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Familien feiern Kirchenjahr

Familien feiern Kirchenjahr


Familien feiern Darstellung des Herrn ("Mariä Lichtmess")
In der Reihe "Familien feiern Kirchenjahr"
 
 

Darstellung des Herrn ("Mariä Lichtmess") im Kirchenjahr

Zwei Kerzen - Licht weitergegeben...
 
40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn.

In den Schriften der Bibel - besonders im Ersten Testament - taucht oft die Zahl 40 in Verbindung mit verschiedenen Zeiteinheiten auf: 40 Tage und Nächte dauerte die Sintflut (Buch Genesis, Kapitel 7, Verse 4 und 12). Ebenso lange Zeit ist der Prophet Elija unterwegs, bis er den Berg Horeb erreicht, wo Gott ihn erwartet (1. Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 8). 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte (Buch Josua, Kapitel 5, Vers 6). Und Jesus schließlich verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, bevor er begann, in der Öffentlichkeit von Galiläa zu wirken (Markusevangelium, Kapitel 1, Vers 13).
All diesen verschiedenen 40-Tage-Fristen ist etwas gemeinsam: Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung. Sie werden durchlebt, bevor Gott sich 'zeigt', bevor er seinen Willen offenbart, seine gute Absicht mit den Menschen. Darauf verweist in der biblischen Symbolsprache die Zahl 40.

In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die “Darstellung Jesu im Tempel” ein solches Ereignis, bei dem Gottes gute Absicht, sein Wille zum Heil des Menschen, offenbar wurde.
Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wurde Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Dies erinnert an die rettende Tat Gottes, durch die Israel aus dem Elend Ägyptens wunderbar herausgeführt wurde (Buch Exodus, 13. Kapitel, Verse 14 und 15). Für die Mutter erfolgte ein Reinigungs- und Segensritus. Die 40 Tage waren zudem ein wichtiger Schutzraum zwischen Mutter und Neugeborenem für die Entfaltung und Festigung ihrer Beziehung.
'Darstellung des Herrn' meint, dass Jesus Gott geweiht, übereignet ist. Es wird bezeugt, dass er Gottes Eigentum ist und bleibt. So wird öffentlich kund, was bisher an ihm verborgen war.

Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der alten Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst an diesem heiligen Ort versehen (vgl. das Lukas-Evangelium, 2. Kapitel, Verse 22 - 40). Simeon wartet mit Geduld und Sehnsucht, gesetzestreu und gottesfürchtig auf die Ankunft des Messias. Er hat die Gabe und Fähigkeit, in der ärmlichen Familie das Besondere, den Besonderen zu sehen. Simeon preist Jesus als das Licht der Welt. Seine Worte wurden von der Kirche in ein Gebet aufgenommen, das vor Einbruch der Nacht in Klöstern, Ordensgemeinschaften und verschiedenen Gemeinden gebetet wird (die Komplet). Auch die Prophetin Hannah spricht angesichts des Kindes einen Lobpreis Gottes und beginnt als erste Frau mit der Verkündigung dieser Heilsbotschaft an alle, die auf die Erlösung Israels harrten.

Ab dem 4. Jahrhundert werden an diesem Tag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Daher hat sich der Name “Maria Lichtmess” eingebürgert. Die weihnachtliche Lichtsymbolik kommt noch einmal zur Geltung - in vielen Kirchen finden Kerzenweihen und Lichterprozessionen statt. Mit Einführung des neuen Allgemeinen Römischen Kalenders von 1969 wurde dieses Fest in “Darstellung des Herrn” umbenannt, um die biblische Wurzel des Festes zu unterstreichen.
 

Darstellung des Herrn - gemeinsam feiern

Vorbereitung

Material für die Erzählung der biblischen Geschichte:
gelbe oder helle Tücher, braune Tücher als Weg gelegt, dunkelblaue oder schwarze Tücher als Nacht, Bauklötze für den Tempel, kleine Teelichter je nach Anzahl der Teilnehmenden, kleine Krippenfiguren: Maria, Josef, Jesus, evtl. eine Hirtenfigur als Simeon und eine andere Figur als Hannah, eine dickere Kerze als 'Jesuskerze';

Material für die “Sinnen-Spiele” oder die Fühlstraße:
je nachdem, welche Anregung Sie auswählen;

Material für “Du und ich sind wertvoll - ein Licht für die anderen”:
je nach Auswahl entweder kleine Edelsteine, farbige Glassteine bzw. Glasmurmeln; oder kleine Teelichter je nach Anzahl der Teilnehmenden.
 

Ablauf

Beginnen

Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, singen sie gemeinsam das Lied “Vom Aufgang der Sonne”. (Neues Gotteslob - N° 415 Die anderen Lieder finden Sie leider nicht online, sondern nur im Heft; Sie können es bestellen.)

Simeon und Hannah begegnen Jesus

Auf dem Boden oder auf dem Tisch wird mit den hellen Tüchern eine 'Mitte' gelegt, mit den Bauklötzen wird eine Wand herumgebaut - der Tempel entsteht in der Mitte. Um das Gebaute stellt jeder der Teilnehmenden sein Teelicht auf - jedoch ist es noch nicht entzündet. Schwarze oder dunkelblaue Tücher werden um das Gebaute gelegt, dann mit den braunen Tüchern ein Weg zum Tempel. Jetzt beginnt die Erzählung der biblischen Geschichte (Mit vorwiegend älteren Kindern können sie die nun vorgesehene Geschichte von der Begegnung mit Simeon und Hannah auch im Wortlaut der so genannten Einheitsübersetzung vortragen):

'Die Eltern Jesus lebten als fromme Juden und hielten sich an die Weisung Gottes, die 'Thora'. In einer dieser Weisungen wird Eltern geboten, 40 Tage nach der Geburt ihres erstgeborenen Sohnes nach Jerusalem in den Tempel zu reisen. Das taten Maria und Josef mit ihrem erstgeborenen Sohn Jesus. Was sich dabei ereignete, das wollen wir jetzt hören und sehen.'

Die Figuren von Maria, Josef und Jesus werden auf den Weg gestellt, dazu wird die dickere Kerze entzündet und ebenfalls auf den Weg gestellt.

'Als Maria und Josef mit ihrem Sohn in den Tempel traten, da waren dort zwei sehr fromme Menschen, ein Mann und eine Frau, die schon seit vielen Jahren ihren Dienst im Tempel versahen.”

Die Figuren des Simeon und der Hannah in den Tempel stellen sowie die Jesuskerze und Maria und Josef.

“Der Mann hieß Simeon. Er wartete schon seit Jahren auf die Rettung Israels, das unter der Herrschaft der Römer zu leiden hatte. Der Geist Gottes hatte ihm offenbart, er werde nicht eher sterben, als bis er den Messias, den Retter Israels, gesehen hätte.”

Jesus ganz nah zur Simeonfigur legen.

“Als Simeon das Kind in den Armen seiner Eltern erblickte, spürte er tief in seinem Innern eine große Zuversicht, und eine Erkenntnis wurde in ihm wach. Er fühlte plötzlich: Dieses Kind ist es! Auf es habe ich so lange gewartet. Er ging zu Maria und nahm Jesus behutsam in seine Arme. Dabei lobte er Gott mit lauter Stimme und sprach:
'Guter Gott, du hast dein Wort gehalten. Nun kann ich in Frieden sterben, denn ich habe ihn gefunden, den Messias, den Retter - das Licht der Welt.'
Josef und Maria staunten über seine Worte, und Simeon segnete sie.”

Die Jesusfigur zur Hannahfigur legen.

“Da trat die Prophetin Hannah hinzu. Als 84-jährige Witwe hatte sie den Großteil ihres Lebens Gott und dem Dienst im Tempel geweiht. Auch sie erkannte in Jesus den Messias, den Erlöser und pries Gott mit lauter Stimme. Danach ging sie aus dem Tempel hinaus und verkündete allen, die sich nach Rettung sehnten, von der Ankunft Jesu.”

Jetzt werden alle Teelichter nacheinander an der großen Kerze entzündet, so dass ein Lichterkranz entsteht.
 

Mit allen Sinnen leben

Der Prophet Simeon und die Prophetin Hanna hatten eine große Sehnsucht nach dem Retter Israels. Sie lernten mit den Jahren, äußerst aufmerksam in die Tage und in die Ereignisse hineinzulauschen, um ja den Messias nicht zu verpassen. Sie wussten, dass sich der Messias (und Gott) auch unscheinbar und ärmlich, fast nicht wahrnehmbar zeigen kann. Um ihn finden zu können, braucht es Geduld, innere Ruhe und eine große Wachheit. Und man darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Simeon und Hanna warteten so ihr ganzes Leben lang.
Die folgenden “Sinnen-Spiele” oder die Fühlstraße können dazu motivieren, im Alltag mehr mit allen Sinnen zu leben.

  • “Ich fühle deine Hände und sag´ dir, wer du bist”
    Die TN sitzen im Kreis und legen ihre Hände “versetzt” nebeneinander, sodass nie beide Hände einer Person nebeneinander liegen. Eine TN befindet sich mit verbundenen/geschlossenen Augen in der Mitte des Kreises. Durch Befühlen der Hände soll sie herausfinden, welche Hände zusammengehören und wem sie gehören.
  • Nachklang
    a. Eine Klangschale, Klangspiel, Gong o.ä. wird angeschlagen.
    Die TN gehen durch den Raum, wenn sie keinen Ton mehr hören, bleiben sie stehen. Wenn auch auch die Letzte nichts mehr hört, erzählen sie sich kurz, wie es ihnen beim “Nachhören” ging.
    b. Eine Klangschale, Klangspiel, Gong wird angeschlagen.
    Die TN sitzen mit geschlossenen Augen im Kreis oder verteilen sich im Raum. Die Augen werden erst geöffnet, wenn sie nichts mehr hört. Wenn alle TN die Augen offen haben, tauschen sie sich über die Frage aus: 'Was habe ich als Erstes gehört, als ich meine Augen wieder geöffnet habe?”
  • Einfühlsamer Rücken
    Die TN finden sich paarweise zusammen. Eine ist Malerin, die andere “einfühlsamer Rücken”. Nach einigen Versuchen wechseln die Rollen.
    a. Die Malerin berührt mit einer unterschiedlichen Anzahl von Fingern den Rücken der anderen TN. Diese soll nun erraten, wie viele Finger auf ihrem Rücken zu spüren sind (entweder die Zahl benennen oder mit den eigenen Fingern zeigen).
    b. Die Malerin zeichnet einfache Formen (Kreis, Sonne, Dreieck....) auf den Rücken der anderen TN, die diese erraten soll.
    c. Variante für größere Kinder oder Erwachsene: Zahlen, Buchstaben oder ganze Worte auf den Rücken schreiben und erraten 
  • “Kannst du mich riechen?”
    In leere Filmdöschen werden kleine Wattebäusche gelegt, mit verschiedenen Duftölen beträufelt und dann mit dem Deckel verschlossen. Jeder Duft muss doppelt vorhanden sein. Es werden so viele Döschen benötigt wie TN zugegen sind (z.B. bei zwölf TN sechs “Duftpaare”) - falls die TN-Zahl ungerade ist, kommt ein Duft drei Mal vor. Die Döschen werden alle in einen Korb gelegt, jede TN nimmt sich eines. Wenn alle ihre Döschen geöffnet haben und sich mit ihrem Duft vertraut gemacht haben, geht die Suche nach der Duft-Partnerin los. Wenn sich die Paare gefunden haben, tauschen sie sich kurz über “ihren” Duft aus: Riecht er gut oder schlecht? Warum? Woran erinnert er mich? ....
  • Eine Fühlstraße bauen - mit allen Sinnen leben
    In verschiedene Schuhkartons werden unterschiedliche Materialien hineingelegt, z.B. Watte, Perlen, Baumrinde, Kastanien, Alu-Folie usw. Dann wird ein Parcours mit Gläsern aufgestellt, die mit verschiedensten Getränken gefüllt sind, z.B. Limonade, Wasser, verschiedene Sorten Tee, Getreidekaffee etc.; schließlich noch ein Parcours aus Riechsäckchen, die mit unterschiedlichen Stoffen gefüllt sind, z.B. Lavendel, Seife, Parfum usw. Der Reihe nach durchlaufen alle die Fühl-, Schmeck- und Riechparcours und erzählen sich anschließend, was sie alles entdeckt und erkannt haben.
 

Du und ich sind wertvoll - ein Licht für die anderen

Der Prophet Simeon hat Jesus als das “Licht der Welt” erkannt und gepriesen. In der Bibel heißt es dann: “Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.” (Lukas-Evangelium, 2. Kapitel, Vers 33).
Oft sehen die nächsten Angehörigen nicht, welche Fähigkeiten die einzelnen haben, was Liebenswertes 'in' ihnen ist. Es kann ermutigend wirken, sich gegenseitig nur im guten Licht zu sehen und einander Angenehmes und Stärken mitzuteilen. Jede von uns hat “das Licht der Welt” in sich und damit eine große Würde.

Die beiden nachfolgenden Vorschläge sind als Alternativen gedacht.
  • 'Was mir an dir gefällt'
    Die Paare, die sich z.B. durch die Düfte gefunden haben, teilen sich gegenseitig mit, was ihnen aneinander gefällt.
    Dann treffen sich alle wieder im Kreis. In der Kreismitte liegen auf einem schönen Tuch kleine Edelsteine, farbige Glassteine oder Glasmurmeln. Zunächst werden die Schätze in der Mitte gemeinsam betrachtet und einige Gedanken dazu ausgetauscht. Ein Mitglied der Gruppe kann beispielsweise anregen:
    'Die Steine sind bunt und jeder für sich wertvoll. Manche wirken auch geheimnisvoll. Sicher sind sie sehr alt und könnten eine lange Geschichte erzählen ...'
    Anschließend holt sich jede TN nacheinander einen Stein aus der Mitte, befühlt ihn ein wenig und schenken ihn dann der “Duftpartnerin', mit der sie sich zuvor schon darüber ausgetauscht hat, was ihnen aneinander gefällt. Dazu könnte sie etwa sagen:
    “Du bist so wertvoll wie dieser Stein, weil ...' (Hier kann nun eine Eigenschaft genannt werden, die sie an der anderen besonders mag.)

    Bei einer einfacheren Variante kann der Stein auch mit den Worten: “Schön, dass es dich gibt” weiter geschenkt werden. Kleine Kinder können den Stein auch ohne Worte verschenken. Wichtig ist bei allen Varianten, dass jede einzeln beschenkt wird und der Rest der Gruppe dieses Ritual schweigend begleitet.
  • “Du bist wertvoll” oder: “Was ich an dir mag” In diesem Spiel bekommt jede die Gelegenheit, den anderen zu sagen, was sie an ihr mag. Es ist wie eine schöne warme Brause, die uns erfrischt und uns das Gefühl von Wärme gibt.
    Alle TN sitzen im Kreis. Irgendeine beginnt und setzt sich in die Mitte. Reihum hat jede die Möglichkeit, etwas zu sagen, was sie an der in der Mitte Sitzenden mag, was ihr gut tut. Das kann etwas Äußerliches, etwas an ihrem Verhalten - je nachdem; z.B.: ”Ich mag, wie du lächelst.” Oder: “Mit tut gut, wie du zuhören kannst.' Oder: 'Mir gefällt es, dass du mich nach dem Kindergarten immer in den Arm nimmst.' Es wird nichts zu dem gesagt, was der in der Mitte Sitzenden zugesprochen wird. Dies wird einfach so genossen, wie es ist, wenn andere lauter gute Dinge über eine sagen.
    Bevor die in der Mitte Sitzende wieder an ihren Platz im Kreis geht, bekommt sie ein brennendes Teelicht, das sie zur Jesuskerze, die zur Bibelgeschichte aufgestellt wurde, dazustellt - als Zeichen ihres Lichtes für andere.
    Es sollten alle einmal Mittelpunkt sein dürfen.

Segenslied

Abschließend kann das “Das wünsch' ich sehr' oder 'Mach’s gut, mach’s gut, mach’s gut' gesungen werden.


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