Sonderausstellung vom 18. Mai bis 14. September


Paulinus von Trier - Silberbeschlag vom Paulinussarg

Ein Bischof zwischen Gewissen und Staatsräson



2008 jährte sich der Tod des Trierer Bischofs Paulinus zum 1650. Mal. Dieses kleine Jubiläum war der Anlass für eine Ausstellung, die sich mit der auch heute sehr aktuellen Frage nach dem Verhältnis von Staat und Religion beschäftigt, ein Konflikt, der schon in der Anfangszeit der christlichen Kirche entstand.

 

Paulinus, der sechste Bischof von Trier, vertrat bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. konsequent den Standpunkt, dass der Kaiser, also der Staat, in kirchlichen Belangen zurückhaltend sein solle. Kaiser Constantius II., ein Sohn Konstantins des Großen, nahm für sich aber auch innerhalb der christlichen Kirche eine Führungsrolle in Anspruch. Daher ließ er den Bischof 353 auf dem Konzil von Arles von den dort versammelten Bischöfen absetzen und nach Phrygien (in der heutigen Türkei) verbannen. Dort starb Paulinus im Jahr 358. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts überführte Bischof Felix den Leichnam des Paulinus nach Trier und ließ ihn auf dem nördlichen Gräberfeld beisetzen.

 

Ein besonderes Highlight war der reich verzierte Sarg des Paulinus. Spektakuläre neue Funde und Forschungen zum Grab des Heiligen wurden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu zählten unter anderem Originalfragmente des Holzsarges und kostbare Metallbeschläge aus Gold und Silber.

 

Ein Ausstellungsteil widmete sich der „Symbolgestalt Paulinus“, die im Kulturkampf im 19. Jahrhundert eine besondere Rolle spielte. Nicht zufällig nannte Kaplan Dasbach die 1874/5 erstmals erschienene Trierer Bistumszeitung „Paulinus“!


Zur Ausstellung erschien eine Begleitpublikation in der Reihe der "Museumsführer" (reduzierter Preis 0,50 €).


Begleitveranstaltungen zur Ausstellung:


Zur Ausstellung gab es eine Ökumenische Vortragsreihe, die demnächst bei der Katholischen Akademie Trier im Druck erscheinen soll:

Donnerstag, 5. Juni 2008 - Paulinus von Trier -
ein frühchristlicher Bekennerbischof im Spannungsfeld von Kirche und Staat

Referent: Prof. Dr. Michael Fiedrowicz, Trier

 

Donnerstag, 12. Juni 2008 - Freiheit der Kirche oder Freiheit von der Kirche?
Zur Deutung des Kulturkampfes (1871-1886)

Referent: Prof. Dr. Bernhard Schneider, Trier

 

Sonntag, 24. August 2008 - Testfall der Menschenrechte -
Zur theologischen Begründung der Anerkennung der Religionsfreiheit

Referent: Prof. Dr. Stephan Goertz,Saarbrücken

 

Sonntag, 7. Sept. 2008 - Religionsfreiheit in der pluralen Gesellschaft -

die Rolle der Religion und der christlichen Kirchen in heutiger Zeit

Referent: OKR Dr. Christoph Thiele, Hannover


Die Vortragsreihe wurde veranstaltet von der Katholischen Akademie Trier in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier, Fachstelle Trier, der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Trier und dem Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Trier.

Folgende  Museums-Matinéen waren der Ausstellung gewidmet:

 

Sonntag, der 01. Juni  - Das Grab des Bischof Paulinus - Referent: Prof. Dr. Winfried Weber


Sonntag, der 03. August  - Die Krypta von St. Paulin - Referent: Prof. Dr. Winfried Weber