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Mi, 10.04.2019

Konfessionsverschiedene Ehepaare können Eucharistie empfangen

Bischof Ackermann setzt Orientierungshilfe um


Im Bistum Trier können Ehepartner von Katholiken nun die Kommunion empfangen – auch wenn sie einer anderen Konfession angehören. Mit dieser Entscheidung begibt sich Bischof Stephan Ackermann auf einen Weg, auf dem sich auch weitere Bistümer befinden. 


Bischof Stephan Ackermann hat die Orientierungshilfe zum Kommunionempfang von konfessionsverbindenden Ehepaaren für sein Bistum umgesetzt. Der Bischof von Trier empfiehlt seinen Seelsorgern die Anwendung des Papiers der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Titel "Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur", teilte die Diözese am Donnerstag mit. Somit erlaubt Ackermann für sein Bistum in Einzelfällen den Kommunionempfang von Eheleuten, die einer anderen christlichen Konfession angehören und mit einem Katholiken verheiratet sind.

Die Orientierungshilfe war im Februar vergangenen Jahres auf der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe mit einer Dreiviertelmehrheit verabschiedet worden. Ackermann habe das Schreiben in der Zwischenzeit zunächst mit den Räten und Gremien seiner Diözese diskutiert. In einem Brief an die Seelsorger betonte er nun, dass die Orientierungshilfe weder ein Gesetz darstelle, noch detaillierte Antworten für alle auftretenden Einzelsituationen biete. Er rief die Gläubigen dazu auf, die Veröffentlichung der Orientierungshilfe in seinem Bistum zum Anlass zu nehmen, sich mit dem eigenen Eucharistieverständnis und dem Glauben an die Realpräsenz Christi im Sakrament auseinanderzusetzen.


Der Vorsitzende der Ökumene-Kommission des Bistums, Weihbischof Franz Josef Gebert, beschwichtigte die Sorge, dass Seelsorger nun "zu Richtern gemacht" würden. Es gehe nicht darum, dass etwa ein Pfarrer selbst zu einem Urteil komme. Vielmehr wolle man den Menschen helfen, "selbst zu einer Entscheidung aus ehrlichem Herzen heraus zu kommen". Gleichzeitig erkannte er an, dass vielen Gläubigen die Teilnahme des konfessionsverschiedenen Ehegatten an der Eucharistie ein ernsthaftes Anliegen sei: "Wenn zwei Getaufte eine Ehe eingehen, wird ein Sakrament wirksam; dadurch entsteht eine tiefe Verbundenheit", so Gebert weiter. Die Trennung im Moment der Kommunion werde oft als echter Mangel angesehen. "Wesentlich für eine gemeinsame Kommunion ist, dass der Partner oder die Partnerin glauben, dass Jesus wirklich gegenwärtig ist."

In den vergangenen Monaten hatten bereits zahlreiche Diözesen die Orientierungshilfe zur Anwendung in der Seelsorge freigegeben. Ende Juni empfahl das Erzbistum Paderborn als erstes Bistum die Umsetzung des Schreibens, gefolgt von weiteren Diözesen. Im Erzbistum Bamberg wurden zudem zusätzliche Bedingungen formuliert, etwa das Wissen um "die einzigartige Bedeutung der Eucharistiefeier", die Bejahung des Glaubensbekenntnisses und die Anerkennung der sieben katholischen Sakramente.

Im Vorfeld der Veröffentlichung der Orientierungshilfe hatte es Kritik von sieben Bischöfen gegeben, die sich mit einem Brief an den Vatikan gewandt hatten. In ihrem Schreiben kritisierten sie den Beschluss der Bischofsvollversammlung vom Februar, den Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner zu öffnen. Schließlich entschieden sich die Bischöfe, das als pastorales Dokument der Bischofskonferenz geplante Papier als unverbindliche Orientierungshilfe zu veröffentlichen, die von jedem Bischof individuell umgesetzt werden kann.