Dame mit Schmuckkasten



Dame mit Schmuckkasten

 

Das aus Putzfragmenten zusammengesetzte Bild ist Teil einer gemalten Kassettendecke, die 1945/46 und 1967/68 bei den Grabungen im Trierer Dom im Bereich der Vierung, etwa 3,50 m unterhalb des heutigen Kirchenbodens in viele tausend Stücke zerschlagen aufgefunden wurde. Die Decke zierte einst einen Raum (ca. 7 x 10 m), der zu einem Wohnpalast gehörte, den man niederlegte, als die antike Kirche gebaut wurde.

 

Das Bild zeigt eine in Schrägansicht wiedergegebene reich geschmückte Frau, deren Haupt von einem Nimbus (Lichtscheibe) umgeben ist. In der linken Armbeuge hält sie einen geöffneten Schmuckkasten, aus dem sie eine Kette demonstrativ herauszieht. Ihre goldfarbige Gewandung ist ebenso kostbar wie ihre Halskette mit goldeingefaßten blauen Edelsteinen. Ferner trägt sie goldene Armreifen, Ohrgehänge mit tropfenförmigen Perlen, eine Perlenschnur und goldene Lorbeerzweige im Haar sowie einen mit fünf kugelförmigen Aufsätzen versehenen, diademähnlichen Kopfschmuck.

 

Die Deutung des Bildes und damit auch der gesamten Decke wird kontrovers diskutiert. Entgegen einer ursprünglichen Porträtdeutung wurde vorgeschlagen, in dem Bild einen Ausdruck des prunkvollen Lebensstils der römischen Oberschicht und die Bestätigung eines glücklichen Zeitalters zu sehen.


121 x 131 cm

Trier, 1. Viertel 4. Jahrhundert

Seccomalerei auf Verputz