Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


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Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen

Nahe an Gott ... Nahe an den Menschen

Schwestern und Brüder!

Ja, es gibt sie, die heilige Corona. Der Gedenktag ist der 14. Mai. Die hei-lige Corona wird hauptsächlich in Ostbayern und in Österreich verehrt. Ja sogar verschiedene Wallfahrten sind ihr gewidmet.

Und ich gebe zu, ich kannte diese Heilige bisher nicht. Erst durch ein bös-artiges Virus habe ich sie kennengelernt.

Die heilige Corona -eine frühchristliche Märtyrerin -wird unter anderem als Patronin des Geldes und der Schatzgräber verehrt.

Und wirklich: das Geld spielt derzeit in den Medien eine große Rolle. Den vielen Menschen fehlt es. In den Zeiten der Pandemie und der großen Einschränkungen haben viele Berufsgruppen Geldsorgen und Zukunftsängste. Ich hoffe jedoch nicht auf ein Wunder durch die heilige Corona, sondern ich hoffe auf gute und hilfreiche Unterstützung beispielsweise durch den Staat.

Doch das allein reicht nicht aus.Ein Bundespräsident (Roman Herzog) sagte einmal: ‚Durch unsere Gesell-schaft muss ein Ruck gehen!‘ Und der ist jetzt notwendig. Denn es muss tatsächlich nicht alles so bleiben,wie es vorher war.

Es ist doch prima, wenn allerorten Hilfsbereitschaft festzustellen ist: da kaufen Menschen für andere ein; da telefonieren Menschen jetzt vermehrt mit anderen, andere schreiben Briefe oder E-Mails...

Und es ist sicherlich auch gut, wenn die Menschen jetzt vorsichtig und rücksichtsvoll miteinander umgehen.Es soll ja auch Menschen geben, die meinen, dass das Virus eine Strafe Gottes sei.

Doch wer auf Jesus schaut, der wird feststellen, dass dieser sagte: Man könne nicht den Teufel mit Beelzebub austreiben. Anders formuliert: Böses mit Bösem zu besiegen, dies hat Gott bestimmt nicht nötig.

Ein letzter Gedanke: Vielen Menschen fällt es derzeit sehr schwer, dass es bisher keine Gemeindegottesdienste gab.Vielleicht hilft da ja ein Wort einer anderen Heiligen, nämlich Teresa von Avila. Die hat einmal gesagt: „Gott ist auch mitten unter den Kochtöpfen.“ Vielleicht wollte sie damit sagen: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Begegnung mit Gott. Wir müssen sie nur entdecken. Gerade jetzt, da wir durch die Corona-Krise herausgefordert sind...

Thomas Schneider, Pfr.