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Pressedienst

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Montag, 26. September 2011

Kultur
Einblicke in das Leben eines archäologischen Pioniers
Dommuseum: von Wilmowsky steht im Mittelpunkt der Museumsnacht

Eine wertvolle Schatulle aus dem Nachlass von Johann Nikolaus von Wilmowsky stellt Museumschef Markus Groß-Morgen den Gästen der Museumsnacht vor.

Trier – Flotter Jazz, leckere Suppenvariationen und vor allem viele interessante Antworten auf die spannende Frage: „Kennen Sie Wilmowsky?“. Das Museum am Dom hatte während der Trierer Museumsnacht am 24. September eine Menge zu bieten. Rund 5.400 Menschen nutzten insgesamt das Angebot, sich bei abwechslungsreichen Programmen zu später Stunde durch die Trierer Museen zu bewegen, Kunst und Kultur, Vorträge und schauspielerische Darbietungen, Musik und kulinarische Leckerbissen zu genießen.

Etwa 1.000 Gäste verzeichnete das Museum am Dom in den sechs Stunden bis Mitternacht, „ein sehr erfreuliches Ergebnis“, wie Markus Groß-Morgen, Leiter des Museums zufrieden resümierte. Mit Musik von Michael Ophelders mit seinem Saxophon und Sebastian Matz am Piano wurden die Gäste des Dommuseums im illuminierten Innenhof empfangen und gleich auch eingestimmt auf die Frage des Abends nach Johann Nikolaus von Wilmowsky, dem Namensgeber einer Straße in Triers Ostviertel. Dass man dem Kirchenmann und Wissenschaftler „vor allem im Dombereich auf Schritt und Tritt begegnen kann“, erläuterte Groß-Morgen in seinem Vortrag, in dem er auch die jüngsten Neuerwerbungen seines Hauses aus dem Nachlass Wilmowskys vorstellte. Silberbesteck, Siegelstöcke, Ölgemälde und eine hölzerne Schatulle, alle mit den Initialen des gebürtigen Böhmen, bereichern seit Mai dieses Jahres die Ausstellung des Museums und weisen hin auf eine Persönlichkeit, die für die Geschichtsforschung der Stadt wichtige Erkenntnisse geliefert hat.

Von Bischof Hommer 1842 nach Trier berufen und mit der Renovierung des Domkreuzganges beauftragt, entwickelte sich der Domkapitular bald zu einem Pionier auf dem Gebiet der Archäologie. Wilmowsky trug alles zusammen, was er bei seinen Arbeiten fand und schuf so im romanischen Saal des Kreuzgangs den Anfang des späteren Diözesanmuseums. Zahlreich sind die Publikationen des Mannes, der Mitbegründer und Präsident der Gesellschaft für nützliche Forschungen war, etwa über seine Ausgrabungen in der römischen Villa Nennig, über die Villa in Euren sowie vor allem über den Dom und die Bischofsgräber. Besonderen Ruf erlangte Wilmowsky durch die Veröffentlichung seiner Beobachtungen kurz vor Verschließung des Heiligen Rockes im Jahr 1844. Eine Viertelstunde lang hatte er Gelegenheit, das Gewand zu betrachten. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass das, was er sah, nur eine wertvolle Hülle für die eigentliche Tuchreliquie sei.

Eine Aussage, die eine rege Debatte entfachte, zwar dem heutigen Kenntnisstand entspricht, damals aber zu heftigsten Reaktionen und schließlich zur Entfremdung zwischen dem Archäologen und dem Domkapitel samt Bischof führte. So fand Wilmowsky nach seinem Tod 1880 seine letzte Ruhestätte auch nicht im Domkreuzgang, sondern wurde auf dem Friedhof St. Paulin beigesetzt.

 

Weitere Informationen zum Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum im Internet unter www.museum.bistum-trier.de




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