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Rundfunkarbeit

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Mittwoch, 9. Januar 2008

Innehalten SR2
Julian und Basilissa

Es ist sehr selten, dass ein Ehepaar gemeinsam in den Heiligenkalender der Kirche aufgenommen wird. Heute ist der Gedenktag des Julian von Antinoe und seiner Gattin Basilissa. Sie lebten im späten dritten Jahrhundert, in Ägypten, und ihre Geschichte beschreibt die Legende folgendermaßen: „Sie richteten in ihrem Haus ein Hospital für bedürftige Kranke ein. Julian pflegte die Männer, während Basilissa sich um die Frauen sorgte. Basilissa starb vor Ausbruch der Verfolgung im Frieden. Julian starb mit mehreren Gefährten um 304 als Märtyrer."

Zwei friedliche Eheleute, die ihr eigenes Haus öffnen für fremde Not und unentgeltlich helfen. Die ihre christliche Hilfe nicht auf ein paar Gesten oder besondere Taten beschränken, sondern die Kranken zu ihrer Familie machen. Die Tag um Tag dienstbereit bleiben, so wie Reinhard Mey es in einem Lied über eine Bäuerin singt:

So wird es gehen Jahr für Jahr, heute ist so wie gestern war, und morgen wird so sein wie heute. Und dennoch gab es keinen Tag, wenn sie müd in den Kissen lag, wo sie sich nicht auf Morgen freute.

Der Apostel Paulus sagt: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb." Und so stelle ich mir zwei freundliche, liebevolle, alt gewordene Partner vor, die eine Anlaufstelle für viele werden. Die ihr Glück in einem gemeinsamen Ziel gefunden haben, weil sie die eigene Liebe öffnen konnten für die anderen. Ähnlich wie beim legendären Ehepaar Philemon und Baucis, das im antiken Griechenland geradezu beispielhaft wurde in seiner Treue und seiner Hilfsbereitschaft. Die beiden werden von den Göttern für ihre Gastfreundschaft reich belohnt.

Ganz anders läuft es bei unseren beiden Heiligen: Julian verliert seine Frau, begräbt sie, dient weiter als Krankenpfleger und stirbt in der Christenverfolgung des römischen Kaisers.

Es geht eben nicht wie im Märchen zu, nein, die Heiligen stehen im wirklichen Leben. Sie leiden und hoffen wie wir. Doch der Tod zerstört nichts von ihrer Liebe. Und deshalb sind sie bis heute eine freundliche Einladung, sich gemeinsam für andere zu öffnen.


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