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Do, 04.10.2018

Wanderung mit Bibel und Rucksack


Für den 7. und 8. September 2018 lud unser Pfarrer Thomas Schneider zu einer jeweils 2-3stündigen meditativen Wanderung mit „Bibel und Rucksack“ ein. Erstes Treffen war ein Freitagabend um 17.00 Uhr am Pfarrhaus. Zusammen kam eine bunte Truppe aus ehemaligen Gemeindemitgliedern des Pfarrers und unserer Pfarreiengemeinschaft.

Auf Vorschlag unseres Pfarrers starteten wir mit 21 Personen in Erbach. Wir wanderten in Richtung Breitscheider Weg. Nach einer kurzen Wegstrecke erhielten wir von Pfarrer Schneider ein Blatt für den ersten Impuls. Thema war (Lukas 4, 16-31). Auf dem ausgehändigten Blatt waren zahlreiche Verkehrszeichen abgebildet. Mit einer Auswahl davon sollten wir unsere Zukunft einschätzen und konnten hierzu etwas sagen. Dann lasen wir das Evangelium (Lukas 4,16-31) im Wechsel. Verschiedene aufgezeigte Fragen regten auch hierbei zum Nachdenken an. Nun erhielten wir ein weiteres Blatt(Mk.6,1-6a) zum Vergleich. Dieses Evangelium war wesentlich kürzer gehalten. Im zweiten Teil dieses Blattes wurde über Fragen zum Vergleich beider Evangelien angeregt. Es ging um Jesu Ankommen in Nazareth, seiner Heimatstadt, und um sein Lehren am Sabbat in der Synagoge. Nach unglaublichem Staunen darüber, schlug die Stimmung um, und man trat ihm kritisch gegenüber. Jesus traf daraufhin die Feststellung, dass kein Prophet in seiner Heimat anerkannt ist. Er spielte damit auf ihr mangelndes Vertrauen an.

Nachdem wir eine weitere Wegstrecke zurückgelegt hatten, erhielten wir ein Blatt mit einem Gedicht von Hermann Hesse „Stufen“. Es ging im Wesentlichen um Abschied und Neubeginn. In Kleingruppen tauschten wir uns aus, wie es uns damit geht und konnten uns anschließend zu Wort melden. Es war ein sehr interessanter Austausch. Zum Schluss erhielten wir noch eine Auslegung und sangen einige kirchliche Lieder. Den außerordentlich gelungenen Abend beendeten wir bei netten Gesprächen und kleinem Imbiss bei Elbert.

Am sonnigen aber noch kühlen Samstag Morgen machten sich dann wieder Christen von der Mosel, der Nahe und aus dem Hunsrück mit Bibel und Rucksack auf den Weg. Nachdem wir uns warmgesungen hatten, spazierte die Gruppe zur Allee Richtung Kleinweidelbach. An einer ersten Station versuchte jeder zunächst für sich selbst und dann im Austausch mit anderen die Frage zu beantworten "Was braucht es, um in den Himmel zu kommen?" oder wie es der Gesetzeslehrer in Lukas 10,25 ff. formuliert: "Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?" Diese Fragestellung und Jesu Antwort darauf haben wir auch in den Evangelien von Matthäus (22,36 ff.) und Markus (12,28 ff.) gelesen und die unterschiedlichen Formulierungen verglichen.

An weiteren Stationen erfuhren wir dann, wie das Evangelium bei Lukas dann weiterging. Nicht überraschend war Jesu Erklärung zur Nächstenliebe anhand des Gleichnisse vom barmherzigen Samariter. Aber vielen Teilnehmern wurde erstmals bewusst, dass direkt nach diesem Gleichnis der Bericht über Jesu Besuch bei Marta und Maria folgt. Dass diesen beiden Texte in einem spannenden Zusammenhang stehen, entdeckten die Wanderer als sie in zwei Gruppen jeweils einen der Texte  untersuchten und die Ergebnisse gegenüberstellten. Lebhafte Gespräche in Keingruppen ergaben sich anhand von Fragen, die den Blick schärften für Details in dem Evangeliumstext. Teilweise provozierten die Fragen sogar ein wenig: „Wenn Jesus das Tun Marias als ‘das gute Teil’ bezeichnet, heißt das gleichzeitig, dass Marta das schlechte Teil gewählt hat?“

Abschließend lasen wir noch ein Gedicht von Hanna Hartmann, das im Vergleich zu einem gewebten Tuch veranschaulicht, dass Gottesliebe und Nächstenliebe ineinander verwoben sein müssen. „Die eine ist nichts ohne die andere.“ Die Aktion „Bibel und Rucksack“ brachte ganz neue Einblicke in die Bibel und ihre Bedeutung für unser Leben. Die Teilnehmer waren sich einig, dass sie beim nächsten Mal wieder dabei sein möchten.

Marita Klein und Ursula Sonnet