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Kirchenjahr: Karfreitag

Kirchenjahr: Karfreitag


Karfreitag im Familienkreis feiern
Aus unserer Reihe "Familien feiern Kirchenjahr"
Karfreitag feiern - Vertiefung
 
Karfreitag - gemeinsam feiernDer Karfreitag - die Vorsilbe 'kara' kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Trauer, Klage - ist ein Trauertag, dem Gedanken an Leid und Tod gewidmet. Jesus wurde durch den hohen Rat verhört (Evangelium nach Lukas, 22. Kapitel, Verse 63-71), dem römischen Statthalter Pontius Pilatus überliefert (Lk 23,1-5) und auf Verlangen der Volksmenge zum Tod am Kreuz verurteilt (Lk 23,26-56). Der Gekreuzigte wurde noch am selben Tag in ein Grab gelegt, da nach Sonnenuntergang der Schabbat begann, an welchem keine Arbeit mehr stattfinden durfte (Lk 23, 26-56).

Schon die ältesten Karfreitagsgottesdienste, von denen man weiß, beginnen mit der Neunten Stunde. Diese Stunde war nach den Evangelien die Todesstunde Jesu (Matthäus27, 46; Markus15,34; Lukas 23,44). Heute beginnt bei uns um 15 Uhr der Gottesdienst. Ungewöhnlich ist aber nicht nur die Stunde, sondern auch die Tatsache, dass dieser Gottesdienst, einzigartig für einen katholischen Feiertag, nicht als Eucharistiefeier stattfindet.

In drei Teilen wird das Geheimnis des Karfreitags gefeiert:
Der Wortgottesdienst hat wohl schon in seiner frühen Form die Lesung der Passionsgeschichte nach Johannes enthalten. Am Ende dieses Teils stehen die großen Fürbitten des Karfreitags, die an diesem Tag besonders auch Nichtglaubende einschließen.
Die anschließende Kreuzverehrung hat sich an Orten entwickelt, wo es eine Kreuzreliquie gab, also ein Stück Holz, von dem man annahm, es stamme vom Kreuz Jesu. Verbreitet ist heute die stufenweise Enthüllung eines zentralen Kreuzes. Alle Mitfeiernden geben dann ihrer Achtung Ausdruck vor dem Kreuz, das Jesus bis zum Ende auf sich genommen hat: durch Verneigung, Kniebeuge und weitere Gesten der Verehrung, z.B. das Niederlegen von Blumen.

In den evangelischen Kirchen spiegeln sich der Respekt und die Achtung vor dem Kreuz Jesu darin wieder, dass der Karfreitag insgesamt als einer der höchsten Feiertage gilt. Von Johann Sebastian Bach, dem größten evangelischen Kirchenmusiker, stammen eindrucksvolle musikalische Gestaltungen der Leidensberichte der Evangelien, die Johannes- und die Matthäuspassion.
Auch der katholische Ritus der Kreuzverehrung wird musikalisch vertieft. Gesänge, deren Wurzeln teilweise sehr weit zurückreichen, begleiten ihn. Dazu gehören z. B. Rufe, die dem Gekreuzigten in den Mund gelegt sind, bittere Vorhaltungen des Herrn an sein Volk. Die Form greift auf Stellen des Ersten Testaments zurück (z.B. aus dem Propheten Micha: Kapitel 6, Vers 3-5).
Den letzten Teil des Gottesdienstes am Karfreitag bildet eine schlichte Kommunionfeier, eröffnet mit dem Vaterunser, dem Tischgebet des Herrn. Die Kommunion wird verteilt aus Hostien, die in der Abendmahlfeier des Gründonnerstags gewandelt wurden.
 
 

Karfreitag gemeinsam feiern

Alternative 1 / Tränenkranz
Ostern und Karfreitag gehören zusammen, deshalb wird dieser Vorschlag beim Treffen am Ostersonntag wieder aufgegriffen und weitergeführt.

Vorbereitung
Sie benötigen Ihre Jahreskerze und ein Kreuz (es ist weniger wichtig, wie das Kreuz, das Sie nehmen, aussieht oder gestaltet ist; möglich ist ein Kreuz mit oder ohne Korpus);
ein Peddigrohrkranz (evtl. der auch für den Advent benutzte) / Stecknadeln (am besten ohne bunten Kopf) / aus blauem Papier geschnittene kleine Tropfen (in eine Schale legen).

es beginnt diesmal leise
Nachdem alle Familien zusammengekommen sind, beginnt ein Erwachsener:
“Wir beginnen heute ohne ein Lied und wir haben auch keinen geschmückten Tisch vor uns.”
Fragen Sie nun, ob einige Kinder wissen, warum nicht miteinander gesungen wird. Im Gespräch wird der Zusammenhang mit der Erinnerung an Jesus und die Trauer um seinen Tod hergestellt.
Danach zünden Sie die Jahreskerze an.

das Kreuz in unserer Mitte
Jetzt legen Sie das Kreuz in die Mitte: Kinder und Erwachsene sagen, was sie an diesem Kreuz entdecken oder woran es sie erinnert. Nehmen Sie sich dafür ausgiebig Zeit.
Danach geht es weiter:
“Wir wollen jetzt von Jesus und seinem Kreuz hören.”
Lesen Sie nun aus der Bibel das Evangelium des Johannes: Kapitel 19, Vers 17-30 oder erzählen Sie den nach.

Tränen sammeln
Versuchen Sie eine kleine Weile, gemeinsam Stille zu halten. Dabei können Sie mit einem kurzen Hinweis, z.B.: 'Wir schließen die Augen und denken an den traurigen Tod Jesu', die Stille plausibel machen.
Dann holen Sie den Peddigrohrkranz, die Stecknadeln und die Schale mit den blauen 'Tropfen' in die Das Kreuz-Bild am Boden oder auf dem Tisch... Mitte. Mit Kindern und Erwachsenen tragen Sie zusammen, worüber sie traurig sind, was sie traurig macht.
Für jede Nennung wird ein blauer Tropfen mit einer Stecknadel in den Kranz gesteckt. So entsteht nach und nach eine 'Tränenkrone'.








Ausklang
Nachdem eine Reihe von Tränen an die 'Krone' geheftet sind, lesen Sie abschließend noch aus der Bibel Johannes 19,38.41.42 oder erzählen Sie diese nach.

Zum Schluss wird ein Gebet gesprochen:
“Guter Gott,
heute erinnern wir uns an den Tod Jesu. Wir wissen, dass seine Freunde und seine Mutter sehr traurig waren. Auch wir kennen vieles, was uns traurig macht. Eben haben wir es einander erzählt. Du kennst unsere Traurigkeiten.
An Ostern hast Du deinen Sohn Jesus aus dem Grab auferweckt. Seine Mutter und seine Freunde brauchten nicht mehr traurig sein. Auch unsere Traurigkeiten wirst Du in Freude verwandeln. dafür danken wir Dir.”


Alle antworten:
“Amen.”

Hinweis
Sie können der 'Krone' und dem Kreuz bis Ostern einen entsprechenden Platz (vielleicht ein kleines Tischchen) in Ihrer Wohnung geben. Möglich ist es auch, die Palmbuschen vom vergangenen Sonntag dazu zu stellen.
Zur Verarbeitung der für die Kinder nicht leicht fassbaren Leidensgeschichte kann es eine Hilfe sein, 'Hinweise' auf die Überwindung des Todes in der Natur wahrzunehmen. Es bietet sich daher an, im Anschluss an dieses Treffen einen gemeinsamen Spaziergang zu unternehmen und dort nach Frühlingsboten zu suchen als Zeichen dafür, dass der Tod nicht das Letzte ist: Die Natur hat geschlafen, ein Ast sieht aus als ob er tot wäre und kein Leben mehr in ihm steckt. Aber die ersten Knospen zeigen: nach dem Tod kommt neues Leben.
 
Alternative 2 / Kreuzweg-Andacht mit Zeichen
Vorbereitung
Sie benötigen vier Schnüre (2x 1m und 2x 1,5m lang), ein kleines rundes Tischtuch, Ihre Jahreskerze, einen kleinen Laib Brot oder ein Fladenbrot, ein Tonbecher/Glas Wein oder Traubensaft, Zweige mit Dornen, ein Bild mit einer Hand, einen schweren Kieselstein, ein weißes Stoff(taschen)tuch, ein Stück Holz, vier Nägel, einen Hammer, eine Rose, pro TN ein Kreuzmandala auf DIN A 4 oder A 3 vergrößert.

Alle versammeln sich möglichst in einem Sitzkreis auf dem Boden, sonst um einen Tisch. Die Mitte bleibt zum Gestalten frei.
  • Ein Erwachsener begrüßt und beginnt, indem er an das letzte Abendmahl erinnern. Dazu legt er eine Tischdecke in die Mitte, stellt Brot und Wein/Traubensaft hinzu und lädt die anderen ein zu erzählen, was ihnen vom Gründonnerstag noch in Erinnerung ist.
    Dann werden über das Tischtuch zwei kurze Schnüre parallel quer gelegt und zwei lange parallel längs: Kreuzwege entstehen.
    Nachdem Jesus gefangen genommen und gefesselt wurde, wurde er zum Verhör vorgeführt. Der jüdische Hohe Rat erklärte ihn für schuldig und übergab ihn Pontius Pilatus, dem Vertreter der römischen Besatzungsmacht. Jesus wurde verspottet und gegeißelt, er wurde mit Dornen gekrönt.
  • Die Zweige mit den Dornen werden in einem Kreis um die Mitte mit Brot und Wein gelegt.
    Jesus wird zum Tod verurteilt, zum Tod durch das Kreuz. Mit dem Kreuzesbalken beladen beginnt er seinen Kreuzweg.

  • Die Kerze wird auf den rechten Teil des Schnürekreuzes gestellt. Ein Stein wird dazugelegt.
    Das Kreuz ist schwer, die Hitze quält Jesus, die Geißelung hat ihn geschwächt und er bricht mehrmals unter der Last des Kreuzes zusammen. Er ist dieser Art von Belastung kaum gewachsen.
  • Der Stein wird drei Mal fallen gelassen, sodass der Aufprall zu hören ist (bei Kachelfußboden Holzbrett unterlegen). Dann wird die Kerze auf den oberen Teil des Schnürekreuzes gestellt.
    Da spürt er die helfenden Hände eines Bauern, der vom Feld kommt. Es ist Simon von Cyrene, der ihm hilft und den Kreuzbalken mitträgt.
  • Zu der Kerze wird das Bild einer Hand hinzu gelegt. Und die Kerze wandert weiter zum linken Arm des Bodenkreuzes.
    Als Jesus der Schweiß und das Blut über das Gesicht läuft, er kaum noch aus den Augen sehen kann, da erfährt er ein weiteres Mal, was helfende Hände für ihn tun. Eine Frau tritt mutig durch die Reihe der Soldaten, nimmt ein Tuch und wische Jesus damit den blutigen Schweiß aus dem Gesicht. Es ist Veronika, die in ihrem Tuch das Abbild Jesu mit nach Hause trägt.
  • Jetzt wird das Stoff(taschen)tuch hinzu gelegt. Die Kerze wird auf den längsten Arm des Kreuzes gestellt.
    Kurz bevor Jesus den Berg der Kreuzigungsstätte erreicht, dieser Berg wird Golgotha, d.h. Schädelhöhe, genannt, begegnet er seiner Mutter. Sie lässt ihren Sohn in dieser Stunde nicht allein, aber sie muss hilflos mit ansehen, was Jesus erleidet. Ihre Liebe scheint machtlos. Doch in der kurzen Begegnung mit Jesus spüren beide ihre tiefe Verbundenheit und Trost.
  • Eine Rose wird hinzu gelegt als Zeichen der Liebe.
    Jesus hat den Ort seiner Hinrichtung erreicht. Mit brutaler Gewalt wird er an das Holz genagelt. Entsetzliche Schmerzen quälen ihn, doch er kann der Macht der Soldaten nicht entrinnen.
  • Das Stück Holz wird an den unteren Rand des längeren Armes des Bodenkreuzes gelegt, die Nägel werden in das Holz geschlagen.
    Dann wird das Kreuz aufgerichtet, und nachdem Jesus spürt, wie der Tod naht, vertraut er sich ganz und gar Gott an, legt sein Leben in Gottes Hände und stirbt.
  • Die Kerze wird ausgeblasen. Alle bleiben einen Moment im Schweigen sitzen, betrachten das Bodenbild.
    Mit älteren Kindern bietet sich im Anschluss ein Gespräch an über die einzelnen Situationen dieses Kreuzweges.

Mandala - auch zum Ausmalen
Mandala - auch zum Ausmalen
Kreuzmandala
Abschließend kann das Kreuzmandala ausgemalt werden, entweder allein oder zu zweit oder dritt. Beim Ausmalen kann erfahrbar werden, dass alles miteinander im göttlichen Mittelpunkt verbunden ist.
 


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