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Pressedienst

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Montag, 19. März 2007

Vermischtes
Stumm-Orgel in Welschnonnen geweiht
Festgottesdienst mit Weihbischof Peters – Festwoche

Weihbischof Jörg Michael Peters weihte die Stumm-Orgel in der Welschnonnenkirche in Trier.

Trier – Die restaurierte Stumm-Orgel in der Welschnonnenkirche in Trier ist am 18. März vom Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters geweiht worden. Peters feierte mit zahlreichen Gläubigen den Weihegottesdienst in der Welschnonnenkirche, im Schatten des Trierer Doms.

„Wir sind Zeugen, wie eine großartige Orgel wieder ihrer Bestimmung zugeführt wird", sagte Weihbischof Peters mit Blick auf die 250 Jahre alte Stumm-Orgel, die im September 1757 das erste Mal in der damaligen Klosterkirche des Ordens der in Trier „Welschnonnen" genannten „Chorfrauen Unserer Lieben Frau" erklungen war. Peters erinnerte an die wichtige Funktion, die der Pfeifenorgel gemäß der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils zukomme. Das kostbare Instrument mit seinem reinen Klang lasse die Stimmen der Gläubigen mit zum Himmel klingen.

Dass das neu restaurierte Instrument dazu besonders gut geeignet ist, zeigte Domorganist Josef Still, als er nach der Orgelweihe durch den Weihbischof das Instrument spielte. „Die Orgel hat einen ganz typischen Klang", schwärmte der Domorganist von der restaurierten Orgel der Baumeister Johann Philipp und Heinrich Stumm, die jetzt wieder wie eine typische Stumm-Orgel klinge. „Die Stumm-Orgeln klingen nicht so glatt geschliffen", beschrieb Still den Klangcharakter der Orgel. Dies sei vor der Restaurierung nicht mehr zu hören gewesen, nach zahlreichen Umbauten während der Jahrhunderte sei der eigene Charakter am Ende verloren gegangen.. Das habe sich nun dank der Arbeit des Orgelbaumeisters Rainer Müller aus Merxheim geändert. An Hand von Originalplänen restaurierte er das Instrument möglichst originalgetreu. Obwohl das nicht die erste Restaurierung des Orgelfachmanns war, zeigte er sich von der Stumm-Orgel in der Welschnonnenkirche begeistert. „Unter den Stumm-Orgeln ist das noch einmal eine ganz besondere", erklärte Müller. Ihre Register seien sehr viel öfter unterteilt als bei anderen Orgeln, was ein sehr variantenreiches Orgelspiel zulasse. „Die Orgel ist wie geschaffen für Kammerkonzerte", erklärte Müller. Ungewöhnlich sei weiter, dass die Bälgen im Orgelgehäuse untergebracht seien und nicht außerhalb. Dies sei außergewöhnlich, da die Orgelbaudynastie Stumm, die in ihrer Werkstatt in Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück von 1715 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Orgeln baute, bekannt sei für ihre standardisierten Orgelgehäuse. Von dem restaurierten alten Instrument zeigte sich der Orgelprofi begeistert: „Die Qualität der Orgel ist legendär".

Ermöglicht wurde die Restaurierung durch die siebenjährige Arbeit des Fördervereins Welschnonnenkirche und der Marianischen Bürgersodalität, die insgesamt 130.000 Euro für die Orgelrestaurierung aufbrachten. Der Großteil der Summe stammt aus Spenden.

Der Gottesdienst mit der Orgelweihe bildete den Auftakt für eine ganze Festwoche, mit der die Einweihung der Orgel gefeiert wird. Bis zum 24. März finden zahlreiche Konzerte und Vorträge rund um die Orgel und die Welschnonnenkirche statt.




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