Bereichsuntermenü:


 

Contentbereich:

Pressedienst

Pressedienst

Freitag, 29. März 2013

Bischof
Dem Schweigen Gottes nicht ausweichen
Bischof Dr. Stephan Ackermann predigt im Karfreitagsgottesdienst
Trier – Die Feier des Karfreitags fordere die Menschen dazu auf, dem „Schweigen Gottes“ nicht auszuweichen. Es gelte vielmehr, dieses Schweigen zu suchen und es auszuhalten, gerade im Zeitalter der Information und der globalen Vernetzung. Wenn Menschen das nicht schafften, dann verpassten sie die Wahrheit über Gott und die Welt und über sich selbst. Dem Schweigen Jesu vor Pilatus, der Frage nach seinen Motiven und dem Schweigen Gottes hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann seine Karfreitagspredigt am 29. März im Trierer Dom gewidmet.

Wäre es Jesus nicht ein Leichtes gewesen, den Statthalter Pilatus davon zu überzeugen, welche niedrigen und falschen Motive seinen Prozess bestimmten? fragte Bischof Ackermann die Besucher der Karfreitagsliturgie. Wer vor Gericht oder den Tribunalen der Öffentlichkeit schweige oder sich zu spät erkläre, habe doch schon verloren. Je schneller etwas erklärt werde, desto wirksamer, sagten die Medienfachleute. Das stimme ja auch. Warum sollte man Menschen im Unklaren lassen, fragte Ackermann, wenn man eine Sache schnell aufklären könne?

Es gebe aber auch andere Situationen, in denen es besser sei zu schweigen. Bischof Ackermann stellte klar, dass es dabei nicht um ein Schweigen aus Feigheit gehe, oder um zu vertuschen. Es gelte zu schweigen, wenn man spüre, dass selbst noch so gut und eloquent vorgetragene Worte die eigentliche Sache nicht erklärten, sondern verdunkelten. So sei es auch bei Jesus gewesen. Was hätte es ihm, der von sich sagte „Ich bin die Wahrheit“, gebracht, gegenüber Pilatus Recht zu haben. Die Wahrheit der Liebe, die Jesus meinte, setze sich nicht rechthaberisch durch.

„Manchmal muss man schweigen. Vor dem Leiden eines Schwerkranken, vor einem menschlichen Drama ist Schweigen die einzig wahre Haltung. Kein abweisendes Schweigen, sondern eines, das sich öffnet“, zitierte Ackermann den ehemaligen Bischof von Poitiers, Albert Rouet.

Im Schweigen Jesu vor Pilatus werde Größe sichtbar. Dieses Schweigen sei nicht nur das des Menschen Jesu, sondern auch das Schweigen des Sohnes Gottes. Es zeuge auch von dem Respekt Gottes gegenüber denen, die ihn nicht wollen. Der Sohn Gottes zwinge Pilatus nicht in die Knie, sondern lasse ihn frei, auch um den Preis des eigenen Todes, sagte Ackermann.

SERVICE



Diese Seite erreichen Sie unter: https://www.bistum-trier.de/goto/?7:110630