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Kunstwerk des Monats

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel
jeweils ein Objekt aus unserer Sammlung.



Leuchterpaar (F: Rudolf Schneider)

 

 

Romanisches Leuchterpaar

 

Erst nach der Jahrtausendwende wurde es üblich, auf dem Altar – zusammen mit einem Altarkreuz – meist zwei Kerzenleuchter aufzustellen. Dies hat zum einen seinen Grund in der auf Christus bezogenen Deutung des Lichtes, zum anderen dürfte es mit der Erhöhung des festlichen Charakter der Meßfeier zu tun haben. Aus romanischer Zeit sind uns entsprechend eine ganze Reihe von bedeutenden Standleuchtern erhalten, auch wenn die Mehrzahl von ihnen aufgrund ihrer geringen Größe, ihrer Beweglichkeit und ihres Materiales untergegangen sein dürfte.

Das angeblich aus Kärlich in der Nähe von Koblenz stammende Leuchterpaar zählt wegen seiner formalen Qualität und der Feinheit seiner Ausführung zu den herausragenden Vertretern seiner Gattung. Aus diesem Grund dürften die Leuchter ursprünglich für einen bedeutenden Kirchenbau des Bistums Trier gefertigt worden sein und in Folge der Säkularisation nach Kärlich und schließlich von dort ins Museum gelangt sein.

Die Leuchter bestehen aus einem dreiseitigen Fuß und einer glatten Traufschale mit hohem Dorn. Der Fuß ist kunstvoll aus durchbrochen-vegetabilem Rankenwerk gebildet, auf den schrägen Kanten windet sich je ein kleiner Drache auf Vorderbeinen und Schwanz aufwärts. Dabei stimmen die einzelnen Seiten der beiden Leuchter so genau überein, daß man die Gußmodelle aus je drei Teilen, die aber aus einer einzigen Model gewonnen worden waren,  zusammengesetzt haben muß. Nach dem Guß wurden die Leuchter sorgfältig geglättet und mit gepunzten Musterungen verziert.

Die im Unterschied dazu glatte und schmucklose Schale mit dem flachen Nodus wurde gesondert gegossen. Beide Teile sind durch einen eisernen Dorn verbunden, der an der Unterseite – nicht mehr original – verschraubt ist.

Ein in Brüssel (Musées Royaux) aufbewahrter Leuchterfuß weicht nur in wenigen Details von dem Trierer Paar ab. Eng verwandt sind die Leuchter ebenso mit den Scheibenkreuzen des Hildesheimer Domschatzes, so daß sie in die Nachfolge der Werkstatt des Roger von Helmarshausen, dem bedeutenden Goldschmied des Klosters Helmarshausen bei Paderborn, gehören und in das zweite Viertel des 12. Jahrhunderts datiert werden können.

(M. Gross-Morgen)


aus Kärlich, Lkrs. Koblenz

Bronze mit Resten der Vergoldung

2. Viertel 12. Jahrh.

H 18,5 bzw. 18,4 cm, B 13,8 cm

Inv. L 54, 55




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