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Pressedienst

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Mittwoch, 4. Februar 2009

Seelsorge
Gesperrte Kirche St. Helena in Burbach wird nicht saniert
Elementare Schäden im Tragwerk – Entwidmung noch in diesem Jahr

Saarbrücken – Die Kirche St. Helena im Saarbrücker Stadtteil Burbach (Füllengarten) ist wegen Einsturzgefahr seit Monaten geschlossen. Nun hat der zuständige Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Eligius am 29. Januar beschlossen, das Bauwerk aufzugeben. Es fehlten zur Sanierung einfach die notwendigen finanziellen Mittel, erklärt Pfarrer Klaus Konstroffer. Die im Jahr 1959 in Burbach aufgebaute Holzkirche werde im Laufe des Jahres entwidmet und danach niedergelegt. Die sakralen Gegenstände aus der Kirche sollen in anderen Gemeinden Verwendung finden. Das große neue Altarbild soll in Teilen erhalten und im neuen Pfarrzentrum aufgestellt werden.

Dem Beschluss des Verwaltungsrates war Ende letzten Jahres (18. Dezember) eine Pfarrversammlung voraus gegangen auf der zum Zustand des Gebäudes und den möglichen Konsequenzen ausführlich informiert wurde. Das heutige Kirchengebäude in Burbach sei ursprünglich eigentlich als Pilgerkirche „auf Zeit“ zur Heilig-Rock-Wallfahrt 1959 in Trier errichtet worden, informierte Pfarrer Konstroffer. Nach der Wallfahrt habe man die Kirche in Trier abgebaut und in Burbach als vorübergehende Lösung wieder aufgebaut, bis die damals geplante und erwartete Betonkirche fertig sei. Aus der Übergangslösung wurden mit der Zeit rund 50 Jahre. Dabei war das Holztragwerk der Kirche „von Anfang an“ statisch fehlerhaft berechnet, erklärte Dirk Karthein vom WPW-Ingenieurbüro den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Pfarrversammlung. Der mehrfache Aufbau habe zusätzliche Verschleißerscheinungen mit sich gebracht. Die mittlerweile entstandenen Verformungen am Tragwerk ließen sich, trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten nicht beseitigen. Es bliebe ein Restrisiko und statische Defizite, so dass weiterhin durch die Windlast auf die Konstruktion Schäden verursacht werden könnten. Die aktuellen statischen Probleme bezeichnete der Fachmann als „so elementar, dass die Sperrung notwendig ist.“ Aus der Gemeinde gab es zum Zustand der Kirche vor allem die Rückfrage, warum die statischen Defizite noch nie jemand vorher bemerkt habe, auch nicht bei der Sanierung vor etwa 18 Jahren.

Christoph Freitag, Diözesanbaumeister des Bistums Trier bezifferte die Kosten für die notwendige Neueindeckung des Daches und die Notsanierung für die nächsten zehn Jahre auf rund 350.000 Euro. Angesichts der hohen Investitionen von Seiten des Bistums beim Neubau des Pfarrzentrums und des neuen Kindergartens in St. Eligius könne sich das Bistum an dieser Maßnahme nicht beteiligen. Prälat Dr. Georg Holkenbrink, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators, betonte, dass niemand darüber glücklich sein könne, eine Kirche nieder zu legen. Hier habe die Gemeinde 50 Jahre Heilsgeschichte gefeiert. Das mache den hohen Wert dieses Ortes aus. Es komme jetzt darauf an, mit der für alle schwierigen Herausforderung gut umzugehen und nach vorne zu schauen. Hier versuche das Bistum mit den zukunftsweisenden Investitionen in das neue Pfarrzentrum St. Eligius und den neuen Kindergarten Akzente zu setzen.




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