. Und er gibt Anlass, nochmals auf Umbrüche in Kirche und Gesellschaft zu sehen, auch wenn sie heute nicht immer so spektakulär sind wie zur Lebenszeit Silvesters.

Das Feuerwerk, das um Mitternacht den Jahreswechsel prägt, hat wohl seinen Hauptursprung in der Abwehr der Dämonen in der dunkelsten Jahreszeit; heute ist es eher Ausdruck der Freude zur Begrüßung des neuen Jahres. Gemeinsam mit vielen anderen verabschiedet man das alte Jahr, lässt Vergangenes hinter sich und wendet sich mit Hoffnungen und Erwartungen dem Neuen zu.

An vielen Orten rufen die Kirchen zur Aktion 'Brot statt Böller' auf: zur Spende gegen Hunger und Armut.
 
 

(Heiliger) Silvester gemeinsam Feiern

Vorbereitung

Jedes Familienmitglied (bei Kleinkindern: jede Familie) bringt Fotos / Postkarten / Briefe / Glückwunschkarten / kleine Erinnerungsstücke aus dem vergangenen Jahr mit (Dinge, die ausdrücken, was im vergangenen Jahr wichtig war).
Weiterhin benötigen Sie eine dicke Kerze (gegebenfalls für jede Familie eine), Zierwachsplatten aus dem Bastelgeschäft, ggf. eine Leine, die im Zimmer gespannt werden kann, und Wäscheklammern.
 
 

Ablauf

Beginnen

Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, zünden Sie die dicke Kerze an. Die Kerze kann an das Licht des Adventskranzes erinnern; wenn Sie wollen, können Sie nochmals die Erfahrung von Wärme ansprechen und die kleineren Kinder können dies vorsichtig erspüren.
Sie singen gemeinsam: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen ...”
 
 

Zurückschauen

Eine Mutter oder ein Vater leiten ein:
“Ein Jahr geht zu Ende. Wir wollen zurückschauen und erzählen, was uns im vergangenen Jahr wichtig gewesen ist.”
Zuerst zeigen die Kinder ihre Sachen und erzählen dazu, dann die Erwachsenen (möglichst jede nur jeweils ein Teil). Dazwischen können Sie passende Lieder singen, z.B. das Lieblingslied aus dem Ferienlager o.ä.
Die Erinnerungsstücke legen Sie dann, nach Monaten sortiert, auf einen Tisch oder Sie befestigen Sie an einer Leine (z.B. mit Wäscheklammern): So entsteht ein Jahresbild - oder eine ‘Jahreskette’, die gleichzeitig noch einmal verdeutlicht, wie lang und ereignisreich ein Jahr ist. Am Ende dieser Phase schauen Sie sich mit allen gemeinsam noch einmal das entstandene Werk an.
Anregungen: Wenn viele Kleinkinder dabei sind, können Sie mit den Dingen beginnen, die die Kinder interessieren. Sie können dann spielen, sobald sie unruhig werden, während die Erwachsenen in der Runde weiter erzählen!
Es ist auch möglich, die Rückbesinnung als Spiel zu gestalten. Dazu werden die Erinnerungsstücke in eine Tasche oder in eine Kiste gesteckt: Ein Kind/eine Erwachsene ziehen nacheinander ein Teil aus der ‘Geheimniskiste’ ziehen. Wer es mitgebracht hat, erzählt dann darüber.
 
 

nach vorne schauen

Nachdem Sie die Jahrescollage angeschaut haben, können Sie zusammen überlegen, was das neue Jahr bringen wird: z.B. die Geburt eines Geschwisterchens, die Einschulung eines Kindes, einen Umzug usw.
Für jedes Ereignis bzw. jede Erwartung wird ein Symbol aus Kerzenwachs angefertigt (oder einfacher: aus dem Zierwachs ein Kügelchen gerollt) und auf die dicke leuchtende Kerze gedrückt.
Dazu ist es möglich, jedesmal den Ruf “Ein neues Jahr ist da” zu singen (siehe Liedanhang). Diese Kerze kann Ihre Familiengruppe bei allen weiteren Treffen im Laufe des Jahreskreises begleiten!
 
 

Abschluss: danken / bitten / segnen

Eine Erwachsene spricht am Schluss Dank und Bitte aus, etwa in folgendem Sinne:
“Guter Gott, heute geht ein Jahr zu Ende.
Wir haben angeschaut, was wir im letzten Jahr erlebt haben.
Es gab viele schönen Stunden für uns.
Und wir wissen, dass wir in den traurigen nicht ganz allein waren.
Dafür danken wir Dir.
Das neue Jahr steht vor der Tür.
Sei Du wieder in unserer Nähe
- bei allem Schönen, bei allem Traurigem.
An diesem Abend segne uns, allmächtiger Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.'

Alle antworten: 'Amen'
 
 

Zur Vertiefung

Mit mehr oder weniger großem Aufwand wird weltweit immer der Jahreswechsel gefeiert. Nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Kinder ist der letzte Tag des Jahres etwas Besonderes. Was bedeutet dieser Wechsel für unseren Alltag und unser Leben?
  • Zwei Muster prägen unser Verhältnis zur Zeit: Das am Fortschreiten orientierte, das die Zeiteinheiten sozusagen als Einträge auf einem unendlichen Lineal sieht, an dem wir uns entlang bewegen. Und das auf die Wiederkehr - den Kreislauf der Jahreszeiten, den 7-Tage-Rhythmus der Woche - gerichtete, in dem immer wieder von vorn beginnt, was wir so oder anders schon einmal durchlaufen haben.
    Beide Muster finden sich auch im Umgang des Christentums mit der Zeit: Das so genannte lineare, also am Lineal orientierte Muster kennzeichnet die Zählung der Jahre, ausgehend von Christi Geburt nach vorne (und entsprechend rückwärts für die Zeit vor diesem Ereignis). Das so genannte zyklische, also am Kreislauf (Zyklus) ausgerichtete Muster liegt dem Kirchenjahr zu Grunde und damit auch dem Projekt 'Familien feiern Kirchenjahr'.
  • In beiden Zeitmustern gibt es Einschnitte: Sehr deutlich im linearen, wenn wir eine neue Markierung erreichen, und ganz besonders, wenn es eine Markierung ist, die sehr selten vorkommt, beispielsweise nur alle 1000 Jahre. Aber auch im Zeitverständnisses des Kreises, der ja eigentlich ohne Anfang und Ende ist, gibt es die besonderen Punkte, an denen sich “der Kreis schließt”, wie man so schön sagt. Für unsere Zeitrechnung bringt der 31. Dezember, der Gedenktag des heiligen Silvester, diesen Einschnitt.
    Ohne Feuerwerk und festliche Vorbereitung, ohne den Blick auf die Uhr, würden wir allerdings den ‘einschneidenden’ Wechsel gar nicht wahrnehmen. Zeit vergeht meist unmerklich. Und wie leicht wiegt uns der Ablauf der Wochen des Jahres, die Wiederkehr von Geburtstagen, der Wechsel von Arbeit und Urlaub, in einer Art von 'Ewigkeitsbewusstsein': so als ob das alles selbstverständlich immer so weiterlaufen würde, nur dass man dabei ein wenig älter wird.
  • Dass unsere Zeit aber begrenzt ist und nicht in unendlichem Maße zur Verfügung steht, wird uns bewusst durch Zeitmarken wie Silvester. Wir halten dann inne und an vielen Orten geschieht das auch im Rahmen eines Gottesdienstes zum Jahreswechsel. Fragen werden dann wach: nach dem Umgang mit unserer Zeit. Wie nutzen wir sie, womit bringen wir sie zu, mit wem teilen wir sie?
    Soll man nun angesichts dieser Überlegungen in eine - leichte oder schwerere - Panik verfallen oder dem 'gesunden Egoismus' mehr Raum geben, der uns sagt, möglichst viel vom Leben mitzunehmen, möglichst wenig zu verpassen, möglichst viel zu erleben? Und dabei möglichst Unangenehmes zu vermeiden, alles, was schwierig, traurig, dunkel ist, zu umgehen?
  • Der christliche Glaube bietet eine andere Antwort: Es geht nicht darum, bis zum unvermeidlichen Ende eine möglichst angenehme Zeit zu verbringen, sondern das Leben in seiner ganzen Vielfalt, in seiner Fülle anzunehmen.
Im einem der Weisheitsbücher des Ersten Testaments, dem Buch Kohelet, ist das auf schlichte und eindringliche Art formuliert:
“Alles hat seine Stunde.
Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
eine Zeit zum Pflanzen
und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
eine Zeit zum Steine werfen
und eine Zeit zum Steine sammeln,
eine Zeit zum Umarmen
und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen,
eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg
und eine Zeit für den Frieden.”

(Kohelet, Kapitel 3, Vers 1 - 8)


[Die Lieder finden Sie in der Druckausgabe von Familien feiern Kirchenjahr ( bestellen), oder zum Beispiel in „Unterwegs. Lieder und Gebete“, zu bestellen beim Deutschen Liturgischen Institut]
 


SERVICE



Diese Seite erreichen Sie unter: http://www.bistum-trier.de/goto/?1:47996