Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


Hauptinhalt


Di, 19.03.2019

Hände reichen - Brücken bauen!

Jugend braucht Perspektive in Europa


„Nur eine aktive Bürgerschaft, europäische Mobilität und das Engagement aller jungen Menschen ist eine wesentliche Zukunftsvoraussetzung für ein vielfältiges und demokratisches Europa.“ so die Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Jugendsozialarbeit

Aus dem Patron der Arbeiter, insbesondere der Handwerker, hier wiederum der Zimmerleute und Schreiner,  ist der Namensgeber für eine Sozialaktion geworden. Der bundesweite Aktionstag der Einrichtungen der Jugendberufshilfe,  der Jugendsozialarbeit und Jugend(verbands)arbeit will für Problemfelder sensibilisieren und Aufmerksamkeit für ein gesellschaftliches Randthema schaffen. „Wir versuchen immer wieder die Bedeutsamkeit der Arbeit mit den Jugendlichen  herauszustellen“, so Clemens Fey, Diakon für Jugendarbeit. Zum 13. Mal wird mit Nachdruck auf die Situation benachteiligter Jugendlicher und die Bedeutung kirchlichen Engagements in der Jugendsozialarbeit hingewiesen. Die Leistungsfähigkeit der Jugendsozialarbeit soll deutlich werden, aber auch ihre Grenzen an die sie zunehmend stößt: Fachkräftemangel, weniger Ehrenamtliche, geringe finanzielle Ressourcen und fehlende Lobby. So entschieden sich die Ehrenamtlichen gegen eine öffentliche Veranstaltung während der Woche zum Josefstag. Sie stoßen immer mehr an ihre zeitlichen Grenzen und müssen Prioritäten setzen. An sich soll der Josefstag Entscheidungsträgern die Möglichkeit bieten, sich leichter  mit der Lebensrealität von Jugendlichen auseinanderzusetzen.  
Doch anläßlich des Josefstages waren die europäischen Jugendziele Thema in der Dekanatsjugendrunde. Sie sind das Ergebnis des Strukturierten Dialogs 2017-18. Sie repräsentieren Ansichten von jungen Menschen aus ganz Europa. Markus Koch ist besonders das erste Ziel ein Anliegen. Arbeitet er seit vielen Jahren jeweils bei den unterschiedlichsten Jugendbegegnungen aktiv mit. So lautet es: „Das Gefühl fördern, dass die Jugend Teil des europäischen Projekts ist, sowie Brücken zwischen der EU und jungen Menschen schlagen, um Vertrauen zurückzugewinnen und die Beteiligung zu erhöhen.“ In der Umsetzung müssen die Verantwortlichen aber eine Bürokratie bewältigen, die in keinem Verhältnis zur erfolgten Förderung steht.

An den Förderrichtlinien muss sich etwas ändern . Neben einer ausgeweiteten, gesicherten finanziellen Förderung sind verlässliche Stützstrukturen unabdingbar, die eine Einbeziehung benachteiligter junger Menschen in grenzüberschreitende Maßnahmen gewährleisten. Bislang finanziert dies die kath. Jugend über Spenden und durch Marktstände erarbeitete Gelder. Dies zeigt wie fern die Jugendverbandsarbeit noch von einem „gleichberechtigten Zugang für alle jungen Menschen zu Jugendorganisationen und europäischen Jugendprogrammen sicherstellen“, ist, wobei sie sich schon lange aktiv „für eine Gesellschaft, die sich auf europäische Werte und eine europäische Identität gründet.“, einsetzen.

Mit dem Engagement im AK Jungen und AK Mädchen setzen sich die Ehrenamtlichen schon seit langem für die „Gleichberechtigung aller Geschlechter und in allen Lebensbereichen junger Menschen einen geschlechtersensiblen Umgang sicherzustellen“ ein. Doch gibt es hier noch großen Handlungs- und Verbesserungsbedarf. Zwar ist die „gesellschaftliche Inklusion für alle jungen Menschen“ in aller Munde. Auch setzt crossport to heaven mit verschiedenen Kooperationsprojekten u.a. der Hunsrückschule und der Theodor-Heuss-Schule aktiv hierfür ein. Doch kann von einem „ermöglichen und sicherstellen für alle“ vor allem in Schulen, Betrieben und Verbänden noch keine Rede sein. Gleichermaßen unterstützt die Dekanatsjugendrunde das Ziel eine „Verbesserung des psychischen Wohlbefindens zu erreichen, die Stigmatisierung psychischer Krankheiten beenden und damit die gesellschaftliche Inklusion aller jungen Menschen zu fördern.“

Jugendverbandsarbeit setzt auf Beteiligung und die bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Fragen, wie alleine schon der ökumenische Jugendkreuzweg zeigt. Einen „Besseren Zugang zu verlässlicher Information sicherstellen und die Fähigkeit junger Menschen stärken, Informationen kritisch zu bewerten und sich an einem partizipativen und konstruktiven Dialog zu beteiligen“, wird durch die Vielfalt und die Kurzlebigkeit der Informationswege erschwert. Massiv betroffen ist die Jugendarbeit von einem weiteren Ziel: Jugend im ländlichen Raum voranbringen. „Bedingungen schaffen, unter denen junge Menschen in ländlichen Gebieten ihr Potenzial entfalten können.“ , ist auch Alfred Schleimer ein Anliegen. Er erlebt seit vielen Jahren, wie sich die Lebensbedingungen verändern und noch nicht genug geschieht, um Jugendlichen eine Zukunft im ländlichen Raum glaubhaft attraktiver zu gestalten. Hierzu zählt auch das Ziel „gute Arbeit für alle: Zugang zum Arbeitsmarkt sicherstellen und Chancen für gute Arbeit für alle jungen Menschen schaffen.“  Wünschenswert für die Ehrenamtlichen wäre auch, wenn es gelingen würde „verschiedene Formen des Lernens zusammenzuführen und zu verbessern, um junge Menschen für die Herausforderungen des ständigen Wandels im Leben im 21. Jahrhundert fit zu machen.“ Ebenso wie „die demokratische Beteiligung und Autonomie junger Menschen stärken und eigene Jugendbereiche in allen Teilen der Gesellschaft schaffen.“ Aktuell haben die Schüler das Heft selbst in die Hand genommen, um sich freitags für ein weiteres Ziel einzusetzen: „Eine Gesellschaft schaffen, in der alle jungen Menschen sich für die Umwelt engagieren sowie umweltbewusst und fähig sind, Veränderungen in ihrem alltäglichen Leben zu bewirken.“ Es sollte gelingen, die „Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa zu verbessern, insbesondere wenn sie schlechte Ausgangsbedingungen oder wenig Chancen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt haben.“, ist Claudia Jörg wichtig.

„Für die Katholische Jugendsozialarbeit ist es zentral, dass die Teilhabe und Bildung der
jungen Menschen tatsächlich verbessert wird, die von Exklusion und Diskriminierung betroffen oder
bedroht sind, so etwa von jungen Geflüchteten und – in Anlehnung ihres gesetzlichen Auftrags nach § 13 SGB VIII – Jugendlichen die, sozial benachteiligt werden oder individuell beeinträchtigt sind.“ so die Bundesarbeitsgemeinschaft der katholischen Jugendsozialarbeit. (BAG KJS)

In Deutschland haben sich Bund und Länder bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie auf nationaler Ebene auf drei Themenkorridore konzentriert: die Gestaltung von Übergängen von der Schule in den Beruf, die Partizipation junger Menschen und die verbesserte Anerkennung nonformaler Bildung.