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Kunstwerk des Monats

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel jeweils ein Objekt aus unserer Museumssammlung.
Neuerwerbungen, Altbestände, Schenkungen, neue Forschungsergebnisse oder einfach die Highlights unserer Sammlung - all das erwartet Sie hier. Mit einem kurzen Text und einem Foto stellen wir Ihnen das Objekt vor.
Aber Sie wissen ja: nichts geht über das eigene Erleben - unsere Kunstschätze erwarten Sie.


Reitender Kurfürst (F: R. Schneider)           


Das querrechteckige Ölgemälde in prachtvollem, ursprünglich nicht zugehörigem Stuckrahmen zeigt den Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus (1768-1801; gest. 1812) auf einem Apfelschimmel nach rechts reitend. Der Kopf des Kurfürsten ist dem Betrachter zugewandt. Das prunkvolle Zaumzeug samt kostbar verzierter Decke entspricht dem kurfürstlichen Ornat des Reiters mit Kurfürstenhut, Hermelinkappe und hermelinverbrämtem Mantel. Die Hände, mit Handschuhen bekleidet, halten die Zügel, wobei die Rechte die Zügelenden nach oben zieht, so dass unter der Hand die Zierquaste des Zügelendes sichtbar wird. Am unteren Mantelrand hat der Maler den Steigbügel mit dem rechten, mit einem schwarzen Schnallenschuh bekleideten Fuß des Reiters dargestellt. Insignien, die das geistliche Amt des Clemens Wenzeslaus als Erzbischof von Trier anzeigen, sind nur zurückhaltend wiedergegeben; lediglich das Pectorale (Brustkreuz) und das Bäffchen (Kragen mit zwei auf die Brust herabhängenden Leinenstreifen) kennzeichnen den Kleriker und Bischof. Im Hintergrund sind der „Frankfurter Römer“ und der Brunnen auf dem Marktplatz dargestellt, wodurch Frankfurt als Ort des Geschehens angegeben wird.

 

Die Darstellung des „Frankfurter Römers“ stellt den Zusammenhang mit der seit 1562 in Frankfurt durchgeführten Wahl und Krönung des Römischen Königs bzw. Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation her. Die auch für andere Kurfürsten belegten „Reiterbilder“ sind dabei nicht nur „Gedenkbilder“ an das besondere Ereignis einer Königswahl und -krönung, sondern sind zugleich Ausdruck einer besonderen Ehre, die den Kurfürsten als Königswähler und höchstem Fürstenstand nach dem König zukam.

In der Regierungszeit des Clemens Wenzeslaus, der am 10. Februar 1768 zum Erzbischof und Kurfürsten von Trier gewählt worden war, gab es in Frankfurt zwei Kaiserwahlen und –krönungen: 1790 die Wahl und Krönung Kaiser Leopolds II. und 1792 die Wahl und Krönung Franz II. Das Bild bezieht sich wohl eher auf die Wahl von 1790; für 1792 sind bislang keine sicheren Darstellungen dieser Art für Clemens Wenzeslaus belegt.

(W.Weber)

 

 

Reitender Kurfürst Clemens Wenzeslaus vor dem Frankfurter Römer

1790 oder 1792

Öl auf Leinwand

H. 44,5 cm; Br. 54,2 cm

Inv. M 220

 




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