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Fr, 17.04.2020

Erst Ebola dann Corona

Hilfsaktion der Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen gestartet

Pater Floribert bei einem vergangenen Besuch im Gespräch mit den Sternsingern

Pater Floribert bei einem vergangenen Besuch im Gespräch mit den Sternsingern
Goma/DR Kongo - Mittlerweile ist die ganze Welt von der Corona-Pandemie betroffen. Fast überall werden Geschäfte und Schulen geschlossen, öffentliche Gottesdienste dürfen nicht gefeiert werden und die Menschen werden angehalten ihre Häuser und Wohnungen nur zur  Besorgung wichtiger Dinge des täglichen Bedarfes zu verlassen, sowie soziale Kontakte ganz einzuschränken. Während Deutschland sowie die Europäische Union versucht durch hohe Investitionen, Kreditzusagen sowie Kurzarbeiterprogramme die wirtschaftlichen Auswirkungen zu minimieren, treffen die Auswirkungen von Corona in den Staaten Afrikas die Ärmsten besonders hart.

Mit einem Hilferuf an viele Gläubige der Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen hat sich daher Pater Dr. Floribert Malemo diese Woche gemeldet. Der Geistliche ist Leiter der Schule des College Mwanga im kongolesischen Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Er ist vielen Katholiken im Hunsrück durch seine Urlaubsvertretungen in den Sommermonaten in Simmern und Rheinböllen bekannt. Auch die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen sammeln seit Jahren Spenden für den Aufbau seiner Schule und ermöglichen dadurch 2000 Schülerinnen und Schüler eine gute berufliche Perspektive.

Auch in Goma gilt seit dem 19. März eine Ausgangs- und Kontaktsperre. Seine Schule ist ebenfalls geschlossen. Das gesellschaftliche Leben ist komplett heruntergefahren und auf null gesetzt. Auch die Gottesdienste, viele Veranstaltungen und Hilfsangebote der katholischen Kirche können nicht mehr durchgeführt werden. Darunter leiden die Menschen vor Ort sehr, denn viele finden in ihrem schwierigen Alltag Trost im Glauben.

Gerade erst habe man im Kongo den „Alptraum Ebola“ halbwegs überwunden, schon müssten die Menschen mit einer neuen Virus-Gefahr umgehen, sorgt sich auch Beate Jantzen vom Kindermissionswerk Aachen, die das Sternsingerprojekt der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen betreut  Ebola hatte ab Sommer 2018 im Kongo tausende Menschen niedergestreckt. Die schwere Virus-Epidemie war im Kongo zuletzt weitgehend eingedämmt worden.

Dabei seien die von den Behörden verordneten Präventionsmaßnahmen im Kongo kaum umzusetzen, so Dr. Floribert Malemo. Die Mehrheit der Bevölkerung lebe auf der Straße, oft fehle es an fließendem Wasser. Diejenigen, die ein notdürftiges Dach über dem Kopf hätten, lebten oftmals in Gruppen bis zu 15 Personen zusammen. Zu Hause zu bleiben oder sich regelmäßig die Hände zu waschen sei unter solchen Bedingungen schlichtweg unmöglich. Dabei klagt er auch den kongolesischen Staat an: „Der Staat sagt nur, dass die Leute zu Hause bleiben müssen, aber er macht sich keine Sorgen ob die Menschen genug zu essen haben. Der Staat hat auch versprochen, dass die Strom- und Wasserversorgung kostenlos gewährleistet wird. Aber er zahlt kein Geld an die Energie- und Wasserversorgungsunternehmen. Jetzt sollen die Menschen ihr Wasser am Kivu-See holen gehen.
Um zu überleben müssen die Menschen vor Ort rausgehen und arbeiten, denn sie benötigen Geld um Lebensmittel zu kaufen. Da die Menschen in der Vergangenheit wenig verdient haben, konnten sie auch keine Ersparnisse zurücklegen um diese schwierige Zeit zu überbrücken. So befürchtet Dr. Floribert Malemo eine Hungerkathastrophe. Er hadert sehr mit der Situation nicht helfen zu können: „Es ist eine primäre Aufgabe der Kirche an der Seite der Ärmsten zu stehen, sie zu unterstützen und zu begleiten, aber wir haben keine Möglichkeiten ihnen zumindest im Glauben Trost zu geben.“
„Wir wollen die Menschen vor Ort zumindest finanziell unterstützen und rufen daher zu Spenden auf“, so der Pfarreienratsvorsitzende Markus Koch der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen. Pastor Lutz Schulz aus Simmern fügt hinzu: „Durch die Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk Aachen ist sichergestellt, dass die Spenden wirklich eins zu eins ohne Verwaltungsaufwand dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden.“

Unter dem Stichwort: „HILFE FÜR GOMA“ bitten die Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen um Spenden auf das Konto des Kirchengemeindeverbandes Simmern (IBAN: DE 63 3706 0193 3014 5770 16) bei der PAX-Bank Köln (BIC: GENO DE D1 PAX)

Zu Rückfragen stehen Ihnen gerne Markus Koch unter 0151/56 89 60 25 oder E-Mail koch.rayerschied@freenet.de sowie die Pfarrämter in Simmern und Rheinböllen zur Verfügung