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Mo, 27.05.2019

Uns schickt der Himmel

Was ist möglich in 72 Stunden?

Diakon Denner segnete Insektenhotel und Klettergerüst im Puricelli-Stift

Diakon Denner segnete Insektenhotel und Klettergerüst im Puricelli-Stift
Rhein-Hunsrück

Weit über 300 Kinder und Jugendliche waren zusammen mit vielen Ehrenamtlichen im Einsatz. Sie berührten viele Menschen in der Region mit ihrem Engagement. Sei es durch dessen Ergebnisse oder durch ihre Bitte um Hilfe. Dank SWR3 wussten sie, wir sind nicht alleine mit unserem Projekt. Laufend hörten sie andere Anliegen, Suche nach Material oder Helfern, wurden motiviert durch Musikwünsche. Doch die Wahlen lassen die Projektgestaltung nicht unberührt. In und rund um ein Wahllokal konnten keine Projekte umgesetzt werden, Ehrenamtliche konnten nicht so helfen, wie sie wollten. Dennoch wurde vieles möglich. Schließlich waren es himmlische Projekte mit begeisterten Menschen. Der Koordinierungskreis begleitete 10 Gruppen im Landkreis, die sich an der inzwischen bundesweiten Sozialaktion „72Stunden- uns schickt der Himmel“ des BDKJ beteiligten. 

Emmelshausen

„Es war toll Euch hier zu haben, ihr habt den Bewohnern neue Möglichkeiten geschaffen, ganz vielen Dank dafür“, war die Leiterin des Sozialdienstes Heike Schwickert begeistert. Sie strahlte mit den Jugendlichen um die Wetter. Sie hatten einen Brunnen zum „Fluß des Lebens“ vor dem Altenheim errichtet. Ein Teich und eine Neugestaltung der Kräuterspirale waren auf der Rückseite des Hauses das Ergebnis der 72 Stunden. Diakon Jörg Hoffmann mit dem grünen Daumen war neben den Ehrenamtlichen die große Stütze für das Projekt, ist sich Carsten Kling sicher. Er hatte Firmbewerber aus verschiedenen Gruppen zu einem 72Stunden-Team zusammengebracht.

Sohren

Auch in einem Altenheim aktiv waren die Messdiener aus Sohren. Waffelduft begrüßt einen an der sonnigen Baustelle. Gemalert und gewerkelt, mit den Senioren geredet, mit ihnen gegessen und gebacken und ihnen vorgeturnt- alles geschieht nebeneinander. „Taubenblau ist es geworden, ganz modern und doch freundlich“, gefällt Daria Thoi die Malerarbeit ihrer Schützlinge. Für alle ihre Arbeiten hatten sie Spenden zusammengetragen und sich einen umfangreichen Plan erstellt. Höhepunkt und Abschluss war ihre gemeinsame Teilnahme am Friedenslauf nach getaner Arbeit im Altenheim. 

Rheinböllen

Wenn sich die Pfadfinder an einem Altenheim engagieren, darf es auch gerne ein Gartenprojekt sein. Die Jüngeren bauten Nistkästen und eine Informationstafel, während die Älteren den Ziegen eine neue Klettermöglichkeit mit Unterstand bauten. Hierfür fanden sie Materialien bei vielen Firmen der Verbandsgemeinde. Zusammen mit den Messdienern waren sie wahre Soonwaldhelden für die Bewohner und die Ziegen, die sich über die Abwechslung freuten. Neben ihren Materialspenden, der fachlichen Unterstützung durch Ehrenamtliche  wie Ela und Clemens Kopp und Imker Bergheim freuten sie sich wie viele andere auch über eine tolle Verpflegung durch Metzger, Bäcker, Supermärkte, Familien und Fans.


Sohren DPSG

Der zweite Pfadfinderstamm der DPSG im Hunsrück war im Erlebnis- und Erholungsgelände „Im Ried“ in Sohren aktiv. Dort war auch die Gehörlosengemeinde des Bistum Trier zu Gast. Neue Sitzgarnituren, Rutsche und eine Wellnessliege verschönern nun das Gelände und die Hütten glänzen mit ihrer neuen Lasur. Von überall bekamen sie Hilfe und Unterstützung und arbeiteten Hand in Hand. Begeistert waren alle über die Unterstützungs- und Spendenbereitschaft. Beispielhaft zu erwähnen die Landmetzgerei Frank, die alle Bratwürste für das große Fest im Ried spendete. Oder die drei Pizzerien aus Sohren und Büchenbeuren. Auch hatten die DPSGler mit zahlreichen Kuchen- und Salatspenden ein wunderbares Buffet für alle Zieleinläufer und Gäste organisiert. 
 „Von solchen Projekten zehren die Jugendlichen ein Leben lang, hier lernen sie am Meisten“, ist Elisabeth Fieweger begeistert. Ihre Kinder waren in verschiedenen Projekten im Einsatz. Selbst schwärmt sie noch von einem Projekt der letzten 72Stundenaktion in Kappel.


Simmern

In die Jahre gekommen ist die „Eich“, ein geschichtsreiches Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner. Dem wollten die Jugendlichen aus der Pfarrei St. Josef ein Ende bereiten. Zuversichtlich nahmen sie den Auftrag an, mit Unterstützung des Bauhof, Simmerner Firmen, Nachbarn und Anwohnern die unterschiedlichsten Denkmäler und Plätze wieder auf Vordermann zu bringen. Sie luden zu einer gemeinsamen Begehung und Picknick alle Anwohner von der Schlicht und der Eich ein. Deren Begeisterung war in den Gesprächen zu spüren. „Das sollte uns motivieren, daran weiterzuarbeiten und mehr daraus zu machen“, waren sich einige Anwohner einig. Es ist ein himmlischer Impuls mehr daraus zu machen.

Wüschheim

Malteserjugend und die Messdiener aus Biebern hatten sich zusammen angemeldet. Sie erhielten vom Koordinierungskreis ein vielfältiges Projekt: die Größten kümmerten sich um den Bouleplatz, Pizzaofen und die Schutzhütte, das Kreuz zu restaurieren samt dem Gelände war dann Auftrag der Jugendlichen und die Jüngsten bauten Nistkästen aller Art und verteilten sie entlang der Wanderwege. Der Hüttenaufbau war nicht so einfach, obwohl Uwe Adam sich voll reinkniete. Dass ihn das noch in die Lüfte bringen sollte, konnte er inmitten der Baustelle nicht ahnen. Denn was Kinder und Jugendliche  alles auftreiben können für eine Tombola, zeigte sich dann beim großen Fest. Ein Flug mit dem Heißtluftballon gab es zu gewinnen, neben tollen Gutscheinen und allem was Männer- und Frauenherzen so begehren können. So brachte Firma Wilbert&Sohn aus Stromberg Uwe Adam mit seinem Sohn noch am Sonntagabend mit einem Heißtluftballon ganz neue Sichtweisen auf ihr Projekt. Sie fuhren bei bestem Frühlingswetter bis Niederkumbd.


Kirchberg

Das Jugendzentrum am Zug legte sich am Freitagnachmittag im Gemeindewald von Kirchberg so richtig ins Zeug. Unter Anleitung des Revierförster übernahmen sie unterschiedlichste Aufgaben.
Am Samstagnachmittag trafen sie sich, um einen Konzertabend auf der Open Stage des Marktplatzes vorzubereiten. Dabei traten unterschiedlichste Nachwuchskünstler und Gruppen aus Kirchberg und Umgebung auf.


Laufersweiler

Am Kindergarten in Laufersweiler war die jüngste Gruppe im Einsatz. Sie bauten nicht nur ein Insektenhotel, sondern gestalteten die Sandflächen für die Kinder neu und pflanzten Bäume und Sträucher. Das Projekt brachte Kinder und Jugendliche im Dorf zusammen, die bislang wenig Kontakt und auch keinen festen Treffpunkt im Dorf haben. Ihre Planung passte so gut, dass sie mit wenig Stress, trotz mancher Blase an den Händen, rechtzeitig fertig wurden.

Jugendkirche crossport to heaven / DPSG Sohren / Orasje (Bosnien-Herzegowina

Internationalen Charakter hatte das Projekt für crossport to heaven und das Jugendzentrum Sohren.
Hier lag die Herausforderung in der raschen gemeinsamen Organisation. Die Jugendlichen von crossport to heaven und dem Jugendzentrum Sohren mussten sich kennenlernen und ihre Aufgaben gut miteinander abstimmen. Sie organisierten in 72 Stunden einen Spendenlauf mit über 50 spontanen Teilnehmern für mehr Frieden in Europa. Die Strecke führte vom crossport to heaven nach Sohren „im Ried“. Der Erlös kommt einer Kinder- und Jugendeinrichtung in Bosnien-Herzegowina zu gute. Diese werden die Jugendlichen im Rahmen der Jugendbegegnung im Sommer besuchen. Deren Jugendliche organisierten eine Fahrradtour, um ihren Wunsch Teil der europäischen Gemeinschaft zu werden, deutlich zu machen. Hierüber informierten die beiden Gruppen bei verschiedenen Aktionen in den Städten des Landkreises. Sie luden nicht nur zum Friedenslauf sondern auch zum Wählengehen ein.  Dazu organisierten sie kleine Videobeiträge mit Statements von Bürgern aus der gesamten Region und schnitten einen gemeinsamen Film mit Jugendlichen aus Orasjne. Dessen Vorführung rührte mit  seiner Herzlichkeit und den Bildern aus Bosnien.