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Pressedienst

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Freitag, 3. Februar 2006

Bildung
Kapelle des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums eingeweiht
Weihbischof Peters erläutert Symbolik des „Kugelspiels“ von Cusanus

Koblenz. – Der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters hat am 2. Februar in einem feierlichen Gottesdienst die Schulkapelle des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums in Koblenz eingeweiht. Nach neunmonatiger Bauzeit und zuvor fast acht Jahren des Planens wurde der rund 150 Plätze fassende Raum nach einem Entwurf des Kölner Künstlers Bodo Schramm aus Mitteln des Bistums Trier und mit Unterstützung des Fördervereins der Schule völlig neu gestaltet.

 

Dem Wunsch der Schulgemeinschaft entsprechend wirkt die Kapelle durch die Neugestaltung jetzt lebendiger und einladender. Die gesamte Farbgestaltung und der Lichteinfall wurde neu bedacht. Ein von Bodo Schramm entworfenes Altarkreuz greift an seinen vier Enden die orangene Signalfarbe über dem Altarbereich auf. Diese Farbwirkung wird durch die in himmelblau gehaltene Altarwand verstärkt. In seiner Predigt ging der Weihbischof auf die Nachbildung des von Nikolaus von Kues (1401-1464) entworfenen und von dem Universalgelehrten in seiner Schrift „De ludo globi“ ausgedeuteten „Kugelspiels“ ein. Das Spielfeld ist auf Schieferplatten im Eingangsbereich der Kapelle eingelassen. Es besteht aus mehreren Kreisen, die sich um einen Mittelpunkt in immer größerem Umfang ziehen. Gespielt wird mit einer Kugel, die auf einer Seite halbkugelförmig ausgehöhlt ist, sodass sie keine gradlinige Bahn ziehen kann. Sie soll aber dennoch möglichst die Mitte, die symbolisch Christus bezeichnet, erreichen. Nach dem Wurf weiß niemand, in welchem Kreis die Kugel Ruhe finden wird. Doch der Spieler kann üben. Nach den Ausführungen des Weihbischofs besteht der Reiz des Spiels darin, die Kugel so zu lenken, dass die Kugel möglichst weit weg von den äußeren Kreisen rollt und möglichst nahe am Zentrum zum Stillstand kommt.

 

„Die Kugel mit der Delle ist das Symbol unseres eigenen Lebens, das ja gleichfalls nie ganz ‚rund’, das heißt vollkommen ist, auf dem Weg zur Mitte“, erläuterte Peters. Notwendig sei eine „kräftige und zugleich auch reflektierte Bewegung von uns Menschen, um uns den Schatz des Glaubens zu Eigen zu machen, die Mitte, die Gott selber ist, zu finden“. Es gehe nicht darum, den Glauben neu zu erfinden, sondern vielmehr „das neu und zeitgemäß aufzuschließen, was immer gilt und gegolten hat, seit Jesus seinen Fuß auf diese Erde gesetzt hat“. Doch allein gelinge es nicht, den Glauben zu entdecken. „Wir brauchen einander, einer die Gaben des anderen“, betonte der Weihbischof. Zu der Einweihung waren auch der Leiter der Schulabteilung des Bistums, Prälat Dr. Herbert Hoffmann und der frühere Schulpfarrer Thomas Darscheid, gekommen, die zusammen mit Schulpfarrer Ottmar Dillenburg bei dem Gottesdienst konzelebrierten. Musikalisch wurde die Feier von dem Schülerchor unter der Leitung von Raimund Bruder und einer Musikgruppe unter der Leitung von Christian Rivinius gestaltet.

 

Bei dem anschließenden Empfang äußerte Schulleiter Carl Josef Reitz den Wunsch, dass die nun in neuem, farbigen Glanz erstrahlte Kapelle auch eine „Insel der Stille“ sein möge, die, wie er sagte, „uns zusammenwachsen lässt und uns stets ‚geistig wiederherstellt’ und eine Quelle, aus der wir immer neu Kraft schöpfen für den Dienst aneinander und an anderen“.




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