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Pressedienst

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Montag, 10. Mai 2004

Vermischtes
Kardinal Joseph-Höffner-Denkmal in Horhausen eingeweiht
Kardinal Meisner würdigt Höffner als weltweit anerkannten Soziallehrer der Kirche
Horhausen/Ww. – Zum Gedenken an den aus Horhausen/Ww. stammenden Kölner Erzbischof, Kardinal Joseph Höffner (1906-1987), hat dessen Nachfolger im Bischofsamt, Kardinal Joachim Meisner, am 8. Mai bei der Pfarrkirche dieser Westerwald-Gemeinde eine lebensgroße Bronzeskulptur eingeweiht. Vor der Segnung und der Übergabe der Skulptur an die Öffentlichkeit feiert Kardinal Meisner in der St. Maria Magdalena-Kirche in Horhausen einen Festgottesdienst. Als Konzelebranten begrüßte der Pfarrer von Horhausen, Guido Lacher, in der zum Bistum Trier gehörenden Heimatkirche Höffners den Alt-Bischof von Essen und ehemaligen Kölner Weihbischof Dr. Hubert Luthe, und den Kölner Weihbischof Manfred Melzer, der lange Jahre Sekretär von Kardinal Höffner war.

In seiner Predigt stellte der Kölner Erzbischof fest, dass Kardinal Höffner immer „mit beiden Beinen“ auf seinen „zwei Heimatländern“ gestanden habe, auf dem Westerwald und dem Heiligen Land. Denn nicht von ungefähr sei der Erzbischof von Köln immer auch der geborene Vorsitzende des Deutschen Vereins vom Heiligen Land. „Die Weltkirche braucht das Heilige Land zu ihrer Identität“, betonte Meisner. Sie müsse immer wieder nach Hause gehen dürfen, dort wo Jesus geboren und gestorben und wo man ihn als den Auferstandenen erlebt habe. Der Erzbischof würdigte Kardinal Höffner als einen Bischof, der die Not und die Anliegen der kleinen Leute gekannt habe: „Er war brennend interessiert am Schicksal der kleinen Leute, am Verhältnis von Arbeit und Kapital“. Den „Kampf ums Dasein“ habe Höffner schon bei seinen Westerwälder Landsleuten kennen gelernt. Aus diesem leidenschaftlichen Interesse an den Lebensverhältnissen der Menschen sei er zu dem großen Soziallehrer geworden, wie ihn die Weltkirche heute in Erinnerung habe. „Wir brauchten auch in unserer heutigen Bischofskonferenz wieder einen Joseph Höffner, das heißt einen Bischof, der so vom Interesse geprägt ist, dass er die menschlichen Verhältnisse durch und durch kennt und dann aus seiner biblischen Erfahrung ein wirklicher Wegweiser zu einem wahren, humanen Zusammenleben der Menschen sein kann“, sagte Kardinal Meisner wörtlich. Der Kölner Erzbischof erinnerte auch daran, dass Kardinal Höffner und seine Schwester Helene Hesseler-Höffner, von der Israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem mit dem Ehrentitel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet worden waren. Die Geschwister erhielten diese höchste Auszeichnung, die Israel an Nicht-Juden vergibt, für die lebensrettende Hilfe, die sie während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Menschen gewährt hatten. Schließlich wies Meisner auf das „fürsorgende Wirken“ Kardinal Höffners hin, der auch heute Fürsprache bei Gott für die Menschen einlege.

Für die Errichtung des Denkmals hatte sich vor allem der im Herbst 2000 gegründete „Förderverein zum Gedenken an Kardinal Höffner“ eingesetzt, dessen Schirmherr Kardinal Meisner ist. Die Bronzeskulptur von dem aus Schonach im Schwarzwald stammenden Bildhauer Professor Klaus Ringwald zeigt Joseph Höffner, wie er aus einem Kirchenportal heraus tritt. „Er geht hinein in die Welt, dorthin, wo die Menschen leben“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins, Bürgermeister Josef Zolk, in seiner Würdigung des Lebenswerkes von Kardinal Höffner. Dessen Wahlspruch als Bischof, „Justitia et Caritas“ (Gerechtigkeit und Liebe), steht über den Texttafeln, die auf dem Kirchenportal sein Leben in Kurzform widerspiegeln. Zum Abschluss der Einweihung äußerte Bildhauer Klaus Ringwald in seinem Dank an alle, die ihn in den letzten drei Jahren bei der Arbeit an dem Denkmal begleiteten, die Hoffnung, dass dieses Werk „uns Jahrhunderte erhalten und von Barbaren verschont bleibt“.



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