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Pressedienst

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Mittwoch, 25. Juli 2012

Kultur
Balthasar Fischer hätte es gefallen
Fünfte Verleihung des Balthasar-Fischer-Preises in Trier

Die beiden Preisträger: Dr. Julia Knop und Père Michel Steinmetz
Trier – Für ihre herausragenden Forschungsarbeiten in der Liturgiewissenschaft wurden Dr. Julia Knop aus Freiburg und Père Michel Steinmetz aus Straßburg mit dem Balthasar-Fischer-Preis ausgezeichnet. Den mit 4.000 Euro dotierten Preis hat das Deutsche Liturgische Institut am 23. Juli im Rahmen der elften Trierer Sommerakademie verliehen.

„Balthasar Fischer hätte großen Gefallen an unserem beiden Preisträgern gefunden“, sagte Professor Dr. Martin Klöckener während der Feierstunde im Robert-Schumann-Haus in Trier. „Für ihn waren das Engagement für Frauen in der theologischen Forschung sowie die Deutsch-Französische Zusammenarbeit immer wichtige Aspekte seiner Arbeit gewesen“, freute sich der Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Liturgischen Instituts (DLI) in seiner Laudatio für die beiden Preisträger Julia Knop und Michel Steinmetz.

Der vom DLI ausgelobte Balthasar-Fischer-Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Er soll das Studium der Liturgie – insbesondere der katholischen Kirche – und die liturgiewissenschaftliche Forschung fördern. Im Jahr 2012, in dem Balthasar Fischer 100 Jahre alt geworden wäre, entschied sich die fünfköpfige Jury, die Auszeichnung zu teilen. „Es wurden elf Arbeiten eingereicht. Da fiel die Auswahl nicht leicht. Die beiden nun ausgezeichneten Studien ragten gleichermaßen in Qualität, Originalität und Bedeutung aus allen Bewerbungen heraus. Beide Arbeiten sind eine besondere Bereicherung der Fachdiskussion“, erklärte Klöckener die Auswahl.

Julia Knop erhielt die Auszeichnung für ihre Habilitationsschrift „Ecclesia orans. Liturgie als Herausforderung für die Dogmatik“, die von der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg im Jahr 2011 angenommen wurde. Die Privatdozentin, Jahrgang 1977, setzt sie sich in ihrer Arbeit grundlegend mit der Frage auseinander, ob Liturgie als Grundlage der Dogmatik angesehen werden kann. Das Ergebnis ist eine liturgietheologische Profilierung der Dogmatik.  „Mit ihrer Ausarbeitung bringt sie die Diskussion um das Verhältnis von Liturgie und Glaube entscheidend weiter“, lobte Klöckener die Preisträgerin. Der ebenfalls ausgezeichnete Père Michel Steinmetz erhielt den Preis für die an der Université Paris-Sarbonne eingereichte Dissertation „Munus Musicae Sacrae Ministeriale. Ein neuartiger Ausdruck des Zweiten Vatikanischen Konzils: geschichtlicher Ursprung, Bezugsrahmen, Bedeutsamkeit“. „Bei seiner Arbeit stellt er die dienende Aufgabe der Kirchenmusik in den Fokus. Mit Rückgriff auf biblische Quellen hat er mit einem eignen innovativen Ansatz eine theologische Verortung der Kirchenmusik geschafft. Kirchenmusik ist kein Requisit, das nur der Verschönerung des Gottesdienstes dient, sondern hat auch eine eigene theologische Funktion“, sprach Klöckener dem Priester des Bistums Straßburg seine Anerkennung aus.

Das 1947 gegründete Deutsche Liturgische Institut vergibt seit 2004 alle zwei Jahre den Balthasar-Fischer-Preis.  Der Namensgeber der Auszeichnung für Wissenschaftler war einer der bedeutendsten Liturgiker im ausgehenden 20. Jahrhundert. Fischer hatte die erste Professur für Liturgiewissenschaft an einer deutschen Theologischen Fakultät inne. Ohne seine Forschungsarbeit wären die liturgische Erneuerung sowie die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht denkbar gewesen.




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