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Kunstwerk des Monats

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel
jeweils ein Objekt aus unserer Sammlung.



Herzepitaph

Herzepitaph für Damian Emmerich von Orsbeck

 

Zwei Engel reichen ein Herz empor zu Maria mit dem Jesuskind. Dem Trierer Dompropst Damian Emmerich von Orsbeck (1632-1682) war es ernst mit diesem Bild: Er wollte bildlich und realiter zum Ausdruck bringen, woran sein Herz besonders hing. Er hatte deshalb verfügt, dass sein Herz nach seinem Tod getrennt von seinem übrigen Köper in der Trierer Liebfrauenkirche vor dem Altar der Gottesmutter Maria beigesetzt werden sollte. Sein Körper war in Koblenz bestattet worden, nachdem er am 15. August 1682 in Kärlich verstorben war.

 

Seit dem 11. Jahrhundert war es zunächst bei weltlichen Herrschern üblich geworden, dass Körper und Herz getrennt bestattet wurden. Später übernahmen auch geistliche Würdenträger diesen Brauch. Neben der getrennten Bestattung von Körper und Herz wurden oft auch die Eingeweide an separatem Ort beigesetzt. Der Herrscher konnte damit bis zu drei ihm besonders verbundene Kirchen auszeichnen; außerdem konnte dann an drei verschiedenen Orten für das Seelenheil des Verstorbenen gebetet werden. So hatte beispielweise der Trierer Erzbischof Jakob von Sierck (gest. 1456) als einer der ersten Trierer Erzbischöfe verfügt, dass sein Körper in der Trierer Liebfrauenkirche, sein Herz in der Kathedrale von Metz und seine Eingeweide in Kloster Mettlach, der Familiengrablege, bestattet werden sollten. Damian Emmerichs Bruder, der Trierer Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck, hatte testamentarisch verfügt, dass sein Herz im Speyerer Dom (er war gleichzeitig Bischof von Speyer gewesen) und seine Eingeweide in der von ihm erbauten Hl.-Kreuz-Kirche in Koblenz-Ehrenbreitstein beigesetzt werden sollten. Seine Gebeine ruhen im Trierer Dom vor dem Dreikönigenaltar.

 

Das Trierer Herzepitaph für Damian Emmerich wurde bei den Bombenangriffen auf Trier im Winter 1944 stark beschädigt; seine Fragmente wurden nach dem Krieg im Bischöflichen Museum gesammelt und 1988 im neu eröffneten Museum in der Windstraße mit einigen Ergänzungen wieder aufgebaut. Das Epitaph war bis Ende des 18. Jahrhunderts an einer Säule in der Nähe des Hochaltars angebracht, der herzförmige Herzbehälter stand in einer von dem Epitaph verdeckten Nische der Säule.

Das Orsbeck-Epitaph ist eines der wenigen erhaltenen Herzmonumente im Bereich des alten Erzbistums Trier.

(M. Groß-Morgen)

 

 

Trierer Bildhauerwerkstatt, 1682

Marmor, mit Ergänzungen

H 200 cm, B 115 cm

Inv. P 813 dep.




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