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Pressedienst

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Freitag, 8. November 2002

Bischof
„Um Gott zu dienen“
Benedikt Müntnich von Bischof Marx zum neuen Laacher Abt geweiht
Maria Laach. – „Um Gott zu dienen.“ Diese Worte, mit denen einst der hl. Papst Gregor der Große die Daseinsberechtigung eines Benediktinerklosters umschrieb, hat der neue Abt von Maria Laach, Benedikt Müntnich (49), am Tag seiner Weihe programmartig über die Zeit seines Dienstamtes gestellt. Im Beisein des Erzbischofs von Luxemburg, Fernand Franck, des Trierer Weihbischofs Felix Genn, rund 30 Äbten und 11 Äbtissinnen aus allen Teilen Deutschlands erteilte der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx, am 7. November diesem 49. Abt des Klosters die Weihe. Der aus dem Moselort Treis stammende Abt Benedikt ist Nachfolger von Abt Anno Schoenen (77), dem Abt-Präses der Beuroner Benediktiner Konföderation, der aus freiwilligem Entschluss nach zwölfjähriger Amtszeit den Abtsstab in jüngere Hände gegeben hatte. Da viele Menschen in der überfüllten Abteikirche keinen Platz mehr fanden, wurde die Feier auf einer Videoleinwand auch in das benachbarte Informationszentrum der Abtei übertragen.

Bischof Marx dankte in seiner Predigt dafür, dass die benediktinische Tradition in der Diözese Trier „noch so reich und so kraftvoll vorhanden ist“. Das 1094 gegründete Kloster Maria Laach sei ein Ort, „wo sich viele Menschen auf die Suche nach Gott machen, wo sie durch das Mitbeten und Mitfeiern lernen, was es heißt, Christin und Christ zu sein“. Den Abt und die Mönchsgemeinschaft bat Bischof Marx, auch weiterhin in guter Verbindung mit dem Bistum zu bleiben. „Ein Kloster ist eine Schule, in der Jesus Christus der Lehrmeister ist“, betonte der Bischof. Der Abt eines Klosters sei wie der Priester in der Pfarrei und der Bischof in der Diözese „Zeuge und Repräsentant Christi“. Aufgabe von Abt Benedikt sei es deshalb, „Christus in diesem Konvent berührbar zu machen“. In der feierlichen Liturgie überreichte Bischof Marx dem neuen Abt die Ordensregeln, nach denen die Gemeinschaft zu leiten ist, den Ring als „Zeichen der Treue und Bindung“, die Mitra sowie den Stab mit den Worten: „ Tragen Sie Sorge für die Brüder, die Ihnen anvertraut sind und für die Sie einst Rechenschaft ablegen müssen.“

Im Namen der rheinland-pfälzischen Landesregierung und des Ministerpräsidenten wünschte Staatsminister Gernot Mittler dem neuen Abt, dass dieser über seine originäre Aufgabe hinaus dem Land Rheinland-Pfalz und dem unmittelbaren Umland „kräftige Impulse“ geben möge. Ausdrücklich dankte er für das Wirken von Alt-Abt Anno, dessen Lebenswerk über den Tag hinaus Bestand habe. Dieser habe wesentlich zur Erneuerung der Kirche und zur Stärkung der Wirtschaftskraft des Klosters beigetragen. Schwester Priorin Johanna Domek aus Köln hob in ihrem Grußwort das geschwisterliche Miteinander der Frauen- und Männerklöster hervor. Stellvertretend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Laacher Wirtschaftsbetriebe überbrachte Hoteldirektor Stephan Issels dem neuen Abt herzliche Glück- und Segenswünsche.

In seinen abschließenden Dankesworten wies Abt Benedikt auf das Leitwort hin, das er über die Zeit seines Dienstamtes gestellt hat. Wörtlich sagte er: „Wer Gott dient, das heißt ihm sein Leben zur Verfügung stellt, der dient auch der Welt und den Menschen, denn Gott liebt diese Welt und die Menschen und vielleicht besteht der besondere Auftrag unserer Klöster darin, in dieser schwierigen Zeit die Frage nach Gott lebendig zu halten, indem wir ihm ungeteilt dienen.“ Unter den Gästen, die zur Abtsweihe gekommen waren, dankte Abt Benedikt besonders auch den Gästen aus der Orthodoxen Kirche in Deutschland, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Altkatholischen Kirche in Deutschland.



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