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Di, 14.08.2018

Zu den Menschen gehen, auch wenn sie uns fremd sind

Generalvikar von Plettenberg zelebriert Lichterprozession in Kisselbach

Rund 250 Gläubige feierten mit Generalvikar von Plettenberg an der Waldkapelle

Rund 250 Gläubige feierten mit Generalvikar von Plettenberg an der Waldkapelle
Kisselbach:  Hoher Besuch hatte die traditionelle Lichterprozession zur Waldkapelle in Kisselbach am vergangen 13. August. Angesagt hatte sich der Generalvikar des Bistums Trier Dr. Graf Ulrich von Plettenberg. Ein Generalvikar ist in der katholischen Kirche der Stellvertreter des Bischofs und zugleich oberster Verwaltungschef. Zusammen mit rund 250 Gläubigen feierte er zunächst die Heilige Messe in der St. Apollonia-Kirche in Kisselbach, danach pilgerte er zusammen in einer Lichterprozession mit Kerzen und Gebeten zu der im Wald gelegenen kleinen Kapelle. Konzelebrant war der neuernannte Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen Thomas Schneider. Lesung und Fürbitten wurden vorgetragen von Katharina Galle.

In seiner Begrüßung erinnerte von Plettenberg dass die hiesige Region ihm nicht ganz unbekannt ist , übernahm er doch in seiner Zeit als Schulpfarrer der Alfred Delp Schule in Hargesheim gelegentlich Dienste in der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen, insbesondere in Liebshausen und in der Stadt Rheinböllen. 

Seine Predigt hielt er diesmal wegen dem regnerischen Wetter in der Kirche, die ansonsten beim Marienheiligtum im Wald stattfindet. Hierin bezog er sich insbesondere auf den Lesungstext aus dem Buch des Propheten Ezechiel: „ Der Prophet Ezechiel war ein Exilsprophet, den zur damaligen Zeit war das Volk Israel in babylonischer Gefangenschaft. Der Prophet hatte aber eine Vision, das Gott mit seinem Volk in die Fremde geht. Gott ist sein Volk wichtiger als der Tempel mit der Bundeslade. Gott möchte Beziehung zum Volk,  nicht zu toten Steinen“, legte der Generalvikar diesen Bibeltext aus. Weiter führte er aus, dass dies auch durch Jesus Christus spürbar ist: „Gott macht sich als einer zu uns, er geht in die Armut des Menschseins, in das Ungewisse. Auch Maria hat sich in den Dienst nehmen lassen, ohne zu wissen was es heißt Mutter Gottes zu sein“, führte Ulrich von Plettenberg aus. Von Plettenberg nahm in seiner Predigt auch Bezug zur aktuellen Umsetzung der Bischofssynode. Auch er wisse noch nicht wohin der Weg hinführt. Aber er hat Vertrauen, dass Gott dem Bistum Trier den Weg zeigt. Er rief die Gläubigen auf diesen Weg mitzugehen: „Wir sind herausgerufen aus der Selbstbezogenheit, sondern zu den Menschen an den Rändern zu gehen. Wir sind da für die Menschen nicht zum Selbstzweck. Wenn Gott in die Fremde geht, sollten auch wir es tun, auch wenn viele Menschen außerhalb von Kirche uns fremdgeworden sind“.

Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst in der Kirche vom Singkreis Simmern unter der Leitung von Andrea Jansen und dem Organisten Mathias Henrich. Dieser Veranstaltung tat es gut hier insbesondere auch neugeistliche Lieder zu hören. Das Gebet an der Waldkapelle gestaltete der Kirchenchor „Cäcilia“ unter der Leitung von Heinz Vogel mit. Als Vorbeter fungierten Lucia Schorn und Simone Wald, beide aus Kisselbach.

Die kommende Lichterprozession am Donnerstag, 13. September beginnt um 18.30 Uhr mit einer Heiligen Messe mit Pfarrer Bernhard Fuchs aus Kobern-Gondorf. Weitere Infos gibt es bei Lucia Schorn unter Tel. 06766/408 und unter  www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de.