Bronzekette




























Spätantike Bronzekette


Die Bronze-Kette besteht aus 19 S-förmigen Gliedern, die 18 eiförmige Elemente miteinander verbinden. Die einzelnen Kettenglieder sind gegossen, die eiförmigen Teile sind zusätzlich in Kaltarbeit mit feinen umlaufenden Riefen versehen. An einem Ende der Kette befindet sich ein pyramidenförmiges Element, dessen Seiten von vier herzförmigen Platten gebildet werden. In diesem Baldachin steckt ein S-förmiger Haken aus Eisen, mit dem die Kette an einer Aufhängung in der Decke befestigt werden konnte. Das letzte Glied am entgegengesetzten Ende der Kette bildet ein S-förmiger Bronzehaken. Ob die Kette in ihrer vollen Länge erhalten blieb, ist zu bezweifeln, da sich an den letzten erhaltenen Haken durchaus weitere Kettenelemente angeschlossen haben können. Die Kette weist nur wenige geringfügige Beschädigungen auf; die Oberfläche zeigt eine grünliche Patina mit roten Flecken; in geringsten Resten ist die ehemals goldfarbene Oberfläche der Kette noch zu sehen.

Die Kette gehört zur Aufhängung eines großen Leuchters, mit dem der Ostchor der frühchristlichen Südbasilika erleuchtet werden konnte. In einem scheiben- oder reifenartigen Element, das selbst an mehreren Ketten hing und über einen „Verteiler“ mit der großen, von der Decke hängenden Kette verbunden war, steckten mit Öl gefüllte gläserne Lampen. Ihr Licht, das durch das Glas der Ölbehälter und die goldglänzende Oberfläche der Leuchterelemente gebrochen und verstärkt wurde, fiel in den Raum und erleuchtete zugleich die sehr kleinteilig und farbig ausgemalte Decke des annähernd 18 m hohen Raumes. Im Rahmen großer Gottesdienste, zu denen die festliche Illumination des Kirchenraumes als ein wesentliches Element gehörte, wird der große Leuchter entzündet worden sein.

(Hiltrud Merten)

 

Gefunden im Ostchor der Trierer Liebfrauenkirche, Februar 1950

nach 335 – Anfang 5. Jahrh.

Bronze, Eisen

L 232 cm