Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


Hauptinhalt


Mo, 09.09.2019

Salz der Erde und Licht der Welt

Katholiken und Protestanten feiern ökumenischen Gottesdienst in Riegenroth

wegen des schlechten Wetters fand der Gottesdienst in der Riegenrother Kirche statt

wegen des schlechten Wetters fand der Gottesdienst in der Riegenrother Kirche statt
Salz der Erde, Licht der Welt, dies sollen Christen in der Welt sein. So hatte es Jesus Christus in der Bergpredigt gesagt. Und diesem Ruf sollen Christen auch heute folgen. Dies betonten Pfarrer Thomas Schneider (Rheinböllen) und Pfarrerin Ortrun Hillebrandt (Riegenroth) im ökumenischen Gottesdienst der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Nepomuk Rayerschied und der evangelischen Kirchengemeinde Zehn Türme in der evangelischen Kirche in Riegenroth.

„Wir wissen, wie es schmeckt ohne Salz. Und wir wissen, wie es ist ohne Licht“, meinte Pfarrerin Hillebrandt. Und auch, wenn der Glauben von Christen oft nur unvollkommen sei, so habe Christus doch Vertrauen in die Menschen. „Er sagt, dass wir Salz und Licht sind. Und dabei ist er in unserer Mitte“, machte sie deutlich.

„Wir sollten dem Ruf Christi folgen und als Licht vor den Menschen leuchten“, betonte auch Pfarrer Schneider. Taten der Menschlichkeit und Werke der Barmherzigkeit würden dies der Welt zeigen. „Wenn wir Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte kleiden, Fremde aufnehmen, dann erfüllen wir den Willen unseres Herrn“, so der katholische Theologe.

Eigentlich sollte wieder auf dem Schönenberg in der Nähe von Riegenroth dieser ökumenische Gottesdienst gefeiert werden, so, wie es seit vielen Jahren immer am ersten Septembersamstag zur festen Tradition geworden ist. Doch das regnerische Wetter ließ die Katholiken und Protestanten in der evangelischen Kirche zusammenkommen. „So feiern wir nicht auf dem Schönenberg, aber doch in dessen Nähe einen Gottesdienst“, meinte Pfarrerin Ortrun Hillebrandt. Immerhin mehr als 150 Katholiken und Protestanten aus den beiden Gemeinden nahmen an dem Gottesdienst teil, in dem auch der Gospelchor „Gospel spirit“ mitwirkte. Und trafen sich im Anschluss noch zu einem gemütlichen Beisammensein und vielen Gesprächen im kleinen evangelischen Gemeindehaus in Riegenroth.

Dieser Gottesdienst rückt aber auch den Schönenberg wieder in den Blickpunkt. Hier gab es viele Jahre eine Pfarrkirche für eine große Region im Hunsrück. Er war Gerichtsort, Marktort, Wallfahrtsziel und Eremitage. Denn der Schönenberg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. 1110 schenkte der Propst der Wormser Martinskirche auf Bitte des Trierer Erzbischofs Bruno seinem Stiftkapitel den Zehnten zu Schönenberg sowie in sieben weiteren Dörfern auf der anderen Rheinseite.

Seit dem 12. Jahrhundert ist hier eine Kirche nachgewiesen, die ein Edelmann der Oberweseler Schönburg gestiftet hatte und die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht war. Ebenso gab es ein Gericht und einen Jahrmarkt. Auch als Wallfahrtsort war der Schönenberg über die Region hinaus bekannt. Nach der Verbindung der Pfarrei 1706 mit Rayerschied verfiel die Kirche, ab 1817 wurden keine Gottesdienste mehr an diesem Ort gefeiert. Die Eremitage, die rund 100 Jahre bestand, wurde bereits 1795 aufgelöst. Einen Markt gab 1877 zum letzten Mal auf dem Schönenberg. Heute ist nur noch der alte Friedhof erhalten, der vor Jahren liebevoll restauriert wurde.

Doch seit vielen Jahren entsteht auf dem Schönenberg wieder ein vielfältiges kirchliches Leben. So wird beispielsweise auf Beschluss des Rayerschieder Pfarrgemeinderates am Fest Peter und Paul, dem 29. Juni, hier eine Heilige Messe gefeiert. Und seit der 900-Jahr-Feier gibt es am ersten Samstag im September den ökumenischen Gottesdienst, der auch nun wieder gefeiert wurde.

Text und Bild: Dieter Junker