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Di, 17.11.2020

St. Martin feiern ist doch möglich

Traditionelles Brauchtum konnte in Rheinböllen stattfinden

v. l. n. r. Pfarrer Thomas Josiger, Gem.ref. Daria Thoi, , Bettler (Felix Sonett), St. Martin (Martin Pira)  Bild: Stephan Sonett

v. l. n. r. Pfarrer Thomas Josiger, Gem.ref. Daria Thoi, , Bettler (Felix Sonett), St. Martin (Martin Pira) Bild: Stephan Sonett
Rheinböllen – November 2020 in Deutschland. Überall müssen die traditionellen Martinsumzüge in Deutschland wegen der Corona-Pandemie ausfallen und sorgt deshalb für viel Enttäuschung bei den Kindern mit ihren selbstgebastelten Laternen. Stattdessen sollen diese ans Fenster aufgestellt werden und in den Dörfern sorgt der Gemeinderat dafür, dass die Kinder ihren Weckmann bekommen. Nicht so in Rheinböllen. Evangelische und katholische Kirchengemeinde sorgten dafür, dass auch eine solche Veranstaltung Corona-konform gefeiert werden kann.

Zwar musste auch in Rheinböllen der Umzug ausfallen, jedoch konnte der Heilige Martin im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes im weitläufigen Areal des katholischen Pfarrgartens die Kinder besuchen. Dafür mussten aber umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Da gerade in der Dunkelheit es schwierig ist die Mindestabstände einzuhalten, sorgten Eisenstäbe mit Leuchtgirlanden geschmückt, dass sich jede Familie im ausreichenden Sicherheitsabstand im Pfarrgarten versammeln konnte. Zwanzig Familien nahmen an diesem Gottesdienst teil, der musikalisch vom Evangelischen Posaunenchor unter der Leitung von Jochen Conrad gestaltet wurde, der sich ebenfalls gemäß den Abstandsregeln außerhalb des Pfarrgartens aufstellte. Gesanglich unterstützt wurde das Posaunenensemble von Lea Pöppinghaus die auch die drei Martinsklassiker „Ich geh mit meiner Laterne“, „ St Martin, St. Martin“ und „Laterne, Laterne“ vortrug. Im Zentrum des Pfarrgartens sorgte Küsterin Heike Feldenz für ein kleines Martinsfeuer, so dass die Gottesdienstteilnehmer wie in den vergangenen Jahren ein traditionelles St. Martins-Feeling entwickeln konnten.

Geleitet wurde der Gottesdienst von Gemeindereferentin Daria Thoi und auf evangelischer Seite von Pfarrer Thomas Josiger. Höhepunkt war natürlich der Auftritt des Heiligen Martin, passender Weise von Martin Pira aus Rheinböllen dargestellt, der dem Bettler (Felix Sonett aus Dichtelbach) wegen der Kälte seinen halben Mantel schenkte. Im Rahmen eines Zwiegespräches erfuhren die Kinder, was den so besonders ist an dem Heiligen Martin. So lebte Martin um das vierte Jahrhundert nach Christus. Sein Name leitete sich vom Kriegsgott Mars ab. Heidnisch aufgewachsen kam er schon früh mit dem Christentum in Kontakt, aber dies wurde von seinem Vater verboten. Mit 15. Jahren wurde er dann schließlich Soldat in der römischen Armee. Besonders bekannt ist seine Geschichte, wie er einem Bettler in bittrer Kälte seinen halben Mantel schenkte. In der folgenden Nacht ist ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne des Bibelzitates „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr dem geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, wurde ihm klar, dass das Soldatensein nicht zu ihm passte und er beschloss seinen Dienst zu quittieren und Christ zu werden, was damals nicht ungefährlich war. Auch Martins Vater war nicht so begeistert von der Entscheidung seines Sohnes, seine Mutter ließ sich später allerdings ebenfalls taufen. Danach wurde er zunächst Einsiedler, später sogar Bischof. Am 11. November, seinem Todestag, wird sein Gedenken gefeiert. So gilt sein Leben als Vorbild dafür, anderen Menschen zu helfen, aber auch Mut zu haben zu Überzeugungen zu stehen und auch Position im Leben zu beziehen.

Rege beteiligten sich die Kinder nach dem Anspiel was man alles teilen kann. So kann man Bücher, Essen und Trinken und auch Kleidung miteinander teilen. Man kann sich aber auch gegenseitig Zeit schenken und füreinander da sein.

Am Schluss des Gottesdienstes erhielten die Kinder auch noch ihren traditionellen Weckmann, gestiftet von der Stadt Rheinböllen. Zuvor wies Gemeindereferentin Daria Thoi noch auf eine Aktion der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen speziell für Kinder hin. So gibt es von St. Martin bis zum Fest der Heiligen Drei Könige umfangreiches Material zum Malen, Basteln und Lesen um sich kindgemäß mit den Festen der Advents- und Weihnachtszeit zu befassen. Diese Post liegt in der katholischen Pfarrkirche St. Erasmus wöchentlich zur Abholung bereit.

Mehr dazu gibt es auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de sowie bei Gemeindereferentin Daria Thoi unter 06764/30208-12.