Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


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Fr, 14.12.2018

Fragen und Antworten zur neuen Pfarrei der Zukunft


Gibt es in Zukunft noch ein Pfarrbüro?

Antwort: Es wird ein zentrales Pfarramt geben, in dem die Verwaltungsarbeit geleistet wird. Zugleich werden an einigen Orten Kirchenbüros eingerichtet, die wie die bisherigen Pfarrbüros Anlaufstellen sind. Diese Büros sind mit dem zentralen Pfarramt digital verbunden.

Werden die Ehrenamtlichen „entmachtet“?

Antwort: Auf der Ebene der bisherigen Pfarrei wird es in Zukunft keinen Pfarrgemeinderat oder Verwaltungsrat mehr geben. Eigenständiges ehrenamtliches Engagement kann sich dennoch weiterhin entwickeln und erhält sogar mehr Freiraum als bisher. Es sollen sich Teams von Ehrenamtlichen vor Ort bilden. Dieses Teams sind Ansprechpartner für die Menschen vor Ort und gestalten hier das kirchliche Leben, es kann Teams für pastorale Fragen geben und für Verwaltungs- und Vermögensthemen. Die Teams erhalten eine Beauftragung und je nach Bedarf ein Budget. Es gibt ja auch viele Ehrenamtliche, die nicht in Räten eingebunden sind, z.B. in der Liturgie, in der Katechese und in diakonischen Projekten. Das Engagement dieser Menschen zu fördern und sie gut zu unterstützen, ist ein zentrales Anliegen der Synode. Die Kirche lebt von all diesen Orten, Einrichtungen und Engagierten.

Wird das hauptamtliche Personal nur noch am zentralen Pfarrort zu erreichen sein?

Antwort: Ein zentrales Pfarramt wird eingerichtet. Dort wird die Leitung der Pfarrei der Zukunft ihren Sitz haben. Weitere hauptamtliche pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Priester, Diakone, GemeindereferentInnen, PastoralreferentInnen) werden dezentral an mehreren Dienstorten, voraussichtlich an den bisherigen Pfarrorten, eingesetzt. Sie sollen ja in der Nähe der vor Ort engagierten Ehrenamtlichen eingesetzt sein, um sie zu unterstützen.

Wird es nur EINEN Pfarrer und EINE Gemeindreferentin in der Pfarrei der Zukunft geben?

Antwort: In der Pfarrei der Zukunft gibt es ein Leitungsteam, das aus drei Hauptamtlichen sowie nach Möglichkeit aus zwei Ehrenamtlichen besteht. Einer der Hauptamtlichen ist der Leitende Pfarrer der Pfarrei der Zukunft. Zusätzlich wird es weitere hauptamtliche MitarbeiterInnen geben, sowohl Priester wie Diakone, Gemeinde- und PastoralreferentInnen, die die Seelsorge mitgestalten. In den ersten Jahren wird ihre Zahl in etwa so bleiben wie jetzt.

In welche Richtung möchte die Kirche von Trier in Zukunft gehen?

Antwort: Die Kirche von Trier wird diakonisch-missionarisch ausgerichtet sein. Das bedeutet, sich mitten unter die Menschen zu begeben, ob nahe oder fernstehende, und für sie da zu sein im Sinne Jesu: „Was willst Du, das ich Dir tue?“ (Mk 10,51)

Wird den jetzigen Pfarreien das Vermögen genommen?

Antwort: Die bisherigen Pfarreien mit ihrer Vermögensverwaltung wird es in dieser Form nicht mehr geben. Mit der Fusion der Pfarreien wird auch das Vermögen fusionieren und in den Besitz der Pfarrei der Zukunft übergehen. Aber vor Ort wird es Verwaltungsteams geben, die der Rat der neuen Pfarrei mit Budgets für die von ihnen übernommenen Aufgaben ausstatten kann. Zweckgebundenes Vermögen darf weiterhin nur für diesen bestimmten Zweck verwendet werden. Auch Spenden bzw. Erlöse bei Festen, die für einen bestimmten Zweck vorgesehen sind, können nur dafür verwendet werden. Vereinen oder Verbänden in den jetzigen Pfarreien werden weiterhin ihre eigenen Ressourcen behalten.

Wer wird mich einmal beerdigen?

Antwort: Unsere Beerdigungskultur hat sich bereits gewandelt. Beerdigungsdienst ist kein Sakrament und daher vom Grundsatz her nicht an die Weihe gebunden. Diesen Dienst werden in Zukunft neben den Priestern auch weitere Seelsorger und Seelsorgerinnen übernehmen. Die damit verbundene Trauerfeier kann in der Kirche stattfinden. Ob das Sterbeamt mit der Trauerfeier verbunden oder an einem anderen Tag gefeiert wird, werden die pastoralen Mitarbeiter mit dem Rat der Pfarrei gemeinsam beraten und entscheiden.

Wo werden in Zukunft Entscheidungen getroffen?

Antwort: Entscheidungen werden auf unterschiedlichen Ebenen getroffen. Für die Themen vor Ort werden die Teams vor Ort selbst die meisten Entscheidungen treffen. Einen Rahmen dafür geben der Auftrag und das Budget. Gemeindeteams und andere Gruppierungen vor Ort senden Vertreter in die Synodalversammlung der Pfarrei, die zweimal im Jahr tagt und übergeordnete Fragen bespricht. Diese Synodalversammlung wählt zusammen mit allen Gläubigen den Rat der Pfarrei. Der Rat der Pfarrei ist das hauptverantwortliche Gremium. Ein Vermögensgremium (ob das ein Ausschuss des Rates der Pfarrei sein wird oder ein eigenes Gremium ist noch nicht festgelegt) wird über das Gesamtvermögen der Pfarrei entscheiden.

Gottesdienste - wie geht es weiter?

Die Teilprozessgruppe Liturgie, die dieses Thema bearbeitet, ist noch mitten im Arbeitsprozess. Ende ist im März. Resonanzveranstaltung Anfang Februar. Grundsätzlich soll es in der Pfarrei der Zukunft nicht mehr eine Pfarr-Kirche geben. Eine Arbeitsformulierung lautet: „Es wird keine Pfarr-Kirche geben, die Kirche am Pfarr-Ort ist aber eine Kirche mit einem verlässlichen Gottesdienstangebot und Sakramenten-Spendungen (nicht exklusiv, aber im Sinne einer standardisierten Verlässlichkeit), auf jeden Fall aber die schnelle Information über Gottesdienste und Kasualien im Bereich der Pfarrei der Zukunft.“ Ein Gottesdienstplan wird in der Pfarrei der Zukunft gemeinsamen zu entwickeln sein, es wird einen Rahmen geben, aber das Bistum kann keine kleingliedrigen Vorgaben machen. Von Zentralkirchen haben wir bisher nicht gesprochen. Die „Teilprozessgruppe Liturgie“ berücksichtigt in ihrem Rahmen, dass es für die Pfarrei der Zukunft verlässliche Orte und Zeiten für Gottesdienste geben muss. Und klar ist auch, dass es in einer Pfarrei der Zukunft an vielen Orten Sonntagsgottesdienste geben wird. Je weiter in die Zukunft wir denken, umso stärker verändert sich das Bild durch die prognostiziert stark zurückgehenden Zahlen von Priestern. Dies ist aber keine Frage der Startsituation, sondern der Entwicklung, die dann die Pfarrei der Zukunft gestalten wird.

Weitere Fragen können gerne beantwortet werden. Bitte Ihre Fragen an Pfarrer Thomas Schneider!!