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Pressedienst

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Sonntag, 18. März 2007

Bischof
Bischof Marx mit Peter-Altmeier-Medaille ausgezeichnet
Verdienste im gesellschafts- und sozialpolitischen Bereich gewürdigt

Koblenz. – Der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx, ist mit der Peter-Altmeier-Medaille ausgezeichnet worden. Die Peter- Altmeier-Gesellschaft (PAG), eine Vereinigung für staatspolitische Bildung mit Sitz in Koblenz, würdigte mit dieser Auszeichnung die besonderen Verdienste des Bischofs im gesellschafts- und sozialpolitischen Bereich. Bischof Marx habe sich „um die Bewahrung und Weitergabe des geistigen Vermächtnisses des christlichen Demokraten und Europäers Peter Altmeier besondere Verdienste erworben“, heißt es in der Verleihungsurkunde. Der Präsident der nach dem ersten frei gewählten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Peter Altmeier, benannten Gesellschaft, Dr. Heinz Peter Volkert, überreichte Marx die Medaille am 17. März in Koblenz im Beisein des Ehrenrates der PAG sowie zahlreicher Repräsentanten des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

 

Prof. Dr. Bernhard Vogel, der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident und derzeitige Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, hob in seiner Laudatio hervor, dass Bischof Marx neben seinem geistlichen Wirken eine herausragende Position in der Fortentwicklung der katholischen Soziallehre in Deutschland eingenommen habe. Der Einsatz für ein stärkeres öffentliches Bewusstsein einer an Werten orientierten Gesellschaft zeichne den Trierer Bischof aus. „Sie mischen sich in den gesellschaftspolitischen Dialog ein, zeigen Alternativen für unser Zusammenleben auf und das nicht nur in Ihrem Bistum, sondern weit darüber hinaus“, betonte Vogel. Im Mittelpunkt seines Wirkens stehe die Frage nach dem Weg der Kirche in der modernen Gesellschaft. Als Sozialethiker verweise er auf das Gesellschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft, das, von der christlichen Soziallehre geprägt, auf den Menschen bezogen sei. Es sei gut zu wissen, dass die rheinland-pfälzische Landesregierung in Bischof Marx einen ausgewiesenen Sozialethiker als Gesprächspartner habe, betonte Vogel und fügte seinen Glückwünschen für die Auszeichnung hinzu: „Diesen Reinhard Marx haben nicht nur die Trierer verdient, sondern die ganze Diözese, das Saarland und Rheinland-Pfalz.“

 

Bischof Marx rief in seiner Dankesrede zum Thema „Braucht der moderne Staat Religion?“ dazu auf, die „produktive Kraft des christlichen Glauben“ auch öffentlich immer wieder anzuerkennen und Religion nicht in eine Privatsphäre zurück zu drängen. Der Staat könne und dürfe Religion zwar nicht erzwingen. Auf der anderen Seite aber wisse er, dass er davon lebe. „Die Amtsträger des Staates sollten sich darüber freuen und wertschätzend denen gegenübertreten, die gläubig sind“, betonte Marx. Das sei möglicherweise in den letzten Jahren etwas vernachlässigt worden. Jedenfalls könnten Werte und Grundlagen dieses Staates ohne eine religiöse Begründung kaum Bestand haben. Keineswegs müsse das Gemeinwesen religiös indifferent sein, aber es könne „eine klare Option für den christlichen Glauben ausfüllen“. Darin sieht Bischof Marx „keine Privilegierung des christlichen Glaubens, sondern eine Respektierung der Geschichte, der Tradition, der Verfassung und der Kultur dieses Landes“. Deshalb, so fügte er unter Beifall hinzu, „ist es für mich auch nicht problematisch, wenn in Gerichtssälen und in christlichen Gemeinschafts-Grundschulen das Symbol des christlichen Glaubens angenommen wird“. Bischof Marx: „Wir haben alle die Verpflichtung, mitzuhelfen, dass der christliche Glaube in diesem Land immer auch eine inspirierende Botschaft bleibt, ohne die ich mir unser Gemeinwesen in der Zukunft nicht vorstellen möchte.“

 

Mit der Verleihung der Medaille an Bischof Marx erhielt erstmals in der Geschichte der PAG ein Vertreter der Kirche diese Auszeichnung. Verliehen wurde sie unter anderen an den 2005 verstorbenen früheren rheinland-pfälzischen Staatsminister Rudi Geil und an Prof. Dr. Bernhard Vogel.




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