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Pressedienst

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Mittwoch, 26. September 2001

Caritas / Soziales
Pflege braucht höheren Stellenwert
Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Altenhilfe-Einrichtungen im Bistum Trier
Trier – Der Pflege alter Menschen muss von der Politik ein höherer Stellenwert gegeben werden. Die Politik muss – im wahrsten Sinn des Wortes – mehr in diese Pflege investieren. Nur wenn das geschieht, ist es den Trägern von Altenhilfe-Einrichtungen möglich, die Qualität der Pflege zu verbessern, mehr und besser qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen und die Altenheime zu einem Platz werden zu lassen, an dem alte Menschen ihr Leben selbst bestimmen können und sich wohlfühlen. So lautete der Tenor bei einem Pressegespräch am 25. September in Trier anlässlich der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Heime und Einrichtungen der Altenhilfe im Bistum Trier.

Pfarrer Günther Schmidt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, stellte klar, dass es deren Ziel sei, in ihren Einrichtungen Menschlichkeit als zentralen Maßstab einer guten Pflege anzulegen. Menschlichkeit bedeute, dass die alten Menschen in den Heimen „Herren ihres Leben“ blieben. Alte Menschen sollten in den Heimen nicht nur „auf den Tod warten“, sondern „die Heime sollen zu ihren Wohnstätten werden“, sagte Schmidt. Damit das verwirklicht werden könne, sei es wichtig, dass in der Altenhilfe Personal arbeite, das nicht nur ständig wachsende fachliche Qualifikationen, sondern auch menschliche und soziale Fähigkeiten mitbringe. In diesem Zusammenhang kritisierten sowohl Prof. Dr. Gerhard Naegele vom Institut für Gerontologie der Universität Dortmund als auch Franz-Josef Stoffer, Geschäftsführer der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft Köln, Vorschläge aus der Politik, Arbeitslose und Sozialhilfe-Empfänger in der Pflege alter Menschen einzusetzen. Diese Vorschläge zeigen nach Aussage von Naegele die „öffentliche Unterbewertung der Pflege“. Nach Ansicht der beiden Experten wird der Bedarf an Pflegepersonal in den kommenden Jahren stark ansteigen, da der Anteil alter Menschen in unserer Gesellschaft rapide wachsen wird. Angesichts dieser Entwicklungen müsse die Politik über eine „Umverteilung der Gelder“ nachdenken und dürfe „die Träger nicht im Regen stehen lassen“. Aber auch die Träger der Einrichtungen seien gefordert, das Pflegepersonal besser zu entlohnen. Die Pflegeversicherung, darin waren sich die Experten einig, habe große Schwächen. Sie werde etwa dem Schicksal der altersbedingt verwirrten Menschen in keiner Weise gerecht. Für eine angemessene Pflege dieser und anderer alten Menschen seien Bemessungssysteme notwendig, die um mindestens 30 Prozent über dem lägen, was die Pflegeversicherung an Zeiten, Personal und Hilfen vorsehe.

In der Arbeitsgemeinschaft katholischer Heime und Einrichtungen der Altenhilfe im Bistum Trier sind 92 Einrichtungen mit zusammen knapp 7.500 Plätzen und rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – über 3.300 davon Pflegekräfte - zusammengeschlossen.



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