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St. Martin

St. Martin


Martin von Tours - Sankt Martin...
In der Reihe: Familien feiern Kirchenjahr

Martin von Tours ist einer der beliebtesten Heiligen der Kirche (im Bistum Trier sind mehr als 70 Pfarreien Martins-Pfarreien!). Martin ist der erste Nicht-Märtyrer, der in der Kirche öffentlich als Heiliger verehrt wurde. Hier: viele Anregungen, sein Fest im Familienkreis zu feiern.
 
 

Der heilige Martin von Tours

St. Martin gemeinsam feiern
 
Über Martins Leben sind wir u.a. durch die Aufzeichnungen seines Freundes Sulpicius Severus unterrichtet, festgehalten schon zu Lebzeiten des Heiligen.

Als Martin 316/17 zu Sabaria in Pannonien (heute Ungarn), einer Provinz des römischen Reiches, geboren wurde, befand sich dieses Reich mitten in einem großen Umbruch, der auch die Christen betraf. Denn drei Jahre zuvor war die christliche Religion durch ein Gesetz, das sogenannte Mailänder Edikt, staatlich zugelassen und anerkannt worden. In der Folge ließen sich nicht nur viele Menschen taufen, sondern auch der Einfluss der Kirche im Reich wuchs: Kirchengebote wurden zu Reichsgesetzen und Kirchenstrafen hatten staatliche Ächtung und sogar Verbannung zur Folge. Martin wuchs im oberitalienischen Pavia auf; mit zwölf Jahren bewarb er sich gegen den Willen seiner Eltern um die Aufnahme als Taufbewerber ins Katechumenat (die Zeit der Glaubensunterweisung, vom griechischen Wort für belehren, unterrichten).

Die legendäre Begegnung mit dem Bettler fällt in seine Zeit als Offizier im römischen Heer noch als Ungetaufter. Mit 18 Jahren empfängt Martin die Taufe und verlässt die Armee; er will Gott mehr dienen als dem kaiserlichen Befehlshaber. Als junger Geistlicher stellt sich Martin zuerst in den Dienst des Bischofs von Poitiers. Dieser muss wegen Glaubensstreitigkeiten der jungen Kirche, die angesichts der neuen Stellung der Kirche plötzlich auch Folgen für die Einheit des Reiches haben, vorübergehend fliehen. Nach einer Missionstätigkeit in Pannonien entschließt sich Martin, als Einsiedler zu leben und so Gott näher zu kommen. 360 gründet er bei Poitiers das erste Mönchskloster in Gallien. Im Jahre 371 schließlich wird er von der großen Mehrheit der Diözese gedrängt, den Bischofssitz von Tours anzunehmen.

Am 8. November 397 starb Martin auf einer Missionsreise in Candes, am 11. November wurde sein Leichnam von Bürgern von Tours dorthin überführt. Über seinem Grab wurde eine erste Kapelle errichtet und zwischen 470 und 474 eine große Basilika, die ein Nationalheiligtum Galliens war; sein Grab ist noch heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Der heilige Martin wurde zum bedeutendsten Heiligen und Schutzpatron des Frankenreichs, das große Teile des heutigen Frankreichs umfasste. Viele Klöster und Kirchen im fränkischen Gebiet sind nach ihm benannt.

Martins Mantel, lateinisch: cappa, wurde von den fränkischen Königen auf ihren Reisen von einem Residenzort, Pfalz genannt, zum anderen mitgeführt – als ein symbolisches Zeichen für Barmherzigkeit und Schutz. Aufbewahrt wurde der Mantel jeweils in einem eigenen Raum der Pfalz: der Kapelle (von »capella«: Verkleinerungsform von »cappa«).

In vielen Bräuchen lebt die Erinnerung an Sankt Martin fort und hat seinen Tod weit überdauert. Im weltweiten kirchlichen Abendgebet heißt es deshalb an diesem Tag:

»O unvergleichlicher Mann!
Die Mühsal des Lebens konnte dich nicht bezwingen,
der Tod dich nicht besiegen!«
 
 

Sankt Martin - gemeinsam feiern

Vorbereitung
Sie benötigen
  • den Text der Martinslegende;
  • Martinslaternen;
  • zum Backen (Zutaten für etwa 16 Martinswecken): 1 kg Weizen(vollkorn)mehl; 4 Teel. Backpulver; 4 Teel. (Meer-)Salz, 1 kg Quark; 4 Eier; Zucker;
  • zum Malen: Tapetenrolle oder große Papierbögen (A 3); Wachsmalstifte; Fingerfarben (für großformatige Bilder eignen sich Wachsmalsstifte oder Fingerfarben besser; Buntstifte arbeiten für diesen Zweck zu kleinteilig, das Malen wird mühsam).
  • zum Spielen: Materialien für »Helfer-Spiele« (siehe beiliegendes Blatt);
  • für die Alternative mit vorwiegend kleineren Kindern:
    Legematerial aus dem Kinderzimmer (das können sein: Bausteine, Spielfiguren usw.); Tücher oder eine große Decke als Untergrund
 
 

Ablauf

die Laternen

Nachdem Sie sich versammelt haben, zünden Sie die mitgebrachten Laternen an (verdunkeln Sie dazu ggf. das Zimmer). Dabei können Sie das Lied »Martin ist ein frommer Mann« singen.

Ein Erwachsener spricht den Anlass des Treffens an:
»Martin von Tours war einer der Menschen, die Heilige geworden sind. Wir werden nachher noch von ihm hören.«
»Viele Heilige haben sich in ihrem Leben darum bemüht, dass es in unserer Welt gerechter zugeht. Im Bild gesprochen: Das Leben soll heller und freundlicher werden. Beim heiligen Martin erinnern die Laternen daran. Wir wollen uns eure Laternen ein wenig genauer anschauen.«
Jedes Kind stellt seine Laterne vor. Vielleicht kommen dabei schon Elemente aus dem Leben des heiligen Martin vor.

Ein Erwachsener leitet über:
»Aus dem Leben des heiligen Martin kennen wir viele Geschichten.
Einer seiner Freunde hat sie noch zu Lebzeiten des heiligen Martin aufgeschrieben. Wir wollen uns einige davon anhören.«
Ein Erwachsener erzählt die Martinslegende oder auch eine Auswahl daraus .
 
 

gemeinsame Zeit

Möglichkeiten
Die weitere Zeit können Sie auf verschiedene Weise miteinander gestalten: Wenn Sie genügend Zeit haben, können Sie dabei alle Vorschläge nacheinander umsetzen. Sie können in Ihrer Gruppe aber auch verschiedene Aktivitäten gleichzeitig setzen. Dabei verteilen Sie sich zu zweit oder mehreren, den Vorschlägen entsprechend.

backen
Backen Sie ganz besondere Martinswecken: Aus den vorbereiteten Zutaten rühren Sie einen Teig. Versuchen Sie jetzt, daraus Formen zu schneiden oder zu kneten, die sich von den gängigen Brezeln oder Weckmännern unterscheiden: eine Gans, ein Pferd, einen Mantel, eine Bischofsmütze. Dann das Ganze bei 180 °C ca. 20 Minuten backen.

malen
Malen Sie gemeinsam einen Martins-Fries (d. h. ein Wand- oder Fensterbild), das bis zum Advent aufgehängt werden kann.

spielen
Probieren Sie die »Helfer-Spiele« aus.

Ausklang
Als Abschluss Ihres Treffens singen Sie noch einmal gemeinsam ein Martinslied.
 
 

Alternative mit überwiegend kleineren Kindern

Nach dem Anschauen der Laternen leiten Sie wie vorgesehen zur Martinslegende über, die aber nicht nur erzählt, sondern spielerisch umgesetzt wird.
Bereiten Sie dazu gemeinsam eine Art »Zimmertheater« vor.
Sprechen Sie sich untereinander ab, und dann gestaltet jede Gruppe (oder Familie) mit dem vorbereiteten »Legematerial« – möglichst auf je einem Tuch oder auf einer großen, einfarbigen Decke – die »Bühne« für einen Legendenabschnitt:
die einen das Elternhaus des heiligen Martin; die anderen das Stadttor (evtl. auch die Stadt), wo Martin den Bettler trifft; die dritten den Wald, in dem Martin mit seinen Freunden ein einfaches Leben führt; die vierten den Bauernhof mit Gänsestall, in den Martin sich flüchtet; schließlich die Kirche, in der Martin zum Bischof geweiht wird.
Kinder besitzen, gerade wenn sie im Kindergartenalter sind, eine große Symbolfähigkeit: Ein Playmobil-Figürchen kann zum heiligen Martin werden, wenn es einen roten Stoff als Mantel bekommt; Puppenstuben- oder Legofiguren werden in den Augen der Kinder zu Menschen einer Stadt, in einem fernen Land, wenn man die Figuren entsprechend vorstellt.
Dann erzählt ein Erwachsener die Martinslegende. Dabei setzen die Kinder die Martinsfigur und auch die anderen Figuren innerhalb der aufgebauten Szenerie weiter, immer dem Text entsprechend.
Mit Backen, Malen oder Spielen geht es weiter.
 
 

Weitere Martins-Informationen

Viele Informationen über St. Martin, Martinslegenden und -geschichten, Martins-Bräuche, alle Lieder und überhaupt fast alles zu St. Martin finden Sie auf dem großen Martinsportal vom Erzbistum Köln: www.martin-von-tours.de

Kleiner, älter, aber auch nicht uninformativ: St. Martin auf www.bistum-trier.de
 


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