Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


Hauptinhalt


Do, 10.01.2019

Taizé geht auch in der Weihnachtszeit

die Taizédekoration kombiniert mit der Weihnachtskrippe

die Taizédekoration kombiniert mit der Weihnachtskrippe
Rayerschied:  Zum ersten Mal wurde in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk ein Taizégebet angeboten. Organisiert von einer Gruppe aus der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen unter der Leitung von Pfarrer Thomas Schneider und der musikalischen Gestaltung des Singkreises Simmern unter der Leitung von Andrea Jansen, die auch beim Flötenensemble, ergänzt von Ursula und Berthold Kruppa mitwirkte, begeisterte diese Gebetsform zahlreiche anwesende Gläubige.

Zahlreiche Kerzen, gedämpftes Licht, besinnliche Musik in einer Kirche, diese Vorstellung haben viele Gläubige, wenn sie an einem Gottesdienst in der Weihnachtszeit denken. Die Form des Taizégebetes geht auf die ökumenische Brüdergemeinschaft des gleichnamigen französischen Ortes zurück, die im Jahreslauf zahlreiche Gläubige insbesondere Jugendliche anzieht. Während einer Woche durchleben die Pilger mit den Brüdern gemeinsam den Osterzyklus, das heißt an einem Freitag, dem Todestag des gekreuzigten Jesus Christus steht die Kreuzverehrung im Mittelpunkt, am Samstagabend findet immer eine Lichtfeier statt, zur Erinnerung an den auferstandenen Jesus Christus. Von der Form ist es eigentlich ein Ostergebet, das bekannt ist durch die sehr einfachen aber eingängigen Liedern, die in verschiedenen Sprachen Mantra artig immer wiederholt werden und damit zur Besinnung anregen. Schriftlesungen, Fürbitten und eine Zeit der Stille gehören ebenfalls zu dieser Gebetsform.

Insofern ist es ein Experiment dieses Ostergebet während der Weihnachtszeit in einer Kirche anzubieten, die ansonsten traditionell mit Christbäumen und einer Krippe geschmückt wird. Nur wenige Pfarreien trauen sich diese Gebetsform in der Advents- und Weihnachtszeit durchzuführen:    „ Die Dimension von Weihnachten zu verstehen, geht nicht ohne den Glauben an die Auferstehung von Jesus Christus“, begründet Bruder Johannes Maria Krüger das Vorgehen bewusst erstmals dieses Taizegebet kurz nach Weihnachten zu organisieren. „Damit steht man auch in Verbindung mit dem europäischen Friedenstreffen von Taizé, das traditionell kurz vor Silvester immer in einer anderen europäischen Großstadt, in diesem Jahr ist es Madrid stattfindet“, ergänzt Pfarrer Thomas Schneider diese Beweggründe.

Daher war es eine Herausforderung die weihnachtlich dekorierte Kirche in Rayerschied mit der traditionellen Taizédekoration von orangen und blauen Tüchern mit den vielen Kerzen zu verbinden. Orange steht für die Feuerzungen an Pfingsten, Blau ist die Farbe des Himmels. Dies wurde kombiniert mit der Weihnachtskrippe im Zentrum und dem Franziskuskreuz, einer Ikone, die im Zentrum der Verehrung in Taizé steht.

Das Taizégebet ist die Form, die sehr viele Christen verschiedenster Konfession miteinander verbindet, denn die Bruderschaft ist ökumenisch ausgerichtet. Hier leben die Brüder nach dem Motto beten und arbeiten aus der evangelischen, katholischen und orthodoxen Tradition zusammen. Gegründet wurde die Gemeinschaft von dem Lutheraner Frére Roger Schütz, nach seinem Tod im Jahr 2005 wird die Gemeinschaft von dem Katholik Frère Alois Löser geleitet.

Einig waren die Veranstalter, diese Gebetsform in den nächsten Monaten nochmals anzubieten: „Der Zuspruch der Gläubigen war groß und viele Teilnehmer haben uns positives Feedback gegeben. Von daher bin ich zuversichtlich nochmals ein Taizégebet in der Fasten- oder Osterzeit anzubieten, signalisierte Andrea Sehn-Henn aus Benzweiler. Sie hat mit Bruder Johannes, Pastor Thomas Schneider, Marita Klein und Johanna Theis dieses Gebet vorbereitet und auch im Singkreis Simmern mitgesungen.

Dies bestätigte auch ein Gottesdienstbesucher: „Ich konnte mir unter einem Taizégebet nicht viel vorstellen, ich dachte eher es ist so was ähnliches wie ein Rosenkranz.

Den Abschluss bildete das Lied Stille Nacht, heilige Nacht. Das gehört zwar nicht zur Tradition von Taize, gehört aber zu Weihnachten.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Andrea Sehn-Henn unter 06766/82 58, sowie auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen: www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de.