Newtons Käfig



Newtons Käfig

 

„Mein größtes Vorbild ist Rembrandt“, hat der in Luxemburg lebende Niederländer van der Vlugt einmal gesagt. Das Spiel mit Licht und Schatten, die bevorzugte Verwendung von Ölfarben sowie die altmeisterlich anmutende Malweise seines Bildes „Newtons Käfig“ passen perfekt zur Manier seines großen Vorbildes.

Ein Mensch, ein unbekleideter Mann schwebt frei im Raum. Taucht er auf oder schwebt er herab? Wird er von einer unsichtbaren Kraft gehalten? Er ist schutzlos dem Dunkel und dem spärlichen Licht ausgeliefert. Diffus kommt es von rechts oben und wirft einen Schatten auf den erdigbraunen Boden, aus dessen Staub der Mensch nach biblischer Überlieferung erschaffen wurde. Der Raum ist nicht weiter definiert. Er verliert sich im Dunkel des Hintergrundes. Recht rätselhaft erscheint uns das Bild, rätselhaft der schwebende Mensch zwischen Himmel und Erde, zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Stürzen und Gehaltenwerden. „Das Helle und das Dunkle“, sagt van der Vlugt, „all das ist Leben.“

Van der Vlugts Bilder kreisen sehr oft um das Rätsel Mensch: er versucht das zwiespältige Wesen des Menschen in seinen Bildern zu ergründen. Ungewöhnlich, dass sich ein junger Maler solchen Fragen mit solch „altertümlichen“ malerischen Mitteln nähert.

Das Bild gehört zu den Ankäufen der letzten Jahre in Zusammenhang mit der Ausstellungsreihe „kunst trifft kirche“, bei der es meist um Grundfragen menschlichen Lebens ging. Positionen von Künstlern unterschiedlichen Alters und verschiedener künstlerischer Gattungen werden unter einem bestimmten Thema ausgesucht und in einen Dialog mit den traditionellen Werken der christlichen Kunst gebracht.

 

 

Joachim van der Vlugt (geb. 1970)

2006

Öl auf Leinwand

200 x 180 cm