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Di, 24.03.2020

Brief von Dechant Krag und Dekanatsreferent Günther Greb bzgl. der Corona-Pandemie


Liebe Mitchristen im Dekanat Simmern-Kastellaun,

durch die Corona-Pandemie sind wir binnen kürzester Zeit in eine nie da gewesene Situation gelangt. Vieles von dem, was uns über Jahre und Jahrzehnte ganz selbstverständlich geworden ist, geht jetzt plötzlich nicht mehr:

Die Reisefreiheit ist eingeschränkt; Versammlungen jeglicher Art sind untersagt,; Kinos, Theater, Museen - alles ist geschlossen; Kindertageseinrichtungen und Schulen sind geschlossen, Besuche bei Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern sind nur noch sehr eingeschränkt möglich oder bereits verboten.                                               

Begegnungen von Mensch zu Mensch finden nur noch mit Abstand statt, und wir dürfen uns auch nicht mehr zum Gottesdienst oder zum Gebet versammeln.

Es ist nicht einfach, sich an alle diese Zustände zu gewöhnen!

Auch die Situation zuhause kann schwierig werden, wenn Eltern und Kinder sehr viel mehr Zeit miteinander in Wohnungen und Häusern verbringen (müssen); dies gilt in besonderem Maße für Alleinerziehende. Kritisch wird es erst recht dann, wenn in dieser Situation auch Kranke und alte Menschen versorgt werden müssen - oder wenn jemand ganz alleine wohnt.                                                                                                                                                         

Da ist unsere Kreativität gefragt, wie wir das Zusammenleben so gestalten können, dass es für alle angenehm  oder zumindest erträglich bleibt. Da sind wir auch als „Kirche“ gefordert, Impulse dafür zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Die Corona-Pandemie ist eine große Herausforderung für uns alle - und im Besonderen auch für uns als Christen. Es ist wichtig, dass wir die unsere christlichen Werte nicht aus den Augen verlieren, dass wir  Solidarität und Nächstenliebe gegen egoistisch geprägte Hamsterkäufe setzen, dass wir die  kranken Menschen in unseren Gemeinden nicht im Stich lassen, sondern mit ihnen wenigstens telefonischen Kontakt halten und unsere Hilfe anbieten, dass wir einander trösten und stärken, dass wir zu Gebet und Gottesdienst im privaten Bereich einladen und dafür auf Hilfestellungen -z. B. auf der Bistumsseite, der Homepage des Dekanates Simmern-Kastellaun  oder bei katholisch.de  - hinweisen und selber kreativ werden, wie wir uns bei geringer werdenden Sozialkontakten gut vernetzen und miteinander in Verbindung bleiben.

In dieser außergewöhnlichen Fastenzeit, in der die Situation von uns den Verzicht auf viele scheinbar selbstverständliche Gewohnheiten, Rituale und Kontakte fordert, finden wir uns selbst herausgefordert, uns auf Wesentliches und Elementares zu besinnen sich an Gott festmachen und auf ihn vertrauen uns nach unseren Möglichkeiten für die Mitmenschen einsetzen einander helfen, die Lasten zu tragen

Ein Text von Papst Franziskus ist vielleicht eine kleine Besinnungs- und Er-Innerungs -Hilfe:

 „Wir müssen das Konkrete in den kleinen Dingen wieder entdecken, die kleinen Aufmerksamkeiten gegenüber denen, die uns nahe sind, Familie, Freunde. Wir müssen verstehen: Die kleinen Dinge sind unser Schatz. Es gibt minimale Gesten, die manchmal in der Anonymität des Alltags untergehen - Gesten der Zärtlichkeit, der Zuneigung, des Mitgefühls, die dennoch entscheidend sind, bedeutend. Das kann zum Beispiel ein warmes Essen sein, ein Streicheln, eine Umarmung oder ein Telefonat… Es sind vertraute Gesten der Aufmerksamkeit gegenüber den Details jedes einzelnen Tages. Sie sorgen dafür, den Sinn im Leben zu sehen und dass es Gemeinschaft und Kommunikation unter uns gibt.“   
       (Papst Franziskus im Interview zur Corona-Situation, ital. Tageszeitung „La Repubblicca“ 18.03.2020)


Manches, was Papst Franziskus nennt, ist in der derzeitigen Situation nicht möglich, weil es not-wendig ist, zum Schutz anderer und zum Selbstschutz die Regelungen und Anordnungen zum persönlichen Verhalten zu befolgen. Aber wir können achtsam bleiben füreinander und kreativ werden  mit den modernen tech-nischen Mitteln, die es gibt - aber genau so auch (wieder neu entdeckt)  mit den „altmodischen“, einem handgeschriebenen Brief zum Beispiel, den ein Mensch in der Hand halten kann, immer wieder, und auf diese besondere Weise die Nähe eines anderen spürt.

Machen wir in unseren Gemeinden, unseren Nachbarschaften  Augen und Ohren auf,  damit wir die Not vor Ort wahrnehmen und unsere Hilfe anbieten, wo es nötig ist. Übernehmen wir Verantwortung füreinander und stärken wir uns gegenseitig, damit wir miteinander diese Krise gut überstehen, dann wird es mitten in dieser tristen und öden (Fasten-)Zeit sicher auch österliche Erfahrungen geben.                                                                                                                  

Bleiben wir uns dabei bewusst, dass wir aus der Kraft Gottes leben und  davon Zeugnis ablegen dürfen - und  helfen wir mit, dass wir Krise gut bewältigen. Vielleicht hilft und erinnert uns der Satz von Teresa von Avila dabei:

 „Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles vergeht. Gott bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.“

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne per Telefon oder Mail an das Dekanatsbüro wenden. Sofern wir können, werden wir Ihnen weiterhelfen oder ihre Anregungen aufnehmen. Auch Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort stehen Ihnen selbstverständlich als Ansprechpartner/-innen zur Verfügung.

Herzliche Grüße und Bleiben sie gesund!

Pfr. Ludwig Krag            PR Günther Greb
Dechant                       Dekanatsreferent