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Pressedienst

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Freitag, 30. November 2007

Bischof
Nach der Ernennung von Bischof Reinhard Marx zum Erzbischof von München und Freising
Kirchenrechtliche Erläuterungen über die kommenden Monate im Bistum Trier
1. Phase: Ernennung des Bischofs von Trier zum Erzbischof von München und Freising
    • Mit der Veröffentlichung der Ernennung von Bischof Dr. Reinhard Marx zum Erzbischof von München und Freising, verändert sich seine rechtliche Stellung in seiner bisherigen Diözese Trier: Von diesem Zeitpunkt an bis zur Besitzergreifung der neuen hat er in der Diözese Trier nur noch die Befugnisse eines Diözesanadministrators (can. 418 §2 n.1 CIC).
    • Das bedeutet: Er bleibt zwar weiterhin Diözesanbischof von Trier, aber seine Befugnisse sind eingeschränkt.
    • Auch wenn die Diözese also noch nicht vakant ist – sie wird es erst am Tag, an dem er von der Erzdiözese München und Freising Besitz ergreift (can. 418 §1 n.1 CIC) -  gilt dennoch der Grundsatz, dass er in der Diözese Trier nichts Wesentliches mehr verändern darf. Er darf also nichts tun, was eine Beeinträchtigung der Diözese bzw. der Rechte seines Nachfolgers bedeuten würde (can. 428 CIC).
    • Mit der Bekanntgabe der Versetzung von Bischof Dr. Marx scheidet sein Generalvikar, Prälat Dr. Georg Holkenbrink, automatisch aus dem Amt (can. 418 §1 n.1 CIC). Es bleibt dem Bischof aber unbenommen, diesen für die noch verbleibende Zeit zu seinem Ständigen Vertreter zu bestellen und ihm alle notwendigen Befugnisse zu delegieren (Ständiger Vertreter des Diözesanbischofs).
    • Die zu Bischofsvikaren der Visitationsbezirke ernannten Weihbischöfe Robert Brahm, Jörg Michael Peters und Dr. Stephan Ackermann bleiben in ihren, ihnen von Bischof Dr. Marx übertragenen, Funktionen mit den entsprechenden Befugnissen, bis ein neuer Bischof von der Diözese Trier Besitz ergreift (can. 418 §1 n.1 in Verbindung mit can. 409 §2 CIC).
    • Die kanonische Besitzergreifung der Erzdiözese München und Freising muss innerhalb von zwei Monaten nach Veröffentlichung der Ernennung erfolgen (can. 418 §1).
2. Phase:    Regelung während der Sedisvakanz
    • Mit der Besitzergreifung der Erzdiözese München und Freising durch Bischof Dr. Reinhard Marx wird die Diözese Trier vakant (can. 418 § 1 CIC). Damit enden auch die Befugnisse, die der bisherige Diözesanbischof seinem Ständigen Vertreter delegiert hat (can. 142 §1 CIC).
    • Die Leitung der Diözese geht nun bis zur Wahl eines Diözesanadministrators auf den dienstältesten Weihbischof, Robert Brahm, über (can. 419 CIC). Dieser hat dafür Sorge zu tragen, dass innerhalb von acht Tagen das Domkapitel als Konsultorenkollegium zu dieser Wahl zusammenkommt (can. 421 §1 CIC).
    • Der Diözesanadministrator ist ohne Bestätigung durch irgendjemand anderen mit Annahme der Wahl im Amt (can. 427 §2 CIC) und leitet die Diözese während der Vakanz. (can. 421 §  1 CIC).
    • Er muss Bischof oder Priester sein und das 35. Lebensjahr vollendet haben. (can 425 §1 CIC).
    • Der Diözesanadministrator besitzt die Gewalt eines Diözesanbischofs (can. 427 § 1), es sei denn, dass das Recht etwas anderes vorsieht oder aus der Natur der Sache etwas anderes folgt.
    • Während der Sedisvakanz darf nichts verändert werden, was die Struktur des Bistums betrifft. (can. 428, §1).
    • Der Diözesanadministrator ernennt keinen Generalvikar, sondern bestellt einen Ständigen Vertreter (Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators).
3. Phase:    Neuwahl des Diözesanbischofs und seine Ernennung

Nach dem Preußischen Konkordat (Artikel 6,1) von 1929 gilt für das Bistum Trier:
    • Nach dem Eintreten der Vakanz reichen das Domkapitel und die (Erz-)Bischöfe der ehemals zu Preußen gehörenden Bistümer dem Heiligen Stuhl Listen von geeigneten Kandidaten ein. Unter „Würdigung“ dieser Listen benennt der Heilige Stuhl dem Domkapitel drei Personen, aus denen es in freier, geheimer Abstimmung den Bischof zu wählen hat. Der Gewählte wird dann vom Papst zum Bischof ernannt.
    • Vor der Ernennung durch den Papst fragt das Domkapitel bei den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland an, ob gegenüber dem Kandidaten politische Bedenken bestehen. Der Heilige Stuhl wird niemanden zum Bischof bestellen, bei dem solche Bedenken bestehen. (Dies ist kein Vetorecht der Landesregierungen, weil der Heilige Stuhl selbst die Stichhaltigkeit der Bedenken zu prüfen hat.)
    • Hinsichtlich der Eignung fordert das Kirchenrecht (can 378 CIC), dass der Kandidat a) sich auszeichnet durch festen Glauben, gute Sitten, Lebensweisheit, Klugheit sowie menschliche Tugenden, b) einen guten Ruf hat, c) wenigstens seit fünf Jahren Priester ist, d) den Doktorgrad oder den Grad eines Lizentiaten hat oder wenigstens in den theologischen Disziplinen erfahren ist.
4. Phase: Ende der Sedisvakanz
    • Die Sedisvakanz endet mit der Besitzergreifung der Diözese Trier durch den neuen Diözesanbischof. Damit erlischt auch automatisch das Amt des Diözesanadministrators (can. 430 CIC).
    • Die Besitzergreifung muss, wenn der Ernannte bereits Bischof ist, innerhalb von zwei Monaten nach der Bekanntgabe seiner Ernennung erfolgen. Handelt es sich um einen Priester, der noch die Bischofsweihe empfangen muss, dann innerhalb von vier Monaten (can. 382 § 2 CIC).



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