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Do, 23.05.2019

Kirche der Zukunft braucht viele Unterstützer

Zweites Abendlob mit Elementen aus Taizé fand in Rayerschied statt


Rayerschied:  Bis 2060 wird sich die Anzahl der Gläubigen der beiden großen Konfessionen nahezu halbiert haben. Im Gemeinwohlatlas der Bundesrepublik rangiert die katholische Kirche nur auf Platz 119 und damit auf den hinteren Rängen. Spätestens 2022 verringert das Bistum Trier die Anzahl der Pfarreien von fast 900 auf 35 Großpfarreien. Viele Kritiker befürchten daher das Aus vieler Dorfkirchen.

Die Verantwortlichen der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen wollen sich trotz der vielen schlechten Nachrichten den Herausforderungen der Zukunft stellen, so beispielsweise durch das Abendlob mit Elementen aus der Gemeinschaft von Taizé, die letzten Samstag in Rayerschied stattfand. Die Form des Taizégebetes geht auf die ökumenische Brüdergemeinschaft des gleichnamigen französischen Ortes zurück, die im Jahreslauf zahlreiche Gläubige insbesondere Jugendliche anzieht. Während einer Woche durchleben die Pilger mit den Brüdern gemeinsam den Osterzyklus, das heißt an einem Freitag, dem Todestag des gekreuzigten Jesus Christus steht die Kreuzverehrung im Mittelpunkt, am Samstagabend findet immer eine Lichtfeier statt, zur Erinnerung an den auferstandenen Jesus Christus. Von der Form ist es ein Ostergebet, das bekannt ist durch die sehr einfachen aber eingängigen Liedern, die in verschiedenen Sprachen Mantra artig immer wiederholt werden und damit zur Besinnung anregen. Schriftlesungen, Fürbitten und eine Zeit der Stille gehören ebenfalls zu dieser Gebetsform. Zum zweiten Mal fand diese Gebetsform in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk Rayerschied statt: „Eine Forderung der Bistumssynode ist es, dass nicht überall das gleiche Angebot für Gläubige, wie auch Suchende stattfindet. Wir werden daher das Taizegebet schwerpunktmäßig in Rayerschied anbieten und erhoffen uns auch den Zuspruch von Menschen außerhalb der Kerngemeinde“, so Pfarrer Thomas Schneider. 

Ein wichtiger Bestandteil des Taizégebetes ist die entsprechende Dekoration. So wurde die Kirche mit der traditionellen Taizédekoration von orangen, roten und blauen Tüchern und vielen kleinen Kerzen geschmückt Orange und Rot stehen für die Feuerzungen an Pfingsten, Blau ist die Farbe des Himmels. Dies wurde kombiniert mit dem Franziskuskreuz, einer Ikone, die im Zentrum der Verehrung in Taizé steht: „Um eine solche Veranstaltung durchzuführen brauchen wir viele Menschen mit den unterschiedlichsten Begabungen, angefangen für die Werbung für das Gebet, bis hin zur Dekoration der Kirche und natürlich auch viele gute Singstimmen. Die Synode von Trier spricht hier von Charismen der einzelnen Menschen“, so Bruder Johannes Maria vom Vorbereitungsteam.

Ein weiteres Element wie sich die Bistumssynode Kirche der Zukunft vorstellt sind netzwerkartige Kooperationsformen. So ist beim Taizégebet nicht die Pfarrei Rayerschied alleiniger Veranstalter sondern wird durch viele Menschen von anderen Orten unterstützt, wie Marita Klein aus Rheinböllen oder der musikalischen Mitwirkung des Singkreis Simmern unter der Leitung von Andrea Jansen, Von der Kirchengemeinde Rayerschied wirkten Andrea Sehn-Henn, Ulrich Hübel und Ulrike Nerkamp mit.

Ulrike Nerkamp hat auch den Kontakt zur örtlichen Feuerwehr hergestellt, die im Anschluss die Gottesdienstbesucher mit Bratwürsten vom Grill kulinarisch verwöhnten: „Kirche in der Zukunft soll öfters auch Gesprächs- und Begegnungsmöglichkeiten organisieren und ich bin dankbar das die Feuerwehrkameraden aus Rayerschied spontan ihre Unterstützung zugesagt haben.“ Volker Gregorius von der Feuerwehr Rayerschied regte an, dass solche Gottesdienste in Rayerschied nicht gleichzeitig mit Gottesdiensten in der evangelischen Kirchengemeinde im Nachbarort Pleizenhausen stattfinden sollten, sondern vielleicht auch gemeinsam. Ulrike Nehrkamp versprach: „ Ich werde darüber mit meiner Nachbarin reden, die Mitglied im Presbyterium der Kirchengemeinde Soonblick ist.

Eine Besucherin war trotzdem bei beiden Gottesdiensten. Edda Dreher besuchte zunächst den Gottesdienst in Pleizenhausen und fuhr dann nach Rayerschied. Erfahren hatte sie von der Veranstaltung, da ihr Sohn Frank auch Helfer der Feuerwehr beim Catering war. Auch sie war begeistert von dem Taizégebet: „Die Kirche war schön geschmückt, das hat mir sehr gut gefallen.“

Das sieht doch nach einer verstärkten Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Kirchengemeinde aus, denn sie ist die Mutter der Presbyterin, die auch Nachbarin von Ulrike Nerkamp ist.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Andrea Sehn-Henn unter 06766/82 58, sowie auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen: