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Pressedienst

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Mittwoch, 26. Juni 2002

Personal
Der Papst als Häretiker?
Vortrag über Rechtsfigur des häretischen Papstes – Bischof promoviert Theologen
Trier – Was ist zu tun, wenn der Papst eine Lehre verkündet, die nicht mit dem Glauben der katholischen Kirche vereinbar ist? Dieser Frage hat sich die Theologin Barbara Ries am 22. Juni aus kirchenrechtlicher Sicht genähert. Im Rahmen einer Promotionsfeier in der Promotionsaula des Trierer Priesterseminars sprach sie zum Thema „Der Papst als Fundament der Einheit“.

Ries unterstrich, dass mit dem Rechtsfall eines so genannten „ häretischen Papstes“ gerechnet werden müsse. Häresie beschreibt im katholischen Kirchenrecht das Leugnen oder Bezweifeln des kirchlichen Dogmas. Ries griff die daraus entstehenden kirchenrechtlichen Überlegungen auf. „Keine Instanz steht über dem Papst“, stellte sie klar. Es gebe kein verhandelndes Gericht, das den Papst absetzen, verurteilen oder die von ihm getroffenen Entscheidungen rückgängig machen könne. Die Kirche müsse aber wissen, was im Falle eines häretischen Papstes zu tun sei, betonte Ries. Denn der Papst als „Fundament der Einheit“ halte seine Kirche zusammen. Ein häretischer Papst würde diese Einheit aber gefährden. Ries plädierte dafür, die Möglichkeit der Rechtsfigur eines häretischen Papstes aufzugreifen und rechtliche Verfahrensweisen zu verankern. Schließlich stehe der Papst nicht über, sondern unter dem Wort Gottes, sagte sie.

Barbara Ries wurde im Anschluss ihres Vortrages vom Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx zur Doktorin der Theologie promoviert. Neben ihr erhielten auch Marc Retterath und Augustinus Jünemann die Doktorwürde.



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