Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


Hauptinhalt


Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen

Nahe an Gott ... Nahe an den Menschen

Liebe Schwestern und Brüder!

Es gibt komische Heilige. Ein Sohn wohlhabender Eltern zieht sich vor vielen Anwesenden nackt aus. Er sagt dann zu seinem Vater gewandt: „Bis heute habe ich dich meinen Vater genannt auf dieser Erde; von nun an will ich sagen: „Vater, der du bist im Himmel““.

Ein komischer Heiliger, dieser Franz von Assisi; komisch, dass er sich durch nichts festhalten lässt bei seiner Suche nach einem wirklichen, anderen Leben. Komisch ist sein Mut und seine Courage ganz anders zu leben: arm und oft auch ohne ein festes Dach, in Höhlen oder in Unterständen, die lediglich durch Zweige geschützt sind. Wieviel Mut, wieviel Zivilcourage gehört dazu, dass dieser Franziskus so leben kann? Aber halt: eigentlich ist es keine Zivil-Courage, sondern bei Franziskus ist es Gottes-Courage; Mut, der sich von Gott herleiten lässt. Gerade an solche Menschen denken wir, wenn wir an Heilige denken. Und solche Heilige, wie der Franz von Assisi, die können uns auch heute noch faszinieren. Und von denen können wir auch einiges lernen...

Andererseits schreibt Paulus im 1. Korintherbrief - als Anrede - „Liebe Heilige“. Und er meint damit die Menschen dieser Gemeinde - alle. Und so beginnt der Brief: „Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth ist - die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen -, mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ Auch ich darf ein Heiliger sein. Ja, ich bin es, so sagt mir Paulus zu. Das ist kein Befehl, sondern eine Feststellung, eine Zusage: Du bist heilig. Vielleicht müssen wir mehr so denken...

An Allerheiligen/Allerseelen gehen wir auf die Friedhöfe. Dort wird uns verständ-lich, wohin der irdische Lebensweg führt. Das wissen wir alle, aber oft ist es nicht in unserem Bewusstsein.

Es ist auch deshalb nicht in unserem Bewusstsein, weil die vielen, vielen Anfor-derungen des Alltags uns so zudecken, dass wir kein Licht mehr sehen.

Gerade Anfang November brennen auf vielen Gräbern Grablichter. Die Grablichter erinnern auch an die Taufe des inzwischen verstorbenen Menschen. Dort - in der Taufe - gab es die Zusage, dass der getaufte Mensch, Licht von Christus emp-fangen hat. Und diese Zusage gilt über den Tod des Menschen hinaus. Über den Tod hinaus, bleibt der getaufte Mensch an Gott rückgebunden. Im 1. Petrusbrief (2,9) heißt es: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

Gesegnete Tage und bleiben Sie gesund

Thomas Schneider, Pfr.