Basis-Navigation

Breadcrumb

Hauptinhalt

Kunstwerk des Monats

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen im monatlichen Wechsel
jeweils ein Objekt aus unserer Sammlung.



Heß, Dom und Liebfrauen (F: Museum am Dom)

Dom und Liebfrauenkirche Trier

 

Hinter umgestürzten Mauerresten und fensterlosen Hausruinen sind im Hintergrund Türme, Dach und Querhausgiebel der Doppelkirche von Dom und Liebfrauen in Trier zu erkennen. Der Turm der Liebfrauenkirche und - zum Teil durch diesen verdeckt - der Südwestturm des Domes haben ihr bekrönendes Dach samt Dachstuhl verloren. Rechts davon sind das grüne, kupfergedeckte Dach des Domlanghauses mit dem rosafarben leuchtenden Giebel sowie den beiden spitzen Osttürmen zu erkennen.

Um welche Häuser es sich im Vordergrund handelt, ist nicht mehr sicher auszumachen. Jedenfalls muss der Maler seine Motive im Bereich zwischen der Konstantinsbasilika und der heutigen Straße „An der Meerkatz“ gesammelt haben.

Das auf eine Holzfaserplatte gemalte Bild ist mit „R. Heß“ signiert, aber nicht datiert. Die dargestellten Zerstörungen gehen auf die schweren Luftangriffe auf Trier am 14. August 1944 bzw. kurz vor Weihnachten 1944 zurück, bei denen u. a. das Domviertel schwer getroffen wurde. Der Trierer Maler Reinhard Heß (1904-98) kehrte im Juni 1945 nach kurzer Gefangenschaft in seine Heimatstadt zurück, nachdem er im letzten Kriegsjahr noch in Triest stationiert gewesen war. Das Gemälde dürfte spätestens 1946 entstanden sein, da eine weitere Tuschskizze mit den Zerstörungen am Trierer Landesmuseum auf das Jahr 1946 ist.

Heß war während der Zeit des Nationalsozialismus in der Ausübung seiner Malerei stark behindert worden. Er musste 1935 seine Lehrtätigkeit an der Trierer Werkschule aufgeben und wurde nicht in das „Reichskartell der Bildenden Künste“ aufgenommen, wodurch keine öffentlichen Aufträge an ihn vergeben werden durften.

Seine Malweise entwickelte sich in den dreißiger und vierziger Jahren unter dem Eindruck der modernen französischen Malerei hin zu einem stark architektonisch strukturierten Bildaufbau, in dem die einzelnen Elemente durch starke Schatten bzw. Umrisslinien begrenzt sind. Sein Ringen um eine bildimmanente Logik der Bildkonstruktion ist an diesem aus Trierer Privatbesitz erworbenen Gemälde gut zu studieren.

(M.Groß-Morgen)

 

Reinhard Heß (1904-1998)

Trier, 1945/46

Öl auf Holzfaserplatte

Inv. M. 336




Browser-Navigation


Haupt-Navigation 419




Diese Seite erreichen Sie unter: https://www.bistum-trier.de/goto/?11135