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75 Jahre Pfarrkirche St. Martin

Im Jahre 1330 wird eine Kirche oder Kapelle in Bietzen in der „Taxa generalis “ aufgeführt.
1527 wird in einer Urkunde  ebenfalls eine Kapelle oder Kirche erwähnt, deren Standort lässt sich aber nicht bestimmen. 1730 wurde eine neue Kirche gebaut und 1869 erweitert. Auch das Patrozinium des Hl. Martinus ist seit diesem Jahr belegt und lässt vermuten, dass in Bietzen sehr früh eine Kapelle gestanden hat. Die Martinskirchen werden nämlich zu den ältesten christlichen Heiligtümern im Bistum Trier gezählt.

Der Neubau der Kirche St. Martin

Dem Neubau der Kirche ging eine jahrzehntelange heftige Diskussion voraus. Schon Pfarrer Heinesch erkannte während seiner langen Wirkungszeit von 1835 bis 1868 , dass die 1730 erbaute Kirche zu klein war. Schließlich war sie nur unbedeutend größer als die heutige Harlinger Kapelle. Unter Pfarrer Matthias Fuhs (1868 bis 1889) wurde die Kirche im Jahre 1869 dann doch erweitert. Unter Pfarrer Amling (1910 bis 1924) wurde 1912 erstmals von einem Neubau der Kirche gesprochen. Er gründete 1924, kurz vor seinem Tod, einen Kirchbauverein der damals 338 Mitglieder hatte. Pfarrer Michael Jäger (1924 bis 1954) machte sich sofort nach seiner Einführung zum Fürsprecher eines Neubaues. Bereits am 24. 8. 1924 beschloss der Kirchenvorstand  einen Kirchenneubau im Pfarrgarten. Es sollten jedoch noch einige Jahre vergehen bis der Beschluss umgesetzt werden konnte. Die Stimmung in der Pfarrei schlug wieder um zugunsten eines Umbaues der alten , maroden Kirche in der Dorfmitte.
Selbst das Generalvikariat stellte sich hinter diese  Meinung der „Mehrheit der Pfarrkinder“. Pfarrer Jäger ließ sich jedoch von der Richtigkeit seiner Meinung nicht abbringen und es kam im Kirchenvorstand am 20. 2. 1930 zu dem historischen Beschluss im Pfarrgarten die neue Kirche zu bauen. Die Abstimmung viel mit 4 zu 3 Stimmen sehr knapp aus. Mit der Planung und Bauleitung wurde der Trierer Architekt Peter Marx (1871 bis 1958) beauftragt.
Die Grundsteinlegung erfolgte dann am ersten Sonntag im Mai1931.
Laut der Baubeschreibung waren 778 Bankplätze vorgesehen und als umbauter Raum 7 300 Kubikmeter angegeben.
Die Baukosten wurden ohne die vorhandene Inneneinrichtung auf  930 000 frcs geschätzt.
„Die Bruchsteine sind seitens der Pfarreingesessenen frei Baustelle geliefert, Kalk und Sand in nächster Nähe, alle Fuhrleistungen für Materialanfuhr erfolgen unentgeltlich.“ So steht in der Baukostenermittlung geschrieben.
Die Abrechnung belief sich auf  946 895, 10 frcs und wurde am 16 Juli 1933 vom Kirchenvorstand und der Gemeindevertretung abgenommen.
Am Sonntag, den 18. 12 1932 erfolgte die Benediktion (Einsegnung). Der Neubau wurde damit dem Gottesdienst übergeben. Am 17. Oktober 1933 erfolgte die Konsekration (Weihe)
durch Weihbischof Antonius Mönch.
Die Pfarrkirche St Martin, Bietzen gehört zu den frühesten, modernen Kirchenbauten nicht nur an der Saar und sie zählt zu den schönsten Dorfkirchen des Bistums Trier. Die aus den Steinen des Bietzerberges gemauerte Kirche mit Ihren Aufbauten für die Uhrzifferblätter und das mächtige, kupferbedeckte Kreuz auf starker Kugel vervollständigen die „Gottesburg des Bietzerberges“, die nicht alltäglich ist.

Inneneinrichtung

Bei dem Hochaltar handelt es sich um einen qualitätsvollen, barocken Säulenaltar im mehr oder weniger Originalzustand aus dem Jahre 1731. Der Bistumskonservator Dr. Busse vermutet, dass der Altar aus einer Werkstatt der Prämonstratenser Klöster stammt. Ein Hinweis dazu ist die Statue des Hl. Norbert, der sich auf dem Altar befindet. Auf der Gegenseite befindet sich die Statue des Hl. Augustinus.   
Über die Seitenaltäre schreibt Pfarrer Jäger:
Marienaltar mit Holzrelief; Himmelskönigin das Jesuskind auf den Händen tragend und vier Figuren davor die Menschheit darstellend; der Josefsaltar mit großer Figur des Nährvaters Christi und dem Jesus- Knaben. Beide Seitenaltäre in Holz, nach dem Hochaltar entworfen von dem Architekten Becker- Falkowski, Mainz und ausgeführt von Holzbildhauer Reichmann, Paderborn in den Jahren 1918 bis 1924.