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Pressedienst

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Freitag, 30. Mai 2008

Bildung
„Die Provokation der neuen Atheisten“
Philosoph spricht über Wiederkehr der Religionskritik

Prof. Dr. Holger Zaborowski sprach über die Wiederkehr der Religionskritik

Trier – „Mit einer sehr großen Schlagkraft gibt es eine Wiederkehr der Religionskritik". Das hat der der in den USA lehrende deutsche Philosoph Prof. Dr. Holger Zaborowski während seines Vortrags „Die Provokation der neuen Atheisten" am Mittwoch, 28. Mai an der Katholischen Akademie in Trier betont.

Es sei eine Herausforderung, sich mit den Argumenten der Atheisten auseinanderzusetzen. In die Reihen klassischer Kritiker wie Feuerbach, Marx, Freud und Nietzsche, die einst den „Tod Gottes" feststellten, reihten sich heute Literaten ein wie Richard Dawkins, Edward O. Wilson, Christopher Hitchens oder auch Michael Schmidt-Salomon ein. Zaborowski forderte, sich mit den Religionskritikern auseinanderzusetzen. Nach seiner Ansicht haben die meisten Kritiker ein falsches Religionsverständnis. „Das Verständnis dieser Kritiker von Religion ist oft sehr simplifizierend, sie gehen von Religion als extrem naiven, kindlichen Glauben aus". Zwar gäbe es Formen von Religion, die kritikwürdig seien, doch könne man damit nicht jede Religion gleichsetzen. Dass vor allem in den USA Religion oft als wissenschaftsfeindlich angesehen werde, hänge mit der starken Präsenz kreationistischen Gedankengutes zusammen, das die Evolutionslehre als Widerspruch zur wörtlich verstandenen biblischen Schöpfungsgeschichte sehe.

Nach Ansicht Zaborowskis ist das Niveau der „neuen Atheisten" oft wesentlich niedriger als bei den Klassikern wie Marx oder Feuerbach. „Es gibt eigentlich keine neuen Argumente", stellte Zaborowski mit Blick auf deren Schriften fest. Zudem stießen viele der neuen Kritiker, die sich selbst als Wissenschaftler sähen, auf Widerstand bei Naturwissenschaftlern, da sie eine sehr polemische und unwissenschaftliche Darstellungsweise pflegten. „Der neue Atheismus stellt ein sehr einfaches Weltbild auf", sagte Zaborowski. Abschließend forderte er nebe n der Auseinandersetzung mit den Kritikern von Christen auch, sich mit dem eigenen Glauben auseinsanderzusetzen. Der Glaube müsse die Freiheit Gottes und des Menschen gewährleisten und dürfe nicht funktionalisiert werden, um politische oder gesellschaftliche Ziele zu erreichen. Trotz des Elends in der Welt sei es gut und vernünftig, an Gott zu Glauben.




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