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Kunstwerk des Monats

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel
jeweils ein Objekt aus unserer Sammlung.



Bilderuhr von Ludwig Neureuter



 





























Zwei Bilderuhren mit dem Trierer Dom als Bildmotiv


Zwei seltene Neuerwerbungen konnte das Museum am Dom innerhalb kürzester Zeit tätigen. Nachdem das Museum zunächst in einer Auktion eine seltene Bilderuhr mit dem Trierer Dom als Motiv ersteigern konnte, wurde dem Haus kein ganzes Jahr später eine weitere Bilderuhr mit gleichem Motiv, diesmal aus Trierer Privatbesitz angeboten. Beide Uhrenbilder sind derzeit - nach erfolgreicher Restaurierung - im Museum ausgestellt.

Bilderuhren waren insbesondere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts äußerst beliebt, insbesondere in Österreich und hier noch einmal in Wien waren solche Werke sehr verbreitet. Nur wenige Urheber solcher Bilderuhren sind mit Namen bekannt. Wer allerdings ein Werk von C. L. Hofmeister sein eigen nennt, der besitzt eine veritable Kapitalanlage, erzielten solche Werke in gutem Zustand auf dem Kunstmarkt doch um die 30.000,- Euro.

Was die österreichischen Bilderuhren von den in Trier erhaltenen unterscheidet, ist der Bildträger. Sind die Wiener Bilderuhren fast ausnahmslos auf Kupfertafeln gemalt, bedienen sich die Hersteller der Trierer Bilderuhren massiver Holzplatten, an deren Rückseite ein Uhrwerk bequem angeschraubt werden konnte.

Die zweite vom Museum am Dom erworbene Bilderuhr besitzt leider kein Uhrwerk mehr, lediglich seine Spuren sind auf der Rückseite der Tafel zu erkennen. Die Vorderseite mit der Westfassade des Trierer Domes sowie der rechts daneben stehenden Liebfrauenkirche ist sehr gut erhalten und stilistisch zweifelsfrei dem Trierer Maler Ludwig Neureuther (1796-1871) zuzuweisen. Von diesem sind zwei weitere Bilderuhren mit Dom-Motiv bekannt, ein signiertes Exemplar mit Uhrwerk in Privatbesitz sowie ein weiteres unsigniertes im Stadtmuseum Simeonstift. Vergleicht man die drei Bilder miteinander, ist man erstaunt, welch große Differenzen in der Wiedergabe der architektonischen Details der Westfassade bestehen. Besondere Details bei ihm sind ein Arbeiter, der vor dem linken Domportal in einem Bottich Mörtel anrührt, ein anderer verrichtet in der gegenüberliegenden Ecke seine Notdurft.

Die zuerst erworbene Bilderuhr ist offenbar später entstanden, jedenfalls gibt sie einen späteren Bauzustand der Westfassade wieder: die rundbogigen Felder über den Portalen weisen nicht mehr die barocken Fenster auf, sondern die um die Mitte des 19. Jahrhunderts ergänzten rot-weißen Steinlagen, die bis heute erhalten sind. Ein Zettel an der Seite des Uhrenkastens barg für das Museum eine schöne Überraschung. Dort war als erster Eigentümer der Bilderuhr kein geringerer als der Trierer Domkapitular Johann Nikolaus von Wilmowsky genannt. Er gilt als der eigentliche Begründer des Trierer Diözesanmuseums, des heutigen Museums am Dom, und auf ihn gehen die gerade beschriebenen Veränderungen an der Domwestfassade im 19. Jahrhundert zurück.

(M. Groß-Morgen)


Bilderuhr aus dem Besitz von Johann Nikolaus von Wilmowsky





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