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Pressedienst

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Mittwoch, 27. August 2003

Kirchliche Verbände
100 Jahre gelebte Solidarität mit Menschen in Not
Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Trier feiert 100jähriges Bestehen
Trier – Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Trier feiert sein 100jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier ist am Dienstag, 16. September ab 14.30 Uhr in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars in Trier. Die Festrede wird der Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx halten. In einer Publikation anlässlich des Jubiläums blickt der SkF Trier jetzt auf seine 100jährige Geschichte zurück.

Erinnert wird an die Anfänge des SkF Trier, die eng mit dem Namen von Schwester Gertrud, Oberin der Josefsschwestern und geborene Gräfin Josefine Schaffgotsch (1850-1922), verbunden sind. Sie gründete 1903 den „Katholischen Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“. In der Satzung wurde dessen Zweck beschrieben: „Schutz und Rettung von katholischen, sittlich gefährdeten und gefallenen Mädchen, von Witwen oder von ihren Männern getrennten Frauen und verwahrlosten Kindern.“ 1913 gründete Schwester Gertrud das Annastift als „Katholisches Zufluchtshaus“ für die „leider an Zahl immer zunehmend gefährdeten erwachsenen weiblichen Personen“. Insbesondere, so hieß es in einer Schrift zur Gründung, sollte das Annastift „ gefallene Mädchen, die ihrer Niederkunft entgegensehen, vor und nach ihrer Geburt ein Heim bieten, wo sie in schweren, oft zur Verzweifelung führenden Stunden Halt und die Rückkehr zu einem ordentlichen sittlichen Leben finden können.“ Schon bis Mitte 1917 wurden im Annastift 119 junge Frauen aufgenommen. 1918 erwarb der Trierer Fürsorgeverein ein zweites Zufluchtshaus, das Irminenheim, später Gertrudenheim genannt. Es sollte als „Vorasyl“ dienen für „gefährdete, stellenlose und obdachlose Mädchen“. Unter den Nationalsozialisten wurde die Arbeit des Vereins erschwert. Die Schwestern und Mitarbeiterinnen versuchten aber, ihre Arbeit fortzusetzen. Vorsitzende des Vereins war seit 1939 Amely Goebel. Sie prägte den SkF Trier bis zu ihrem Tod 1982. Ende 1944 musste das Annastift wegen Bombenangriffen evakuiert werden. Obwohl das Haus schwer beschädigt war, wurden die Tätigkeiten gleich nach Kriegsende wieder aufgenommen. Die Nachfrage stieg, die Raumnot wuchs, 1974 konnte der Neubau in der Krahnenstraße eingeweiht werden. Das neue Annastift hat nun vier Hauptfunktionen: Mutterschutzheim, Säuglings- und Kleinkinderheim, Mutter-Kind-Wohnheim und Kindertagesstätte. Schon 1951 war das Haus Maria Goretti als Nachfolger des Gertrudenheims gegründet worden. Seit den sechziger Jahren hat sich in dem Haus die Aufgabenstellung entwickelt, wie sie auch heute noch besteht. Das Haus Maria Goretti ist Anlaufstelle für bedrohte und misshandelte Frauen, für wohnungslose Frauen, für Frauen mit psychischen Problemen sowie Jugendschutzstelle. Mit Blick auf die Not wohnungsloser Frauen wurde 1996 das Café Haltepunkt eingerichtet, in dem Frauen unbürokratische Hilfe finden. Hier gibt es Beratung, Koch-, Dusch-, Wasch- und Übernachtungsmöglichkeiten.

1969 wurde der Fürsorgeverein in „Sozialdienst katholischer Frauen“ (SkF) umbenannt. Neben der Bekämpfung materieller und physischer Not spielt vor allem seit den sechziger Jahren zunehmend die Beratung eine wichtige Rolle in der Arbeit des SkF. Ein zentraler Bereich ist die Beratung von Mädchen und Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Not geraten sind. Allein im Jahr 2001 wurden hier über 1.000 Frauen und Mädchen beraten. Haupttätigkeitsbereiche des SkF Trier sind heute neben dem Allgemeinen Sozialdienst auch der Adoptions- und Pflegekinderfachdienst, der Frauennotruf sowie die Beratung Alleinerziehender. 2001 gründete der SkF auch die Trierer Tafel, die zweimal in der Woche Lebensmittel an rund 100 Wohnungslose, Rentner und Familien ausgibt.



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