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Kunstwerk des Monats
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel
jeweils ein Objekt aus unserer Sammlung.




 
Schatztruhe (F: R. Schneider)        

Mittelalterliche Eichenholztruhe

 

Im Jahre 1898 fand man im tresorartigen Untergeschoss der doppelgeschossigen, um 1200 zwischen dem nordöstlichen Vierungspfeiler und dem nordöstlichen Wandpfeiler der römischen Ostwand eingebauten romanischen Schatzkammer des Trierer Domes zwei große eisenbeschlagene Eichenholzkisten: eine flache Kiste (Inv. H 18) und eine größere (Inv. H 19). Die seitlichen Bretter der größeren Kiste sind als Fußteile ausgebildet. Je drei schmiedeeiserne Bänder umfassen die Seitenteile und greifen auf die Langseite über; auf dem Deckel sind fünf Bandeisen befestigt, von denen die drei mittleren die Deckelscharniere bilden und als Bänder über die Rückwand unter dem Bodenbrett bis auf die Vorderseite hin durchlaufen. Das Eichenholz der Kiste war einst unbehandelt; es wurde jedoch anläßlich einer Restaurierung 1938 gereinigt und mit Holzschutzmitteln getränkt.

 

Durch die dendrochronologische Untersuchung sind beide Kisten in das 11. Jahrhundert zu datieren, denn die Fällungszeit der Eichen lässt sich nach dem jeweils jüngsten erhaltenen Jahrring unter Berücksichtigung des abgebeilten Splintholzes für die große Schatztruhe um 1047 (+/- 6 Jahre) bestimmen, während für das Holz der kleinen Kiste eine Fällungszeit um 1065 (+/- 8 Jahre) ermittelt wurde. Damit gehören die eisenbeschlagenen Schatztruhen wohl zur ursprünglichen Ausstattung der romanischen Schatzkammer des Trierer Domes, die noch im Jahre 1595 „Camera reliquiarum“ genannt wurde; die Truhen bargen einst wohl die Kostbarkeiten des Domes, seien es Reliquien, Urkunden oder wertvolles liturgisches Gerät.

(Winfried Weber)

 

 

Trier, Dom, romanische Schatzkammer

11. Jahrh.

Eiche, Eisenbeschläge und Eisenschloss mit Überschlag

H 105 cm, B 152 cm, T 62 cm

Inv. H 19


 
 



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