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Rundfunkarbeit

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Samstag, 18. Oktober 2014

Zwischenruf SR1 und SR3
Gier frisst: Vertrauen

„Das Geld liegt auf der Straße“, heißt es. Aber was passiert, wenn tatsächlich mal eine größere Geldsumme einfach so auf dem Asphalt liegt? Wie verhalten sich die Menschen dann, noch dazu in einer Bankenstadt wie Frankfurt am Main? Ist die Gier größer als die Scham? Und kann man den Menschen wirklich vertrauen, wenn es um den schnöden Mammon geht? Darum ging es bei dem Kunstprojekt „Gier frisst: Vertrauen“ des Darmstädter Künstlers Ralf Kopp.

Vor der Katharinenkirche auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil bildete der Künstler aus 54.000 Ein-Cent-Münzen das Wort „Vertrauen“ - in jeweils einen Meter hohen und einen halben Meter breiten Buchstaben. Das sah schön aus, das glänzte – eine Versuchung für die vielen tausend Passanten, die die Zeil täglich bevölkern.

In der Kirche selbst begleitete eine Ausstellung das Experiment vor der Tür und erörterte mit verschiedenen Exponaten die Frage, wo und wie die Menschen von Geld beeinflusst werden.

Das geldwerte Kunstwerk draußen blieb einen Tag lang weitgehend unangetastet. Mit versteckter Kamera filmte der Künstler, dass einige Passanten sogar Münzen dazu legten. Andere, augenscheinlich Gutsituierte, steckten sich dagegen lieber was ein. In der ersten Nacht aber wurde innerhalb von nur anderthalb Stunden alles Geld komplett abgeräumt. Dabei war das Experiment eigentlich auf zwei Wochen angelegt gewesen.

Mit diesem abrupten Ende war der Künstler Ralf Kopp dennoch nicht unzufrieden. Den Großteil des Geldes sammelten nämlich vier Jugendliche ein – allerdings nicht in die eigene Tasche, sondern in die Plastiktüte eines Obdachlosen.

Ralf Kopp meint, dass er mit dem Experiment mehr positive als negative Erfahrungen gemacht hat. „Ich habe mir gewünscht, dass Menschen [das Geld] einstecken, die es wirklich nötig haben. Schön, dass das nun wenigstens zum Teil in Erfüllung gegangen ist.“ Und weil auch der Erlös der Ausstellung der Obdachlosenarbeit der Katharinenkirche zu gute kam, kann man feststellen: Vertrauen in die Menschen lohnt sich eben doch!

 


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