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Pressedienst

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Donnerstag, 19. März 2009

Bildung
„Wer glaubt, denkt besser"
Podiumsdiskussion im Theater Trier

Diskutierten zur Frage „ Wer glaubt, hört auf zu denken!?“: Gerhard Krieger, Joachim Kahl, Moderator Volker Göttsche, Margit Eckholt und Peter Larsen (v.l.n.r.)

Trier – „´Wer glaubt, hört auf zu denken!?´ - Streit um Gott" war der Titel einer öffentlichen Podiumsdiskussion, zu der die Katholische Akademie Trier und die Abteilung Pastorale Felder des Bischöflichen Generalvikariats in Zusammenarbeit mit dem Theater Trier am 17. März ins Trierer Stadttheater eingeladen hatten. Sie war Teil der 2. Theologischen Frühjahrsakademie, die sich mit dem Thema „Neue Sprachen für Gott? – Religiöses Verstehen heute" beschäftigte.

„Der christliche Glaube mutet den Gläubigen einiges zu", sagte Moderator Volker Göttsche, Chefredakteur der Zeitschrift „chrismon plus rheinland" der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu Beginn der Diskussion. Als Beispiel nannte er den biblischen Schöpfungsbericht. Auch die Frage, wie ein allmächtiger und liebender Gott Auschwitz, den 11. September oder den Amoklauf von Winnenden zulassen könne, wecke viele Zweifel. Eine Folge sei: Immer mehr Menschen in Deutschland bezeichneten sich als nicht gläubig.

Prof. Dr. Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern, sprach dagegen von der „großen Liebesgeschichte Gottes mit der Welt". Es stecke viel an Gefühlen im Glauben, aber eben nicht nur. Gläubige müssten sich immer wieder auf die Suche machen. Dazu gehöre, sich die Texte der Bibel und die vielen anderen großen theologischen Schriften zu erschließen und sie verstehen zu wollen. Die Frage nach dem Leid bleibe „ein Stachel im Fleisch". Doch sei dies eine Erinnerung daran, dass Gott auch ein leidender Gott sei, der jedem an der Seite stehe bis in den Tod.

Prof. Dr. Gerhard Krieger, Professor für Philosophie an der Theologischen Fakultät Trier, erklärte: „Zum Glauben gehört denken. Wer glaubt, denkt besser." Der Glaube gebe den Menschen eine Perspektive für das eigene Leben und für die Welt im Ganzen, „dass die Begrenztheit des Lebens nicht so bleiben muss, sondern: Erfüllung ist möglich."

Der Marburger Philosoph Dr. Dr. Joachim Kahl, der sich selbst als überzeugten aber offenen Atheisten bezeichnete, sprach dagegen mit Blick auf das Leid in der Welt von der „Unplausibilität des Gottesglaubens." Auch ohne Glaube lasse sich das Leben mit Sinn und Verstand meistern. Religion sei ein Menschengebilde, sagte Kahl. Er räumte aber ein: „Der Atheismus lässt sich genauso wenig beweisen wie der Gottesglaube."

Dr. Peter Larsen, Musiktheater- und Konzertdramaturg am Trierer Stadttheater, erklärte, Zweifel gehörten zum Glauben. „Wer glaubt, muss mit Paradoxien leben." Um die Probleme der Welt zu lösen, sei ein intensiver Dialog zwischen Wissenschaft und Religionen auf Augenhöhe nötig. Wissenschaftliche Theorien erklärten möglicherweise nicht alles: „Wir stehen vor einem Wald von Fragezeichen. Da müssen wir auch einmal Demut vor dem zeigen, was uns verschlossen bleibt."




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