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Pressedienst

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Dienstag, 1. Mai 2012

Heilig Rock-Wallfahrt
"Monotonie war nie der Modestil Gottes"
Kasseler Theologin Prof. Rahner spricht beim Ökumenischen Wochenimpuls

Theologin Johanna Rahner spricht beim Ökumenischen Wochenimpuls in der Konstantin-Basilika
Trier –  Mittendrin stehe die Kirche, zwischen Tradition und Wandel. Denn Glaube sei nicht mehr selbstverständlich, aber die Sehnsucht nach Gott auch nicht abhanden gekommen. Dies erklärte die Kasseler Theologin Prof. Johanna Rahner in ihrem Vortrag im Rahmen der Ökumenischen Wochenimpulse der Heilig-Rock-Wallfahrt am 30. April in der Trierer Konstantin-Basilika. Ihr Thema: „Gut angezogen? – Nachfolge in Tradition und Wandel?“.

Eine zu steife Rückbesinnung auf die Tradition sei verkehrt, denn „wer nur zurückblickt, verpasst, wenn sich vor ihm ein Gewitter zusammenbraut“, sagte Rahner. Soziologische Veränderungen fänden statt, diese seien auch nicht aufzuhalten. Doch wer denke, dass der christliche Glaube nur als Gegenentwurf zur heutigen Welt denkbar sei, „der hat nichts von der Dynamik verstanden, dass Gott in die Welt gekommen ist, Mensch geworden ist. Unmittelbar“, sagte Prof. Rahner, die seit 2010 in Kassel am Lehrstuhl für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie arbeitet. Wandel sei sogar eine Rückbesinnung auf Traditionen, erklärte Rahner. Denn vor der Gegenreformation hätte sich das Katholische gerade durch eine Vielfalt an Wegen der Nachfolge Christi ausgezeichnet. „Monotonie war nie der Modestil Gottes“, sagte Rahner.

Glaube darf gefeiert werden

„Die Kirche muss offen sein und hinaus gehen“, sagte Rahner. „Sie muss sich auf dem Markt der Möglichkeiten präsentieren, wissentlich, dass ihr ‚Produkt’ auch etwas taugt“, denn sie habe Platz in der Welt. „Die Wahrheit des Christentums ist eine Wahrheit für die Welt und in der Welt“, sagte Rahner. Dabei dürfe Kirche die Menschen auf ihrer Sinnsuche nicht festhalten. „Sie soll vielmehr Herberge ihrer Suche sein“, sagte die 1962 in Baden-Baden geborene Theologin. Manchmal dürfe man sich auch in der Kirche „aufbrezeln“, denn „Glaube darf gefeiert werden“, sagte Rahner. Liturgie lebe vom Erlebnis.

Die christliche Kirche sei kein Selbstzweck. Sie habe sich auch kritisch „ins Spiel zu bringen“, wenn es etwa um politische und gesellschaftliche Fragen gehe. „Denn da haben wir was zu sagen.“ Wer die Ärmel hochkrempelt und zupacke, der könne sich auch schmutzig machen. Es könnten auch Fehler passieren. „Aber er tut etwas.“

Die Heilig-Rock-Wallfahrt sieht Rahner keineswegs als veraltet. „Ich denke, es ist eine Erfahrungsmöglichkeit der Vielfalt von Kirche“, sagte die Theologin. Viele Menschen kämen aus den verschiedensten Gründen und Vorraussetzungen nach Trier, um an der Wallfahrt teilzunehmen. „Daran sieht man“, sagte Rahner, „dass die Kirche ein buntes und vielseitiges Gesicht hat. Viele Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg, sehen dass sie nicht allein sind. Und das macht den Charme von Kirche aus“.  




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